Ostermarsch: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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==Wirtschaft und Verkehr==
==Wirtschaft und Verkehr==
Haupterwerbszweig in der Ostermarsch ist die landwirtschaftliche Nutzung. Besonders der
Der Haupterwerbszweig in der Ostermarsch ist seit jeher die Landwirtschaft, welche vor allem vom Kartoffelanbau ("Kleikartoffeln aus Ostermarsch"), der Milchviehhaltung und dem Viehhandel dominiert wird. Rindfleisch aus Ostermarsch genießt einen überregional herausragenden Ruf, da die Weiden des fruchtbaren Marschlandes qualitativ hochwertiges Schlachtvieh liefert.
Viehhandel machte schon immer weltweit von sich reden, zumal die saftigen Weiden auf dem
fruchtbaren Marschland erstklassiges Schlachtvieh liefern.
Durch den Tourismus hat sich auch auf dem Lande ein zusätzlicher, bedeutender
Wirtschaftszweig, wie z. B. „Ferien auf dem Bauernhof“ an der Nordseeküste, entwickelt.
Auch in Ostermarsch/Hagermarsch haben z. Zt 48 Windräder das Gebiet der Küstenlandschaft
sehr verändert. Nach den neuesten Plänen soll die Anlage auf ca. 80 Windräder aufgestockt
werden.
Noch Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Getreide und Feldfrüchte auf Schiffen und Kähnen auf
den weitverzweigten Wasserstraßen in der Ostermarsch nach Norden befördert. Das setzte voraus,
dass die Anlieger die Tiefe, Siele und Schloote reinigen mussten. Verkehrsmäßig ist die
Ostermarsch heute regional mittelbar über die Autobahn A 31, über die Bundesstraße 72, den
Kreisstraßen 15-16-17 und der Landesstraße 27 mit Norden verbunden. Der nächste
Autobahnanschluss liegt 27 km von Norden entfernt. Norden verfügt über drei direkte
Bahnverbindungen. Die Bundesbahnstation Norddeich Mole liegt 2 km vom Ort entfernt. Weiterhin
stehen ein Seehafen und ein Flugplatz (Sonderlandeplatz) zur Verfügung.
Haushaltungen, Einwohner & Nutztiere
1823 zählte man für Ostermarsch insgesamt 166 Haushalte, 1848 wurden 88 bewohnte Häuser
und 1867 87 bewohnte Häuser registriert. Des weiteren ergab sich 1867statistisch gesehen je
Haushalt 5,3 Bewohner, 2,7 Pferde, 8 Stück Rindvieh und 3,2 Schafe.
Landwirtschaftliche- und nichtlandschaftliche Betriebe/Berufspendler
1912 gab es neben einer Reihe kleinerer Höfe 23 große Höfe in Ostermarsch. Die Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe betrug 43 (1949), 55 (1960) und sank auf 41 (1971). Die Zahl der
nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten sank vorerst von 19 (1950) auf 16 (1961) und blieb mit
16 (1970) konstant. Die Summe der Erwerbspersonen vor Ort verminderte sich kontuierlich von
271 (1950), über 186 (1961) auf 136 (1970). Dagegen erhöhte sich die Quote der Auspendler
stetig von fast 9%, über 23 % (1961) auf 34 % (1970). Einpendler waren 1961 mit 24 %
vertreten.  


Die Zahl der eigentlichen Höfe ist durch die Eindeichung nicht verändert worden. Auch ist
Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangt auch in Ostermarsch der Tourismus zu einer immer größer werdenden Bedeutung. Einige Höfe bieten "Ferien auf dem Bauernhof" für Touristen an und verdienen sich dadurch ein ansehnliches Zubrot. Die Anzahl der Höfe sinkt seit dem Mittelalter kontinuierlich. Kleinbauern gibt es schon lange keine mehr, doch auch die Zahl der größeren Hofe schwindet zusehends. 1912 gab es neben einer Reihe kleinerer Höfe 23 große Höfe in Ostermarsch. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe betrug 43 (1949), 55 (1960) und sank auf 41 (1971). Die Zahl der nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten sank vorerst von 19 (1950) auf 16 (1961) und blieb mit 16 (1970) konstant. Die Summe der Erwerbspersonen vor Ort verminderte sich kontuierlich von 271 (1950), über 186 (1961) auf 136 (1970). Dagegen erhöhte sich die Quote der Auspendler stetig von fast 9%, über 23 % (1961) auf 34 % (1970). Einpendler waren 1961 mit 24 % vertreten.
die Eindeichung nicht die Ursache der Entstehung der größeren Höfe gewesen. Die
 
kleineren Höfe sind zwar seit Ende des Mittelalters aufgesogen, die übrig gebliebenen
Seit den 1990er Jahren wurden verstärkt Windenergieanlagen errichtet, die das Landschaftsbild maßgeblich prägen und vielen Einwohnern aus ästhetischen Gründen zurecht ein Dorn im Auge sind.
vergrößert, so dass die durchschnittliche Größe eines Marschhofes bis zum Doppelten und
 
