Sägemühle Betriebsamkeit

Aus Norder Stadtgeschichte
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Sägemühle Betriebsamkeit

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Basisdaten
Entstehungszeit um 1850
Erbauer unbekannt
Bauweise Hölzerne Sägemühle
Erhaltungszustand 1884 abgebrochen
Genaue Lage zwischen Raiffeisenstraße

und Am Fridericussiel

Die Sägemühle Betriebsamkeit war eine auf dem heutigen Gelände der Teemanufaktur Onno Behrends errichtete Sägemühle. Sie wurde 1884 nach wenigen Jahren ihres Bestehens abgebrochen.

Geschichte

Der Betrieb der Sägemühle, die zuletzt von der bekannten Holzhandlung Frericks (ehemals Am Markt 9) betrieben wurde, kann bis in das Jahr 1714 zurückverfolgt werden. In einem Vertrag aus diesem Jahr wird der Aufbau einer solchen Mühle in der Nähe des Großen Norder Siels vereinbart. Auf einer von Jacob Menßen gezeichneten Stadtkarte aus dem Jahr 1726 ist schließlich zu erkennen, dass die Sägemühle auf dem sogenannten Eilandje errichtet wurde.[1] Eigentümer der Mühle war die Stadt Norden, der Pächter hatte ein jährliches Windgeld (eine Steuer auf den Betrieb einer Windmühle) in Höhe von 12 Reichstalern zu zahlen.[2]

Das Privileg zum Betreiben der Mühle wurde dem Pächter bereits am 4. Januar 1715 erteilt.[3] Andere Sägemühlen durften somit nicht in Norden errichtet werden. Zwar gab es nahegelegene eine Sägemühle in Tidofeld, doch gehörte der Ort seinerzeit noch zu Lütetsburg. Daher wurde auch das Gesuch der Norder Holzhändler, eine zweite Sägemühle errichten zu dürfen, sowohl im Jahre 1774 als auch im Jahre 1796 abgelehnt.[4] Erst ein 1847 eingereichtes Gesuch wird ein Jahr später genehmigt.[5][6] Die spätestens seit 1851 so bezeichnete Sägemühle Betriebsamkeit existierte jedoch nur bis 1884 und wurde im genannten Jahr abgebrochen.[7] 1887 wurde auf dem Gelände die Teemanufaktur Onno Behrends errichtet.

Der Windantrieb der Mühle wurde 1896 durch eine Dampfmaschine ersetzt, 1916 folgte ein Elektromotor.[8] Im Herbst 1963 musste die Sägemühle der Verbreiterung des Norder Tiefs weichen und abgebrochen werden. Sie war zuletzt im Besitz der Am Markt ansässigen Holzhandlung Frericks.[9] Bis etwa 2002 befand sich hier noch eine Tankstelle. Seit ihrem Abbruch liegt die Fläche brach.

Einzelnachweise

  1. StAA, Rep. 244, A, Nr. 470
  2. StAA, Rep. 4, B IV i, Nr. 269 e
  3. StAA, Dep. 60, Nr. 842
  4. StAA, Dep. 60, Nr. 838
  5. StAA, Rep. 15, Nr. 9788
  6. StAA, Rep. 37, Nr. 479
  7. Schreiber, Gretje (2013): Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 58852
  8. Stöver, Christof (2000): Menschen und Geschichten um den Norder Hafen. In: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier vom 3. Juni 2000, S. 18
  9. Schreiber, Gretje (2013): Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 58883

Siehe auch