Itzendorf

Aus Norder Stadtgeschichte
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Itzendorf

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Basisdaten
Kategorie Orte in Westermarsch II
Stadtteil/-viertel Norddeich
Genaue Lage Westerlooger Strohweg

26506 Norden

Itzendorf war eine Ortschaft auf dem Gebiet des heutigen Westermarsch II. Es wurde nach der Weihnachtsflut im Jahre 1717 ausgedeicht. An den Ort erinnern heute noch die Itzendorfplate und die Itzendorfer Straße.

Geschichte

Anfang und Ende

Ursprünglich war der Ort wohl der Stammsitz der später in Ostlintel ansässigen Idzinga. Die Menschen hier betrieben vor allem Fischerei und Torfsalzgewinnung, wie sie auch in der Westermarsch II, zum Beispiel auf der Uden-Soltjers Warf betrieben wurde. Hierbei wurden Torflagerstätten im Watt bei Ebbe abgebaut und der so gewonnene Torf an Land gebracht, getrocknet und anschließend verbrannt. Aus der Asche wurde dann in weiteren Arbeitsschritten ein graufarbenes Salz, welches unter der Bezeichnung "Friesensalz" gehandelt wurde, erzeugt. Vermutlich hat der Torfabbau die Erosion der Küste beschleunigt. Die Landfläche im Deichvorland wurde abgesenkt und diese damit den Sturmfluten stärker ausgesetzt.[1]

1717 wurde der zwischen Norddeich und Utlandshörn verlaufende Westermarscher Seedeich durch die Weihnachtsflut schwer beschädigt und an sechs Stellen völlig durchbrochen. An vier Durchbrüchen bildeten sich tiefe Kolke. Vier dieser Deichbrüche befanden sich im Gebiet um den Ort, viele Einwohner fanden dabei den Tod und die Bausubstanz wurde schwer beschädigt. Zunächst versuchten die überlebenden Bewohner, ihr Dorf wieder zu sichern. Drei Jahre später richtet die Neujahrsflut vom 31. Dezember 1720 auf den 1. Januar 1721 verheerende Schäden an. Itzendorf wurde dabei völlig zerstört.[2] Nach erfolglosen Instandsetzungsversuchen wurde die alte Deichlinie 1721 endgültig aufgegeben, der südlich des Ortes gelegene Notdeich zum Seedeich ausgebaut und Itzendorf ausgedeicht, indem man den gesamten Westermarscher Seedeich von Norddeich bis Utlandshörn auf einer Strecke von 7,2 km Länge zurückverlegte. Rund 270 Hektar fruchtbares Land sind seitdem ausgedeicht.[3]

Fischerhausen

In unmittelbarer Nähe des untergegangenen Dorfes entstand spätestens ab 1780 ein rund 20 Meter langer Nachfolgebau für den Hafen, der bis 1840 genutzt wurde. Östlich davon entwickelte sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts dann ein weiterer Hafen, der bereits ab 1824 als "Fischerhausen am sogenannten Norddeich" bezeichnet wurde, die Keimzelle des heutigen Ortes Norddeich. An das ehemalige Itzendorf erinnern heute die Itzendorfplate, eine Untiefe vor der Norder Küste in Höhe des Ortsteils Westermarsch I sowie eine Siedlung im Ortsteil, die den Namen Itzendorf trägt.[4]

Einzelnachweise

  1. Förderverein Museum Nordseeheilbad Norderney (2009): Ausstellung: Meer & Salz. In: museums-nachrichten, bade~museum norderney, Ausgabe 1/2009, Norderney, S. 3
  2. Ohlig, Christoph (2005): Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, S. 36
  3. Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch II, Manuskript
  4. Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 48

Siehe auch