Dreifachen angewachsen ist. Aber auch mit Einrechnung des Besitzes an der Neumarsch
Noch Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Getreide und Feldfrüchte auf Schiffen und Kähnen auf den weitverzweigten Wasserstraßen in der Ostermarsch nach Norden befördert. Die Anlieger sind bis heute verpflichtet, die Tiefe und Schloote zu reinigen, wenngleich dies heute ausschließlich zur Entwässerung und nicht mehr dem Transport dient.
blieben die Höfe immer noch mittelbäuerliche Betriebe mit 30 – 80 Diemat.
Die Zahl der Warfsleute in der Ostermarsch, die während des Mittelalters nicht ganz
gefehlt hat, muss zahlenmässig unbedeutend gewesen sein. Das ändert sich bis in die
Neuzeit nicht.


== Sehenswürdigkeiten ==
== Sehenswürdigkeiten ==

Version vom 28. Dezember 2020, 04:10 Uhr

Ostermarsch

Wappen
Höhe 1,1 - 1,5 m ü. NN
Fläche 13,135 km²
Einwohner 243 (30.06.2020)
Eingemeindung 1. Juli 1972
Bevölkerungsdichte 19 Einwohner/km²

Ostermarsch ist ein Stadtteil von Norden und hat 243 Einwohner (Stand: 30.06.2020), die sich auf einer Fläche von rund 13,14 km² verteilen.

Im Norden grenzt Ostermarsch an die Nordsee, im Osten und teils im Süden an den Ortsteil Junkersrott der Gemeinde Hagermarsch. Teile der südlichen Grenze liegen auch an Norden an. Im Westen befindet sich Norddeich mit seinem Ortsteil Lintelermarsch.

Namensherkunft

Der Ort besteht aus Marschboden und liegt östlich der Stadt Norden, woraus sich der Name ergibt. Der Ortsname steht somit im Gegensatz zur Westermarsch. Erstmalige Erwähnung findet der Name in 1436 als "Ostermersch".

Wappen

Das Wappen des Ortes zeigt ein grünes, dreiblättriges Kleeblatt auf weißem Grund und darüber drei sechszackige Sporenrädern auf blauem Grund. Das Kleeblatt spielt in der Landwirtschaft eine große Rolle als sogenannter Gründünger und verweist damit auf die besondere Rolle der Landwirtschaft in der Ostermarsch. Die Sporenräder wurden aus dem Wappen von Norden übernommen, welches dieses wiederum aus dem Wappen der bis in das 15. Jahrhundert hinein vorherrschende Häuptlingsfamilie Idzinga übernommen hat. Der blaue Grund bei den Sporenrädern verweist auf die Lage des Ortes an der Wasserkante bzw. Deichlinie. Die Trennung soll den Deich symbolisieren, der das Wasser vom Land und der Landwirtschaft trennt. Das Wappen hat in seiner Aufmachung deutliche Ähnlichkeiten zu dem von Westermarsch II.

Das Ortswappen wird seit 1963 als solches geführt. Es wurde von Ulf Korn aus Münster entworfen.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1821 697
1848 395
1871 469
1885 503
1905 465
Jahr Einwohner
1925 444
1933 423
1939 411
1946 540
1950 510
Jahr Einwohner
1956 432
1961 366
1970 356
2016 274
2020 243

Geografie

Ostermarsch liegt im gleichnamigen Kalkmarschgebiet an der Nordseeküste in einer Höhe von 1,1 bis 1,5 m über Meeresniveau (NN) und befindet sich etwa 4 km nordnordöstlich von Norden. Der Boden ist äußerst fruchtbar und enthält einen hohen Tonanteil (Kalk), der durch Überflutungen des Landes herangetragen wurde.

