Pestalozzischule

Aus Norder Stadtgeschichte
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Pestalozzischule

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Basisdaten
Entstehungszeit 1921
Erbauer Stadt Norden
Bauweise Ziegelsteinbau
Entwidmung 1982
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Schulstraße 70

26506 Norden

Die Pestalozzischule (auch: Hilfsschule, Förderschule, Sonderschule sowie spöttisch Brettergymnasium) wurde ursprünglich als Förderschule für lergegründet. Heute ist sie ein Nebengebäude der Conerus-Schule, in dem die Altenpfleger ausgebildet werden.

Geschichte

Im Herbst 1918 und im März 1919 berieten sich die Norder Volksschullehrer unter Federführung von Carl Stegmann über eine Neuordnung des städtischen Schulsystems. Dies hatte zur Folge, dass nach der Eingemeindung der Sandbauerschaft die Schulen und ihre Einzugsbereiche neu strukturiert wurden. Erstmals kam auch der Gedanke zur Einrichtung einer Förderschule zum Tragen. Eine im April 1920 durchgeführte Umfrage ergab, dass 36 Schüler für eine solche Schulform in Frage kämen. Kritierum war, dass diese an ihrer bisherigen Schulform zwei Mal nicht versetzt wurden.[1]

Nach Auswahl der hilfsbedürftigen Schüler wurde der Unterricht am 21. Dezember 1921 mit 23 Kindern (18 Jungen und 5 Mädchen) in einem Hintergebäude der Gewerbeschule aufgenommen. Da keine geeignete Lehrkraft zur Verfügung stand, erklärte sich Brune Tongers, bislang Lehrer an der Marktschule, für den Unterricht bereit. Neben der Vermittlung von Lesen, Schreiben und Rechnen hatten Werken und Zeichnen im sogenannten Handfertigungsunterricht einen besonderen Stellenwert.[1]

Aufgrund der allgemeinen Not nach dem Ersten Weltkrieg kam auch die Pestalozzischule in den Genuss der sogenannten Quäkerspeisung, die auch den Kindern des Armenhauses und der Zingelschule zu Gute kam.[2]

Bereits 1923 stiegen die Schülerzahlen auf 38, was die Einrichtung einer zweiten Lehrerstelle - trotz der sehr beengten Raumverhältnisse - erforderlich machte. Ab 1925 wurden bereits 64 Schüler unterrichtet, weshalb ein dritter Lehrer erforderlich war.[2]

1929 erfolgte endlich der lang ersehnte Neubau an dem bis heute erhaltenen Standort an der Schulstraße 70. Offiziell wurde die Schule nun nach dem Schweize Schulreformer Johann Heinrich Pestalozzi "Pestalozzischule" genannt. Bis Ende der 1930er Jahre stieg die Zahl der Schüler auf knapp 100 Schüler an. Der Höchststand wurde 1953 mit 133 Schülern erreicht. Bereits 1960 ging die Zahl der Schüler jedoch stark zurück und fiel auf 71, ehe sie 1963 bzw. 1964 wieder die Hundertermarke überstieg.[2]

Der Schulunterricht fand - getrennt nach Jungen und Mädchen - in der Sielturnhalle und der Baracke an der Kastanienallee statt, bis beide Räumlichkeiten ab Oktober 1938 zu Lagerräumen für Korn umfunktioniert wurden. Seit Weihnachten des Jahres wurde auch die tägliche Milchspeisung mangels Geldmitteln eingestellt.[2]

Während des Krieges wurden die männlichen Lehrer Wilhelm Knieper und Herr Schade zum Kriegsdienst eingezogen. Ihre Vertretung wurde von einer Fräulein Biermann aus Osteel übernommen. Die Schulräume wurden jedoch größtenteils mit Kriegsbeginn vom Deutschen Roten Kreuz beschlagnahmt, die hier eine Rettungsstelle (provisorische Notaufnahme) einrichteten. In den Wintermonaten musste der Unterricht zudem oftmal wegen fehlenden Brennmaterials ausfallen.[2]

Von April bis Juni 1945 diente die Schule als Nebengebäude des in der naheliegenden Zingelschule eingerichteten Lazaretts. 16 Wehrmachtshelferinnen, die für die Betreuung der Verwundeten zuständig waren, waren hier untergebracht. Der Unterricht konnte nur an der einzig freien Schule, der Marktschule, durchgeführt werden.[2] Da ein Teil der Räume auch 1946 bzw. 1947 noch nicht geräumt war, musste der Unterricht trotz Mangels an Lehrmaterial in der Gräfin-Theda-Schule fortgeführt werden. Erst im Februar 1947 konnte der Schulbetrieb am eigentlichen Standort wiederaufgenommen werden, jedoch gab es kein Heizmaterial. Erst ab dem 9. April 1947 konnte der reguläre Unterricht beginnen.[3]

Um 1960 trat die Bezeichnung "Sonderschule" an die Stelle der früheren Bezeichnung "Hilfsschule". Ab dem Schuljahr 1969/1970 lautete der Name der Schule offiziell "Sonderschule für Lernbehinderte". Seit 2003 bzw. 2004 lautet der Name "Förderschule". Spöttisch wird diese Schulform im Volksmund oftmals zudem "Brettergymnasium" genannt, da den Schülern vorgeworfen wird, ein sprichwörtliches Brett vor dem Kopf zu haben. Wegen Platzmangels wurde auch weiterhin auf die Räumlichkeiten der Baracke an der Schulstraße zurückgegriffen.[4]

Im Schuljahr 1964/1965 wurden die Klassen auf jeweils maximal 20 Schüler begrenzt. Zwischenzeitlich war die Schülerzahl auf 120 gestiegen. Nach der Verlängerung der Schulzeit auf neun Schuljahre erhöhte sich die Schülerzahl im Schuljahr 1967 auf 143 und die Klassenzahl auf sieben. Eine weitere Erhöhung der Schülerzahlen ging mit der Bildung eines Zweckverbandes der Stadt Norden und den umliegenden Gemeinden einher, was unter anderem die Zuweisung von Schülern für die Sonderschule aus dem gesamten Bereich vorsah. Daher begannen ab den 1980er Jahren die Pläne für einen Neubau zu reifen. Der Plan sah vor, die Hauptstufe der Sonderschule in das Schulzentrum Wildbahn zu integrieren, während die Grundstufe in der Grundschule Im Spiet eingebunden werden sollte. 1982 konnte das Vorhaben realisiert werden.[4]

Schulleiter

Zeitraum Vollständiger Name
1921 - 1929 Brune Tongers
1930 - 1961 Gerhard Klaffke
1961 - 1962 Franz Gutzer (kommissarisch)
1962 - 1978 Franz Gutzer
seit 1978 Hermann Harms

Literatur

  • Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 140-143

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 140
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 141
  3. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 142
  4. 4,0 4,1 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 143

Siehe auch