Alte Itzendorfer Schule: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Die '''Alte Itzendorfer Schule''' gehört zu den ältesten Schulen im (heutigen) Stadtgebiet. Sie befand sich im untergangenen [[Itzendorf]], wurde später im "neuen" Itzendorf wiedererrichtet und 1936 abgebrochen und durch [[Itzendorfer Schule|einen Neubau]] ersetzt. Die Alte Itzendorfer Schule befand sich im Bereich des heutigen [[Nordsee-Camp Norddeich|Campingplatzes]] nahe der Deichlinie.
Die '''Alte Itzendorfer Schule''' gehört zu den ältesten Schulen im (heutigen) Stadtgebiet. Sie befand sich im untergangenen [[Itzendorf]], wurde später im "neuen" Itzendorf wiedererrichtet und 1936 abgebrochen und durch [[Itzendorfer Schule|einen Neubau]] ersetzt. Die Alte Itzendorfer Schule befand sich im Bereich des heutigen [[Nordsee-Camp Norddeich|Campingplatzes]] nahe der Deichlinie.
 
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==Geschichte==
==Geschichte==
Vermutlich gab es bereits um 1600 eine Schule in [[Itzendorf]], spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Erstmalig nachweisen lässt sich die Existenz durch ein Schreiben aus dem Jahr 1677, aus dem hervorgeht, dass [[Hinrich Laven]] von den Interessenten (Eltern schulpflichtiger Kinder) zum Schulmeister (nicht-akademische Lehrkraft) gewählt wurde. An Schulgeld zahlten diese einen Gulden und etwa 50 Liter Gerste je Halbjahr. Am 12. März 1683 wird das Schulgeld um einen Gulden erhöht, die Arbeiter und Kleinbauern mussten jedoch nur die Hälfte zahlen. Schulmeister bzw. Lehrer ist zu dieser Zeit [[Johannes Naudaeus]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref>  
Vermutlich gab es bereits um 1600 eine Schule in [[Itzendorf]], spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Erstmalig nachweisen lässt sich die Existenz durch ein Schreiben aus dem Jahr 1677, aus dem hervorgeht, dass [[Hinrich Laven]] von den Interessenten (Eltern schulpflichtiger Kinder) zum Schulmeister (nicht-akademische Lehrkraft) gewählt wurde. An Schulgeld zahlten diese einen Gulden und etwa 50 Liter Gerste je Halbjahr. Am 12. März 1683 wird das Schulgeld um einen Gulden erhöht, die Arbeiter und Kleinbauern mussten jedoch nur die Hälfte zahlen. Schulmeister bzw. Lehrer ist zu dieser Zeit [[Johannes Naudaeus]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref>  

Version vom 28. April 2021, 07:48 Uhr

Alte Itzendorfer Schule

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Basisdaten
Entstehungszeit 1770 - 1771 (vor 1677)
Erbauer Gemeinde Westermarsch II
Bauweise Ziegelsteinbau
Entwidmung
Erhaltungszustand
Genaue Lage Am Markt 37

26506 Norden

Die Alte Itzendorfer Schule gehört zu den ältesten Schulen im (heutigen) Stadtgebiet. Sie befand sich im untergangenen Itzendorf, wurde später im "neuen" Itzendorf wiedererrichtet und 1936 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Die Alte Itzendorfer Schule befand sich im Bereich des heutigen Campingplatzes nahe der Deichlinie.

Geschichte

Vermutlich gab es bereits um 1600 eine Schule in Itzendorf, spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Erstmalig nachweisen lässt sich die Existenz durch ein Schreiben aus dem Jahr 1677, aus dem hervorgeht, dass Hinrich Laven von den Interessenten (Eltern schulpflichtiger Kinder) zum Schulmeister (nicht-akademische Lehrkraft) gewählt wurde. An Schulgeld zahlten diese einen Gulden und etwa 50 Liter Gerste je Halbjahr. Am 12. März 1683 wird das Schulgeld um einen Gulden erhöht, die Arbeiter und Kleinbauern mussten jedoch nur die Hälfte zahlen. Schulmeister bzw. Lehrer ist zu dieser Zeit Johannes Naudaeus.[1]