Geschichte

Mittelalter

Anders als in der Westermarsch mit der Insel Bant hatte Ostermarsch nie eine die Küstenlinie schützende, vorgelagerte Insel. Norderney als nächstgelegene Insel liegt zu weit entfernt, als dass sie das Land (einigermaßen) wirksam vor Sturmfluten hätte schützen können. Daher bauten die Menschen seit jeher ihre Gebäude auf künstlich angelegten Erhöhungen, sogenannten Warften. Alle Höfe in Ostermarsch liegen auf solchen Erhöhungen. Die meisten davon sind (künstliche) Warften, bei einigen handelt es sich um natürliche Sandinseln. Die jeweiligen Eigentümer der Warften gaben den darauf befindlichen Höfen ihren Namen. Der Standort der Warften und Höfe war keinesfalls willkürlich gelegt, sondern folgte gründlichen Überlegungen und folgten für gewöhnlich größeren Wasserzügen oder einem Weg. Einige der Warften wurden im Laufe der Jahre abgetragen, so etwa zwei in der Nähe des Schiffsschlootes.

Der erste Deich wurde um 1200 gebaut und verlief etwa einen Kilometer südlich und parallel zur heutigen Ostermarscher Landstraße und stellte eine Verbindung zwischen den alten Warften am Sieltog und denen beim Süderhaus dar. Die Ursprünge dieser Warften liegen wohl bereits vor der Zeit 1000 nach Christus.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde eine weitere Deichlinie gezogen, der sogenannte Olldiek (niederdeutsch für "Alter Deich"), an den heute noch der Altendeichsweg erinnert. Er befand sich zwischen der Landstraße und der heutigen Deichlinie. Auf dieser Deichlinie befinden sich drei Gulfhöfe.

Neuzeit

Zu Ostermarsch gehörten zunächst auch die heutigen Hagermarscher Ortsteil Junkersrott, Theener und Hagermarsch selbst. Eine Teilung fand im 16. Jahrhundert statt, als der Häuptling Unico Manninga, welcher damals bereits das Schloss Lütetsburg sein Eigen nannte, durch Landtausch und Kauf weiteres Land zu erwerben. Das Gebiet wurde in mehrere Ortsteile (Rotten) unterteilt. Das erste, zweite und dritte Rott umfasste nun Ostermarsch.

Im Jahre 1576 wurde ein etwa 10 Kilometer langer Deich gebaut, der von Hagermarsch bis nach Lintelermarsch reichte und die Lücke zwischen diesen Orten schloss. Ostermarsch hatte daran etwa 3 - 3,5 Kilometer zu erbauen und zu unterhalten. Durch die Eindeichung wurde ein etwa 1000 Hektar großer Polder geschaffen. Diese Deichlinie stellt noch die heutige dar. Natürlich wurde der Deich im Laufe der Jahrhundert immer wieder erhöht. An der Grenze zwischen dem Lintelermarscher und Ostermarscher Deich steht als Erinnerung an diesen Deichbau und gleichzeitig als Grenzmarkierung der Rote Pfahl.

Durch Registerauszüge der Jahre 1580 und 1611 wird ersichtlich, dass die Ländereien der Höfe in "Neuland" und "Altland" unterteilt war. Mit "Neuland" dürfte das Land gemeint sein, dass erst nach dem Bau des Deiches von 1576 gewonnen wurde und mit "Altland" das bereits vorher bestehende. So umfasste die Ostermarsch in 1611 insgesamt 724,25 Diemat Altland und 790 Diemat Neuland. Ein Diemat ist ein historisches, ostfriesisches Flächenmaß und beschreibt die Fläche, die ein guter Landarbeiter an einem Tag mit der Sense mähen konnte. Ein Diemat sind in etwa 5.700 Quadratmeter, womit die Gesamtfläche von Ostermarsch umgerechnet etwa 8,7 Quadratkilometer umfasste. Die Eindeichung war jedoch zu keinem Zeitpunkt ausschlaggebend für die Entstehung neuer Höfe und auch deren Zahl hat sich dadurch nicht verändert.

1679 wird der Mandepolder fertiggestellt und dadurch weiteres Land dem Meer abgewonnen. Der Bau wurde von Christine Charlotte von Württemberg, der damaligen (vormundschaftlichen) Regentin Ostfrieslands und einigen Interessanten vorangetrieben.

Bei der Weihnachtsflut im Jahr 1717 bricht auch der Deich vor Ostermarsch und richtet großes Unheil im Ort an.

