Oldeborg
Olde Borg | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | um 1285 | |||||||
| Erbauer | Häuptlingsgeschlecht Idzinga | |||||||
| Burgentyp | unbekannt | |||||||
| Erhaltungszustand | abgebrochen | |||||||
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Die Olde Borg (niederdeutsch für Alte Burg; auch: Oldeborg) war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge Burggraben und Hooge Riege befunden haben soll. Die Burg wurde zu Verteidigungszwecken errichtet, da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte und befand sich in unmittelbarer Nähe zur damaligen Uferkante des Norder Hafens.
Die Oldeborg steht in keiner Verbindung zum gleichnamigen Ort in der Gemeinde Südbrookmerland, wenngleich die beiden Bezeichnungen die selbe Bedeutung haben.
Geschichte
Es ist zu vermuten, dass diese Burg im Stil typisch ostfriesischer Burgen als größeres Steinhaus, möglicherweise mit Wehrturm errichtet wurde. Erbauer war vermutlich das Häuptlingsgeschlecht der Idzinga, die zu dieser Zeit großen Einfluss in und um Norden hatten und wohl auch die Idzingaburg in Ostlintel und die Osterburg an der östlichen Stadtgrenze von Norden errichtet haben. Andere Quellen gehen davon aus, dass die Burg hingegen nicht von einer speziellen Familie, sondern den drei sogenannten Vreedmannen (= Friedensrichtern) mit ihrem Sprecher (orator) erbaut wurden. Diese bildeten ab 1277 neben den consules (Häuptlinge) den Magistrat und damit die Verwaltungsspitze des Norderlandes. Die Burg sollte der Sicherung der Stadt dienen, da anhaltende Konflikte zwischen den einflussreichen Geschlechtern dies notwendig erschienen ließ.[1] Als Baujahr wird das Jahr 1285 angenommen.[2] In einigen Quellen kommt die Vermutung auf, dass es sich bei der Olde Borg um die Ennenburg handelt. Diese ist jedoch wahrscheinlich ein Nachfolgebau der Osterburg und befand sich damit weit abseits des Hafens.
Der Burgherr knüpfte die Baugenehmigung für die erste Bebauung entlang des heutigen Straßenzuges Burggraben an die Bedingung, dass die Bewohner ihm fortan entgeltlos für Botengänge zur Verfügung stehen mussten.[2]
Im Mai 1954 fand ein Schüler am Südabhang der Mennonitenlohne einen bearbeiteten Stein aus der Zeit der ersten nachweisbaren Besiedlung des Gebietes, sprich etwa 2.500 bis 1.800 vor Christus.[3] Neuere Deutungen weisen jedoch daraufhin, dass dieser Stein vermutlich nur aus dem Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit stammt.[4] Der Fundort und die jüngeren Erkenntnisse lassen die Vermutung zu, dass dieser Stein dem Umfeld der Olde Borg oder gar dieser selbst entstammt.
Einzelnachweise
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 25
- ↑ 2,0 2,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 195
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7 (Nachdruck 2001 von Gerhard Canzler, Fußnote)
Quellenverzeichnis
- Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 28
- Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37
- Schreiber, Gretje (1992): Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland / Ostfriesland, Aurich