Gegen Ende des Jahres 1717 sucht die Weihnachtsflut auch Itzendorf heim, das in den Fluten praktisch gänzlich zerstört wird und in der Folgezeit aufgegeben werden muss. Zahllose Menschen sterben in den Fluten, die Felder werden durch das salzige Meerwasser unbrauchbar. Die Schäden waren so schwerwiegend, dass der Westermarscher Seedeich weiter ins Hinterland verlagert und Itzendorf dadurch aufgegeben wurde. Heute erinnert nur noch eine Untiefe namens Itzendorfplate an den einstigen Ort. Von der Ausdeichung betroffen war auch die Schule. Im Frühjahr 1771 wird ein neues Schulgebäude errichtet.[2] Über 50 Jahre hat es damit keine Schule in Itzendorf gegeben. Zurückzuführen ist dies wahrscheinlich vorwiegend auf die Nachwirkungen der Flut, vor allem auf den Geldmangel. Andere Vorhaben, wie der Neubau des Deiches, der Wiederaufbau der Häuser und die Neuanlage von Feldern hatten vor allem anderen Priorität.

Zum ersten Schulmeister nach dem Neubau wird Cornelius Harmens Norman gewählt. Dieser hatte maßgeblichen Anteil an der Wiederrichtung der Schule und hatte dabei die Bevölkerung von Westermarsch II auf seienr Seite, da die Kinder der meisten von ihnen die anderen, weit entfernt gelegenen Schulen, nicht besuchen konnten. Herausragend wurde das Projekt auch durch Hayo Laurenz Damm. Durch Pastor Jelto Jelten von der Norder Ludgerigemeinde wurde das Gebäude im Beisein der gesamten Schulgemeinde eingeweiht.[3]

Die Schülerzahl stieg in den Folgejahren spürbar und erreichte im Schuljahr 1774/1775 einen Höchststand von 75 männlichen und weiblichen Schülern. Erkennbar ist hierbei auch eine deutliche Überrepräsentanz männlicher Schüler, was darauf schließen lässt, dass bei der Schulplatzvergabe durch die Eltern vor allem die männlichen Nachkommen des Hofherren bevorzugt wurden.[4] Ein Jahr später bittet der neue Lehrer in einem Rundbrief um eine Spende für einen neuen Fußboden für die Schule.[5]

1785 wird Berend Friedrich Gnapheus neuer Lehrer. 1825 richtet die Februarflut erneut schwere Schäden in der Westermarsch an. Der Deich bricht und beschädigt auch die Itzendorfer Schule. Das nahegelegene, auf einer Warft errichtete Wachthaus (Westermarsch II), blieb hingegen von den Fluten verschont. Lehrer Gnapheus schreibt daraufhin an das Königliche Hohe Konsortium in Aurich und bericht über die Umstände in Itzendorf. Er selbst wohne mittlerweile in Norden, da das Itzendorfer Schulgebäude unbewohnbar geworden sei. 1826 wird daraufhin wieder ein Neubau errichtet, diesmal auf einer Warft, um besser vor Sturmfluten geschützt zu sein. Im gleichen Jahr verstarb der beliebte Gnapheus.[6]

Aus sieben Bewerbern konnte sich Jan Jacobs Hinrichs Fischer durchsetzen und wurde von den Interessenten noch im selben Jahr zum neuen Lehrer gewählt. Zuvor war dieser Lehrer in Norden gewesen. Die Amtseinführung findet im März 1826 statt. Infolge einer schweren, zur Lähmung führenden Krankheit musste Fischer sein Amt aufgegeb und verstarb 1834 im Alter von gerade einmal 27 Jahren. An seine Stelle trat sein Bruder Wilhelm Egbert Fischer, der die Stelle am 7. April 1834 antrat und 37 Jahre im Dienst blieb. 1871 trat Johann Juilfs die Lehrerstelle an.[6]