Im Jahre 1812 geriet Ostfriesland und damit auch Ostermarsch unter französische Herrschaft (1810-1813) und gehörte zur Vogtei Hage im Amt Berum. Unter hannoverscher Herrschaft (1815-1866) wird die Ostermarsch zunächst bis 1851 ein Teil der Vogtei Nesse im Amt Berum, während sie ab 1852 ein Teil des Amtes Norden wird. Am 14. Oktober 1854 wird die Ortschaft Junkersrott von ihrem bisherigen Gemeindeverband mit der Gemeinde Ostermarsch getrennt. Die Gemeinde Junkersrott bildete jetzt eine eigene Gemeinde, welche ihre eigenen Vertreter zu wählen hatten. 1859 werden die beiden Ämter Berum und Norden unter der Bezeichnung "Amt Berum" vereinigt, Später wird das Amt Berum wieder in "Amt Norden" umbenannt. Ab 1885 gehört Ostermarsch zum Landkreis Norden und wird am 1. Juli 1972 Teil der Stadt Norden, welche ab 1977 dann zum Landkreis Aurich gehört.

Im Februar 1825 bricht der Deich erneut und schwere Sturmfluten zerstören viele der nicht auf Warften erbauten Gebäude.

1877 wurde die teilweise abgefahrene Warft Sieltog untersucht. An mittelalterlichen Einzelfunden kam eine Bernsteinperle zutage. In einer mittelalterlichen zerbrochenen Urne, die mit Steinen bedeckt war, fand man Wirbelknochen vom Stör. Ein weiterer Einzelfund bestand aus einer Bodenscherbe, gelbbraun, granit grusgemagert, Fuß leicht abgesetzt aus der Kaiserzeit.

Während des Ersten Weltkrieges waren mindestens fünf russisch-polnische Kriegsgefangene auf den Bauernhöfen in der Ostermarsch beschäftigt. In den Wirren der Nachkriegszeit bildete sich im September 1919 eine Einwohnerwehr, die aus 60 Männern bestand. Die Wehr versuchte vergeblich an Waffen zu kommen, ehe sie sich mit Gründung der Weimarer Republik letztlich auflöste.

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich bei Landwirt Siemens ein Kriegsgefangenenlager mit der Bezeichnung AK Nr. 1016. Ab Oktober 1940 wurden hier zunächst 20 französische Soldaten untergebracht, später waren nur noch serbische Kriegsgefangene dort interniert. Sie alle hatten auf den Höfen in der Umgebung zu arbeiten, um die für den Wehrdienst einberufenen deutschen Arbeiter zu ersetzen. Anfang 1941 waren 29 Serben im Lager untergebracht, im Juli waren es bereits 38. Im Dezember 1942 waren immer noch 36 Serben interniert. Zusätzlich zu den Häftlingen im Kriegsgefangenenlager waren mehr als 100 männliche und weibliche Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion und Polen auf den Höfen untergebracht. Auch sie mussten auf den Höfen Zwangsarbeit leisten.

Ende Februar 1942 wurden ein polnischer ziviler Zwangsarbeiter und eine Zwangsarbeiterin, die beide beim gleichen Bauern beschäftigt waren, wegen "Dienstpflichtverletzung" oder "Arbeitsvertragsbruchs" vorläufig festgenommen, wobei besonders letzterer Begriff als bloße Häme angesichts der Zwangsverpflichtung anzusehen ist. Im Juli 1942 war eine weitere bei einem anderen Landwirt beschäftigte Zwangsarbeiterin von gleichem Schicksal betroffen.

1946 wurden bei insgesamt 535 Einwohnern 154 Flüchtlinge und Vertriebene verzeichnet. 1950 gab es 147 Flüchtlinge und Vertriebene. Im Vergleich zur Einwohnerzahl lag der Anteil an Vertriebenen und Flüchtlingen mit fast einem Drittel sehr hoch.

Bei einer Sturmflut im Jahr 1962 wird der Vordeich am Mandepolder durchbrochen. Das überschwemmte Land konnte jedoch zurückgewonnen werden und wird bis heute landwirtschaftlich genutzt.

Eine Dorferneuerung war 1993 bis 1997 geplant, wurde jedoch erst zwischen 1997 bis 2003 durchgeführt. Hierbei entstand unter anderem der Otto-Leege-Platz.

