Westgaste
Westgaste | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||||
| {{#multimaps: | Title = Westgaste | Text = Ungefähre Abgrenzungen | center = 53.58977282856163, 7.180751668585538 | polygon = 53.58122989054987, 7.18020630905307 :53.58615214528184, 7.173180361428871 :53.585089520677386, 7.170142825311356 :53.58785355066133, 7.164456542385146 :53.59081347411394, 7.168517450019613 :53.590417210093115, 7.16945572128299 :53.59084560347802, 7.1709533466178605 :53.59571827260412, 7.165125238325467 :53.59677840533893, 7.17100747772888 :53.596041438848836, 7.172262439745894 :53.59767696507972, 7.1745335076368 :53.59819631074005, 7.174061731917629 :53.59890816167101, 7.175334983455591 :53.59142472077586, 7.184870768354333 :53.59421514776582, 7.19279598903171 :53.59008190091788, 7.198731206026093 :53.58740384796923, 7.201257172889565 :53.58631854481936, 7.1964777203655945 :53.58435479759566, 7.190582362681411 | zoom = 13 | width = 300px | height = 300px
}} | |
| Administrativer Stadtteil | Norden | |||||||
| Ungefähre Lage | nordwestlich des Stadtgebiets | |||||||
Westgaste ist ein Stadtviertel von Norden und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Der Name bezieht sich auf die westlich der Stadt gelegene Geest
Historisch war die Westgaste bis zur Eingemeindung nach Norden im Jahr 1919 Teil der Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft, einem Zusammenschluss verstreuter Kleinstsiedlungen, die sich um die Wehrhäuser der Stadt bildeten und diese ringförmig umschlossen.
Obgleich der Begriff "Westgaste" als geografische Bezeichnung und im täglichen Sprachgebrauch der Norder eine bedeutende Rolle spielt, war es nie ein fest definiertes Viertel, sondern hat nur vage Grenzen.
Geografie
Wie der Name bereits vermuten lässt, befindet sich Westgaste im Westen der Kernstadt. Geografisch grob umgrenzen lässt sich das Viertel in etwa wie folgt: Im Westen durch die Grenze nach Westermarsch I, im Norden bis zum Westlinteler Weg, im Osten bis zur Langen Riege bzw. Feldpfad und im Süden bis zum Bürgermeisterviertel und dem Altendeichsweg.
Sie ist Geest, sprich eine inselartige Erhebung aus dem Marschboden (Geest = Gaste). Die Erhebung der Westgaste besteht vorwiegend aus sandigem Boden, wie es für ein Geestland typisch ist. Nur in tieferen Lagen der Westgaste findet man marschtypischen Kleiboden. Eine Bohrung aus dem Jahr 1897 ergab zunächst eine schwache Lage Sand, dann Geschiebemergel und darunter Diluvialsand. Am Fuße des Hügels ist schon Klei über dem Sand gelagert. Dem Abhang der Westgaste wurde eine Bohrung auf Wasser ausgeführt, welche als Ergebnis hatte, dass an der Oberfläche sich Kleiboden bis 0,90 m befand, darunter bis 2,50 m Tiefe feinkörnige Sande, dann bis 6,20 m Diluvialsande mit Geschieben, bis 6,80 m Geschiebelehm und bis 20,80 m Geschiebemergel. Darunter folgten bis 22,50 m schwach mergeliger feiner Sand und sodann bis 30,60 m feinkörnige Quarzsande teils mit größeren und kleineren Kohlestücken und schließlich bis 34 m grobkörniger Quarzsand. In einer Tiefe von 26-28 m wurden in dem feinkörnigen Quarzsand Glaukonitkörnchen beobachtet, in dem grobkörnigeren von 30-31 und 32-33 m Kohlenreste und Magneteisen. Diese Quarzsande von 22,50 m an erinnern nun in ihrer Ausbildung sehr an tertiäre Quarzsande.
Geschichte
Die Bauernschaft Westgaste war als Teil einer Siedlung in der Sandbauerschaft bereits relativ früh besiedelt. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Bauern, die sich hier um größere Höfe und Häuser, wie die Westerburg ansiedelten und sich später mit weiteren Bauernschaften wie Ekel, Westlintel und Ostlintel zur Gemeinde Sandbauerschaft zusammenschlossen.
Auf alten Karten ist erkennbar, dass sich die Höfe auf eine vergleichsweise große Fläche verteilen. So werden als Nebenorte Westgaste-Fremouthswarf, Westgaste-Mahnland und Westgaste-Selden Rüst erwähnt. Auch Martensdorf kann als Nebenort der Westgaste betrachtet werden, obgleich es historisch eine eigene Bauernschaft war, jedoch relativ schnell wüst fiel.
Erwähnenswerte Gebäude
Abgebrochene Gebäude
Das historisch wohl bedeutendste Gebäude ist die Westerburg am Ende der Alleestraße, die zu den Wehrhäusern, die die Stadt umschlossen und ihrer Verteidigung dienten, da Norden nie eine Befestigung im Sinne einer Stadtmauer hatte. Die Westerburg wurde 1969 abgerissen, erhalten ist lediglich der einst unmittelbar angrenzende Hof.
Erhaltene Gebäude
Die Fremouthswarf befindet sich westlich der Straße Bedmor. Es war ursprünglich ein Gehöft und seit 1897 als "Freemoutswarf" und 1930 als "Westgaste-Fremouthswarf" urkundlich erfasst. Letzter Name wird auch auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 genannt.
Einzelnachweise
- Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
- Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
- Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 49 Heft c (1897), S. 38f.