In den Jahren 1905 bis 1906 wurde die Funkstation Norddeich in Utlandshörn errichtet und zunächst dem Kaiserlichen Postamt in Norden angegliedert. Die Küstenfunkstelle war von großer militärischer Bedeutung und bis zu ihrer Schließung am 31. Dezember 1998 ein tragender Faktor für die Sicherheit auf See. Während des Ersten Weltkriegs unterstand die Küstenfunkstelle dem Kommando der Kaiserlichen Marine. Das Gebäude der Itzendorfer Schule wurde von der Marine requiriert, um dort Soldaten unterzubringen. Nachdem die Marine im November 1918 die Küstenunkstelle geräumt hatte, wurde diese durch Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates besetzt.[7] Ein geordneter Unterricht war so nicht möglich, weshalb die Kinder die weiten Strecken zu den anderen Schulen im Umkreis auf sich nehmen mussten, was vor allem im Winter nicht möglich war. Ab 1916 wurde Georg Valentins Georg neuer Lehrer in Itzendorf, der nach Kriegsende auch wieder einen geordneten Unterricht aufnehmen konnte.[8]

1933 wurde der Unterricht übergangsweise von Lehrer Schmelke wahrgenommen, der zuvor bereits in Brinkum, Ostermoordorf, Neßmersiel, Menstede-Coldinne und Süderneuland I sowie Süderneuland II tätig war. Ab 1934 unterrichtete Rikus Hinrichs Daniels an der Schule.[8] 1936 wurde das baufällige Schulgebäude abgebrochen und etwas weiter südöstlich der bis heute bestehende Bau errichtet.[6] Während des Zweiten Weltkrieges musste der Itzendorfer Lehrer zeitweise an der Westerhörner Schule aushelfen, da der dortige Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Der Schulbetrieb wurde erst im Herbst 1945 wieder aufgenommen.[9] 1966 wurde das Schulgebäude durch Zentralisierungsmaßnahmen entwidmet und an einen Privatmann verkauft.[8]

Zeitzeugenberichte

Bericht des ehemaligen Schülers Alfred Bohlen (in niederdeutscher Sprache; mit hochdeutscher Übersetzung), vorgetragen im September 2002 bei einem Schultreffen:[9]

In Märt 1942 bün ick van't Marktschool in Nörden na't Itzendörper School kamen. Dat weer een heel groode Umstellen, man ick hebb futt begrepen, dat uns Mester Daniels all 64 Schölers in sien Klass wat bibrengen kunn - ok de Kinner, de wat minner Künn harren. Mester weer leevhartig, man he kunn ok streng wesen, dat weer bi all de Trabanten seker nett anners mögelk.

Dat Fack Musik haaren wi all tosammen, Lüttjen un Groten. Wi sungen Volksleeder un mussen de dann utwennig lehren. In de Kriegsjahren harren wi faken blot een up anner Dag School, vörmiddags und nahmiddags. Dat leeg doran, dat uns Mester nu ok in Westerhörn unnerrichten muss, wiel de Schoolmester van dor na't Militär muss. De Tour van Itzendörp na Westernhörn und weer torügg fuhr he mit Rad und dat bi Wind und Weer. Faken genoog - meest in de Wintermaanten - stunn de Kleiweg van Groode Plaaats bit na Westerhörn unner Water, dann muss Mester sien Rad schuven.

As wi teihn Jahr old weeren, sünd all de Jungs in d'Jungvogel intreden, wi weeren nu Pimpfe, kregen een Uniform un harren Dienst of moken Geländespölen. Uns Mester weer ok in d'Partei, dat muss he ja seker, um dat he sien Arbeitsstee as Mester behull, man he weer kien Nazi. Noit hett he uns in sien Unnerrcht mit Nazi-Parolen belemmert, för hum kwem dat dor völ mehr up an, uns Lesen un Schrieven bitobrengen.

As de Krieg 45 to Enn weer und de Tommies kwemen, dürs uns Mester nett as anner Berufskollegen ok neet mehr unnerrichten. Se harren in'd Partei west un wurren nu entnazifiert. In Sömmer 45 harren wi heel kien School, do kwem dat d'r neet up an, man in Harst 45, as dat weer anfung mit School, do murken wi heel fell, dat Mester Daniels uns fehlen de. Nüms, de na hum kwem, kunn mit sovööl Kinner in een Klass torecht komen. Wat werren wi blieb, as later Mester Daniels weer in d'Klass stunn. He allenig kunn sovöl Kinner rementen. Wi weeren mit all de Flüchtlingskinner, de na d'Krieg in uns Klass kwemen, anto negentig Kinner und dat in een Ruum.