Verwaltung

Im "Schattinghe Register Anno 1552" wird beschrieben, dass die Ostermarsch in fünf Landesviertel ("Verendel") und einem "Holländerviertel" aufgeteilt war. In früheren Jahren wird diese Einteilung in Viertel eine herausgehobene Bedeutung gehabt haben, die jedoch im Laufe der Zeit verloren ging. Vermutlich handelte es sich bei den Vierteln um die einzelnen Bauerschaften, also die großen Höfe nebst ihren dazugehörigen Gebäuden. Auch in den Jahren 1580 sowie 1601 und 1611 wird die mit Einzelhöfen besiedelte Ostermarsch noch in sechs Landesviertel unterteilt.

Verwaltungsmäßig gehörte die Ostermarsch als eigenständige Vogtei vom 1. bis 8. Rott zum Amt Berum und war somit eine von vier Vogteien, denen je ein Vogt vorstand, wobei die Hager und die Ostermarscher Vogtei zusammen einen Vogt darstellten. Die Vögte wurden vom Landesherren eingesetzt. Ihnen unterstanden mehrere Rottmeister, die als Vorsteher eines Gebietsteiles (Rott) dienten. Das Amt des Rottmeisters ging im Rott herum, die Amtszeit betrug ein Jahr. Im 19. Jahrhundert stand erstmalig einBürgermeister an oberster Spitze, nach der Gemeindereform 1972 dann nur noch ein Ortsvorsteher.

Bildung

Eine Schule ist für Ostermarsch spätestens ab 1696. Sie wurde im Laufe der Jahre immer wieder umgebaut und erweitert. Das Gebäude existiert noch heute und befindet sich an der Landstraße 29, unmittelbar am Otto-Leege-Platz. Der Namensgeber letzteren Platzes unterrichtete 1924 dort selbst.

Religion

Über 90 % der Ostermarscher Bevölkerung gehören der Evangelisch-lutherischen Kirche an. Gemeindlich gehörte sie spätestens seit dem 16. Jahrhundert zur Ludgerikirche Norden. Daneben wird am ersten Sonntag eines jeden Monats in der alten Schule ein Gottesdienst angeboten.

Gesundheit und Soziales

Wirtschaft und Verkehr

Der Haupterwerbszweig in der Ostermarsch ist seit jeher die Landwirtschaft, welche vor allem vom Kartoffelanbau ("Kleikartoffeln aus Ostermarsch"), der Milchviehhaltung und dem Viehhandel dominiert wird. Rindfleisch aus Ostermarsch genießt einen überregional herausragenden Ruf, da die Weiden des fruchtbaren Marschlandes qualitativ hochwertiges Schlachtvieh liefert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangt auch in Ostermarsch der Tourismus zu einer immer größer werdenden Bedeutung. Einige Höfe bieten "Ferien auf dem Bauernhof" für Touristen an und verdienen sich dadurch ein ansehnliches Zubrot. Die Anzahl der Höfe sinkt seit dem Mittelalter kontinuierlich. Kleinbauern gibt es schon lange keine mehr, doch auch die Zahl der größeren Hofe schwindet zusehends. 1912 gab es neben einer Reihe kleinerer Höfe 23 große Höfe in Ostermarsch. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe betrug 43 (1949), 55 (1960) und sank auf 41 (1971). Die Zahl der nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten sank vorerst von 19 (1950) auf 16 (1961) und blieb mit 16 (1970) konstant. Die Summe der Erwerbspersonen vor Ort verminderte sich kontuierlich von 271 (1950), über 186 (1961) auf 136 (1970). Dagegen erhöhte sich die Quote der Auspendler stetig von fast 9%, über 23 % (1961) auf 34 % (1970). Einpendler waren 1961 mit 24 % vertreten.

Seit den 1990er Jahren wurden verstärkt Windenergieanlagen errichtet, die das Landschaftsbild maßgeblich prägen und vielen Einwohnern aus ästhetischen Gründen zurecht ein Dorn im Auge sind.

Noch Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Getreide und Feldfrüchte auf Schiffen und Kähnen auf den weitverzweigten Wasserstraßen in der Ostermarsch nach Norden befördert. Die Anlieger sind bis heute verpflichtet, die Tiefe und Schloote zu reinigen, wenngleich dies heute ausschließlich zur Entwässerung und nicht mehr dem Transport dient.

Sehenswürdigkeiten

Quellenverzeichnis