Ekeler Vorwerk: Unterschied zwischen den Versionen
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2010 wurde das steinerne Wohnhaus teilweise instandgesetzt und an der Nordseite mit dem markanten Schriftzug ''Ekeler Vorwerk'' versehen. Bis etwa 2008 war hier das Geschäft ''H. Wiesner Fußboden- und Innenausbau GmbH'' ansässig. Das Hauptgebäude wird als Wohnhaus genutzt, die Scheune beherbergt seit etwa 2008 eine Freikirche (Philadelphia Community). Nebenräume der Scheune werden von der Partei [[Bündnis | 2010 wurde das steinerne Wohnhaus teilweise instandgesetzt und an der Nordseite mit dem markanten Schriftzug ''Ekeler Vorwerk'' versehen. Bis etwa 2008 war hier das Geschäft ''H. Wiesner Fußboden- und Innenausbau GmbH'' ansässig. Das Hauptgebäude wird als Wohnhaus genutzt, die Scheune beherbergt seit etwa 2008 eine Freikirche (Philadelphia Community). Nebenräume der Scheune werden von der Partei [[Bündnis 90/Die Grünen]] genutzt. Dahinter befindet sich ein kleines Dojo. | ||
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Version vom 7. September 2021, 12:32 Uhr
Ekeler Vorwerk | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | vor 1605 | |||||||
| Erbauer | Häuptlingsgeschlecht Uldinga | |||||||
| Burgentyp | Steinhaus | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Schulstraße 33
26506 Norden | |||||||
Das Ekeler Vorwerk ist ein großes Steinhaus mit Scheune, welches sich zwischen den heutigen Straßenzügen Schulstraße, Baumstraße und Langer Pfad befindet. Das Gebäude gehört zu den historisch bedeutendsten der Stadt und ist bis heute in einem relativ authentischen Zustand erhalten. Es ist ein zweigeschössiger, verputzter klassizistischer Backsteinbau unter einem Krüppelwalmdach. Blockrahmen und Schiebefenster aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts sind bis heute erhalten.
Geschichte
Der Name erklärt sich aus seiner Lage im Stadtteil Ekel und seiner Eigenschaft als Vorwerk (auch Vorwerck). Als solche bezeichnet man landwirtschaftliche Nebengebäude bzw. Höfe, die sich außerhalb der Befestigungslagen einer Burg oder ähnliches befanden. Erwähnt wird das Ekeler Vorwerk erstmalig im Jahr 1605 als Schatthaus (Schatzhaus) des Adeligen Albert von Jemgum, welcher nach dem Tod des letzten Uldinga die Uldingaburg und das gesamte Gut Ekel geerbt hatte. Für das Jahr 1848 ist nachgewiesen, dass das Ekeler Vorwerk zwei Gebäude und acht Einwohner umfasste.
Das Umland des gesamten Guts bestand zunächst vor allem aus Eichenbäumen, die namensgebend für den Stadtteil Ekel waren. Diese wurden im Laufe der Zeit nach und nach abgerissen, um Platz für weitere Gebäude und landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen. Der große Baumgarten an der Westseite des Hauses war vor 200 Jahren Teil einer beliebten Gartenwirtschaft.
1719 gehören 100 Diemat zu diesem Vorwerk, was einer Fläche von umgerechnet etwa 570.000 Quadratmetern entspricht. Ungefähr zwischen der Schulstraße und dem Langen Pfad existierte ein Küchengarten, sprich ein Obst- und Gemüsegarten zur eigenen Versorgung. Ebenso sollen ein Hopfengarten und drei weitere Gärten zum Gut Ekel gehört haben. Die über die Jahrhunderte unveränderten Straßenzüge Looger Weg, Heitsweg, Ekeler Weg, Baumstraße und Ekeler Gaste können als Abgrenzungen der Ausmaße der Ländereien angesehen werden. 1840 wurde das Land stückweise verkauft.
Spätestens seit dem Ersten Weltkrieg befand sich hier der Gasthof Dittrich bzw. Dittrichsche Gasthof. Am Tage des Kriegsendes (11. November) sprach hier ein Arbeiter- und Soldatenrat zu einer dichtgedrängten Volksmenge.[1] Von 1921 bis 1923 wurden Haus und Garten auch als Schützenhaus genutzt, damals hieß die Gaststätte hier Zum Stadtpark.[2]
Mitte Februar 1949 veranstalteten von Einheimischen und Vertriebenen gegründete Betriebe eine Mustermesse (Messe, auf der Warenmuster gezeigt und Abschlüsse zwischen Herstellern und Wiederverkäufern getätigt werden) in der großen Scheune des Vorwerks. Die Messe trug den sinnbildlichen Namen Die Brücke, da sie die genannten Bevölkerungsgruppen einander näher bringen sollte. Das Publikumsinteresse war groß, insgesamt kamen rund 12.700 Besucher. Im Dezember des Jahres wurde daraufhin eine Weihnachtsausstellung mit 41 Ständen organisiert. Um an den Erfolg anzuschließen, möchte die Stadt im Folgejahr die erste Veranstaltung wiederholen, doch dabei ortsfremde Firmen einbeziehen, weshalb die Veranstaltung durch den Boykott der Norder Betriebe floppt.[3]
Im Jahre 1950 befand sich im Ekeler Vorwerk kurzfristig ein provisorisches Kino als Ersatz für das wegen baulicher Mängel geschlossene Metropol-Theater, ehe der Betrieb dort wieder aufgenommen werden konnte.[4] Der Garten wurde um 1960 abgeholzt und bebaut. Hier entstanden zahlreiche Wohnhäuser.
2010 wurde das steinerne Wohnhaus teilweise instandgesetzt und an der Nordseite mit dem markanten Schriftzug Ekeler Vorwerk versehen. Bis etwa 2008 war hier das Geschäft H. Wiesner Fußboden- und Innenausbau GmbH ansässig. Das Hauptgebäude wird als Wohnhaus genutzt, die Scheune beherbergt seit etwa 2008 eine Freikirche (Philadelphia Community). Nebenräume der Scheune werden von der Partei Bündnis 90/Die Grünen genutzt. Dahinter befindet sich ein kleines Dojo.
Beschreibung
Das Gebäude besteht aus einem steinernen Wohnhaus im Stile der Burgen ostfriesischen Typus und einer Scheune mit Nebengebäuden. Das Haupthaus (Steinhaus) ist mehr oder minder im originalgetreuen Zustand.
Galerie
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Frontansicht mit der Teppichhandlung H. Wiesner. Aufnahme vom 3. Mai 2006.
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Seitenansicht. Aufnahme vom 3. Mai 2006.
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Ansicht vom Langen Pfad. Aufnahme vom 6. Mai 2006.
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Neuere Ansicht mit dem Philadelphia Community Center. Aufnahme vom 29. März 2009.
Einzelnachweise
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 17
- ↑ Ostfriesischer Kurier vom 7. August 2021, S. 6
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 59
- ↑ Geschichte des Metropol-Theaters, abgerufen am 17. Juni 2021
Quellenverzeichnis
- Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
- Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
- Schreiber, Gretje (2011): Finettenburg: Neue Erkenntnisse, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 8. Januar 2011, S. 1ff.
- Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848
- Übersicht über sach- und personenbezogene Straßennamen der Stadt Norden