Wi hebben uns mit de Flüchtlingskinner an un för sück good verstann, wenn se ok blot Hochdütsch kunnen. Man wi hebben hör uns Platt bibrocht: Na een Jahr kunnen de meesten Platt proten. Wat dat Hochdütschke angeiht. Menningeen van uns harr dor sien Last mit. Eenmal hett een van mien Mackers, Fietje, an Tafel schreven: "Der Schleef hing an das Gemäuer.". He haar 'n Soppenlepel meent, man dat hochdütsch Wort nett neet wusst. As Mester dat sech, meende he: "Du büst mi 'nen moien Sleef!". He meende de danner Bedüden van dit Word. Sleef, de Dööslapp, een Dööskopp.

Up een anner Maal harren wi Jungs de oll Christoph B., de alltied mit Pantjewagen bi d'School vörbifuhr, vernaar bruukt, do kregen twee van uns 'n Strafarbeit up van Mester Daniel. Se mussen 100 mal upschrieven: "Vor einem greisen Haupte sollst Du Dich beugen und das Alter ehren!".

In de Jahren na d'Krieg mussen wi uns Schoolböken uttuschen. Schriefhevten geev dat heel un dall nett. Man wi wussen Rat: Wi hoolen uns van de Granatdarr "Fietje" - de lagg achtert' Diek - Etiketten ut Papier, de wurren annertieds as Schiller för de Meersoltbuddels bruukt. Nu laggen de dor up Drubbels rum un kwemen uns rein topass: Wi maken uns dor Heften ut, wo wi up schrieben kunnen, tja, Minske mutt sück bloot to helpen weten.

Anfang Märt 47 weer för uns de School to Enn, wi kregen uns Offgangstügnis - un maken Bott för anner Kinner. Bleeven sünd de Erinnerungen un de Biller van uns Schooltied in Itzendörp.

Hochdeutsche Übersetzung:

Im März 1942 bin ich von der Marktschule in die Itzendorfer Schule gekommen. Das war eine sehr große Umstellung, aber ich habe schnell begriffen, dass unser Lehrer Daniels allen 64 Schülern in seiner Klass etwas beibringen kann. Auch die Kinder, die einen etwas geringeren Verstand hatten. Der Lehrer war gutherzig. Zwar konnte er auch streng werden, doch war das bei den ganzen Rabauken sicher auch nicht anders möglich.

Das Fach Musik hatten wir alle zusammen, Kleine und Große. Wir sangen Volkslieder und mussten diese dann auswendig lernen. In den Kriegsjahren hatten wir manchmal bloß an einzelnen Tagen unterricht, vormittags und nachmittags. Das lag daran, dass unser Lehrer nun auch in Westerhörn unterrichten musste, da der dortige Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Die Fahrt von Itzendorf nach Westerhörn und wieder zurück fuhr er bei Wind und Wetter mit dem Rad. Manchmal, meist in den Wintermonaten, standen die Kleiwege (Anm.: Unbefestigte Wege über den kleihalten Marschboden) vom Großen Platz (Anm.: Plaats = Hof) bis nach Westerhörn unter Wasser. Dann musste der Lehrer sein Rad schieben.

Als wir zehn Jahre alt waren, traten alle in das Jungvogel (Anm.: Hitlerjugend) ein. Wir waren jetzt "Pimpfe", kriegten eine Uniform und hatten Dienst oder machten Geländespiele. Unser Lehrer war auch in der Partei (Anm: NSDAP), das musste er ja sicher, um seine Arbeitsstelle als Lehrer zu behalten. Aber er war kein Nazi. Nie hat er uns in seinem Unterricht Nazi-Parolen belästigt, für ihn kam es viel mehr darauf an, uns Lesen und Schreiben beizubringen.

