Große Mühlenstraße

Aus Norder Stadtgeschichte
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Große Mühlenstraße

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr um oder vor 1555
Namensgebung vor 1719
Historische Namen Husarenstraße

Husarenstraat

Mühlenstraße

Die Große Mühlenstraße ist eine Gemeindestraße in Norden. Die Straße grenzt nördlich an die Schulstraße bzw. Bleicherslohne und verläuft weiter nach Südwesten bis Am Markt. Etwa mittig wird die Große Mühlenstraße von der Schulstraße bzw. der Kleinen Mühlenstraße gekreuzt. Östlich liegt zudem (im nördlichen Arm) die Rosenthallohne an.

Geschichte

Herkunft des Namens

Die (Große) Mühlenstraße hat ihren Namen von der am (nördlichen) Ende stehenden Ekeler Mühle erhalten, die erstmalig 1555 genannt wird.

Entwicklung

Die Kleine Mühlenstraße dürfte etwas jünger als die Große Mühlenstraße sein. Das Adjektiv Kleine weist hier nämlich nicht (nur) auf die kürzere Straßenlänge hin, sondern ist im Norder Kontext stets auch ein Hinweis auf einen späteren Zeitraum.[1] Die Unterscheidung zwischen Kleiner und Großen Mühlenstraße ergab sich jedoch erst im 19. Jahrhundert und noch darüber hinaus wurden beide Straßen umgangssprachlich als Mühlenstraße bezeichnet.[2]

Die Große Mühlenstraße diente seit jeher auch als Kirchweg von Ekel zur Ludgerikirche, was ebenfalls für ein höheres Alter spricht.[3] Doch auch die Kleine Mühlenstraße diente seit alters her als Verbindungsweg vom Norder Siel zur Ekeler Mühle.

Während der Pestepidemie von 1664 riegelte die Stadt die Mühlenstraße mit einer Mauer vom Rest der Stadt ab, da sie als besonderer Seuchenherd ausgemacht wurde.[4]

1719 bestand die Bewohnerschaft sowohl aus "wohlhabenden Kaufleuten" als auch aus "mittelmäßigen Bürgern" (mittelständisch; durchschnittlich) sowie "gemeinen Handwerkern" (= gewöhnlichen) und "Tagelöhnern". Die Bebauung ist um 1751 eine relativ dichte, aber weiter nach Ekel hin aufgelockert. Die Parzellen sind klein, besonders auf der südlichen Seite. Auf der nördlichen Seite bildet der Graben des Gasthauser Landes die Grenze zwischen dem ursprünglichen Norder Stadtgebiet und Ekel, welches ehemals Teil der Gemeinde Sandbauerschaft war.[3]

Umgangssprachlich wurde der Teil zwischen Marktplatz und der Kreuzung zur Schulstraße und Kleine Mühlenstraße (sprich: der westliche Arm) auch Husarenstraße (niederdeutsch: Husarenstraat) genannt. Der sich noch bis in das späte 20. Jahrhundert erhaltene Name geht darauf zurück, dass sich hier im Sommer 1796 preußische Husaren des Leib-Schwadrons vom Husarenregiments des Generalfeldmarschalls Blücher einquartiert hatten, nachdem mehrere von ihnen erkrankt wurden und die Behandlungskapazitäten im Armen- und Gasthaus nicht ausreichten.[2][5] Sie richteten im Hause des Harm J. Kuthsier ein Lazarett ein.[2]

Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf mindestens seit dieser Zeit nicht verändert hat.[6]

Gebäude und Plätze

In der Straße befinden sich vorwiegend Wohnhäuser. Dazu kommt die Gärtnerei Stellmacher sowie das ehemalige Restaurant Kupferpfanne, in dem später ein Dartclub seinen Vereinssitz hatte. Unübersehbar und höchstes Bauwerk der Stadt ist der von der Großen Mühlenstraße erreichbare Fernsehturm.

Zu den historisch bedeutsamsten Gebäuden zählen die Häuser an der Großen Mühlenstraße 12, Großen Mühlenstraße 15, Großen Mühlenstraße 17, Großen Mühlenstraße 19, Großen Mühlenstraße 20, Großen Mühlenstraße 25 und der Großen Mühlenstraße 67.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 22
  2. 2,0 2,1 2,2 Canzler, Gerhard (undatiert): "Husarenstraße" in Norden
  3. 3,0 3,1 Schreiber, Gretje (2001): Norder Häuser, Die Bewohner der Großen Mühlenstraße, in: Ostfriesischer Kurier 14. Juli 2001, S. 11
  4. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 69
  5. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 146
  6. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)

Siehe auch