Als der Krieg 1945 zu Ende war und die Tommies (Anm.: Briten) kamen, durfte unserer Lehrer wie viele andere seiner Berufskollegen auch nicht mehr unterrichten. Sie waren in der Partei und wurden nun entnazifiziert. Im Sommer 1945 hatten wir sowieso keine Schule, darum kam es darauf nicht an. Aber im Herbst 1945 als es wieder mit der Schule losging, merkten wir schnell, wie sehr uns unser Lehrer Daniels fehlte. Niemand, der nach ihm kam, konnte mit sovielen Kindern in einer Klasse zurechtkommen. Wir waren froh, als Lehrer Daniels später wieder in unserer Klasse stand. Er alleine konnte soviele Kinder bändigen. Wir waren mit all den Flüchtlingskindern, die nach dem Krieg in unsere Klasse kamen, an die 90 Kinder in einem Raum.

Wir haben uns mit den Flüchtlingskindern an und für sich gut verstanden, auch wenn sie bloß Hochdeutsch konnten. Aber wir haben ihnen unserer Plattdeutsch beibgebracht: Nach einem Jahr konnten die meisten Plattdeutsch sprechen. Was das Hochdeutsche angeht: Manche von uns hatten da ihre Schwierigkeiten mit. Einmal hat einer meiner Freunde, Fietje, an die Tafel geschrieben: "Der Schleef hing an das Gemäuer.". Er meinte damit den Suppenlöffel, aber wusste das hochdeutsche Wort dafür nicht. Als unser Lehrer das sah, meinte er: "Du bist mir ein schöner Dussel". Damit meinte er die andere Bedeutung des Wortes, das soviel wie "Dussel" oder "Dummkopf" bedeutet.

Ein anderes Mal hatten wir Jungs den alten Christoph B., der immer mit seinem Pantjewagen (Anm.: Eine landwirtschaftliche Kutsche) an der Schule vorbeifuhr, auf den Arm genommen. Da haben zwei von uns eine Strafarbeit von Lehrer Daniels aufbekommen. Sie mussten 100 Mal aufschreiben: "Vor einem greisen Haupte sollst Du Dich beugen und das Alter ehren!".

In den Jahren nach dem Krieg mussten wir unsere Schulbücher austauschen (Anm.: Aufgrund der Entnazifierung des Lehrmaterials). Schreibhefte waren Mangelware. Aber wir wussten Rat. Wir holten uns von der Granatdarre (Anm.: Eine Granatverarbeitende Fabrik) "Fietje" - die lag hinter dem Deich - Etiketten aus Papier. Die wurden ansonsten für die Schilder für die Meersalzflaschen gebraucht. Nun lagen da die Haufen rum, was uns sehr gelegen kam. WIr machten daraus unsere eigenen Hefte, in denen wir nun schreiben konnten. Tja, der Mensch muss sich bloß zu helfen wissen.

Anfang März 1947 war unsere Schulzeit zu Ende. Wir kriegen unsere Abschlusszeugnis und machten Platz für andere Kinder. Geblieben sind die Erinnerungen und die Bilder von unserer Schulzeit in Itzendorf.

Lehrkräfte

Zeitraum Vollständiger Name
1677 - 1683 Hinrich Laven
1683 - ??? Johannes Naudaeus
1771 - 1775 Cornelius Harmens Norman
1775 - 1785 B. J. Sjauken
1785 - 1826 Berend Friedrich Gnapheus
1826 - 1834 Jan Jacobs Hinrichs Fischer
1834 - 1871 Wilhelm Egbert Fischer
1871 - 1913 Johann Juilfs
1913 - 1916 vakant
1916 - 1933 Georg Valentins Georg
1933 - 1934 Schmelke
1934 - 1957 Rikus Hinrichs Daniels
1957 - ??? Fooke Alts Gerdes
??? - 1966 Siegfried Fuß

Schülerzahlen

Schuljahr Anzahl
1771 - 1772 48
1772 - 1773 53
1773 - 1774 65
1774 - 1775 75
1775 - 1776 52
um 1783 54
1945 - 1946 ca. 90
um 1951 78

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33
  2. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 34
  3. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 35
  4. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 37
  5. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 38
  6. 6,0 6,1 6,2 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 40
  7. Beschreibung von Westermarsch II in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  8. 8,0 8,1 8,2 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 41
  9. 9,0 9,1 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 44

Siehe auch