Sielstraße: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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===vor [[Altstadtsanierung]]===
*siehe auch: [[Liste der Häuser an der Sielstraße|Liste der Häuser an der (historischen) Sielstraße]]
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Datei:Sielstraße Schlachterei Peter Styk undatierte Aufnahme 01.jpg|[[Schlachterei Styk]], undatierte Aufnahme.
Datei:Sielstraße Schlachterei Peter Styk undatierte Aufnahme 01.jpg|[[Schlachterei Styk]], undatierte Aufnahme.
Datei:Am Alten Siel Sielstraße Diedrich Meyer um 1910 01.jpg|Das [[Haus Meyer (Sielstraße)|Haus Meyer]] an der Sielstraße, Ecke [[Am Alten Siel]] um 1910.
Datei:Am Alten Siel Sielstraße Diedrich Meyer um 1910 01.jpg|Das [[Haus Meyer (Sielstraße)|Haus Meyer]] an der Sielstraße, Ecke [[Am Alten Siel]] um 1910.
Datei:Sielstraße Gasthof Hinrichs Bombenschaden Zweiter Weltkrieg 17 01 1941 01.jpg|Der von einer Fliegerbombe getroffene [[Gasthof Hinrichs]] am 17. Januar 1941.
Datei:Sielstraße Alte Sielschmiede 1960 01.jpg|Ehemals Mineralöle [[Jan Claassen]] (früher Hausnummer 31). Aufgenommen vermutlich um 1960.
Datei:Sielstraße 31 Jan Claassen Mineralöle.jpg|Ehemals Mineralöle [[Jan Claassen]] (früher Hausnummer 31). Aufgenommen vermutlich um 1960.
Datei:Sielstraße Heringstraße Gasthof Hinrichs 1930.JPG|[[Gasthof Hinrichs]] um 1930. Ehemals Hausnummer 53.
Datei:Sielstraße Gasthof Hinrichs Bombenschaden Zweiter Weltkrieg 17 01 1941 01.jpg|Der von einer [[Zweiter Weltkrieg|Fliegerbombe]] getroffene [[Gasthof Hinrichs]] am 17. Januar 1941.
Datei:Sielstraße 62 Kaufmannsladen Steinke um 1960 01.jpg|Kaufmannsladen Steinke um 1960, ehemals Hausnummer 62.
Datei:Sielstraße 62 Kaufmannsladen Steinke um 1960 02.jpg|Kaufmannsladen Steinke um 1960, ehemals Hausnummer 62.
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===nach [[Altstadtsanierung]]===
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Datei:Kinderspielkreis AWO in der Sielstraße 21 07 1977 (0268940) MZ.jpg|Ein altes, nicht mehr existentes Gebäude, zuletzt genutzt als Kinderspielkreis der [[AWO Norden]] - Aufnahme vom 21. Juli 1977.
Datei:Kinderspielkreis AWO in der Sielstraße 21 07 1977 (0268940) MZ.jpg|Ein altes, nicht mehr existentes Gebäude, zuletzt genutzt als Kinderspielkreis der [[AWO Norden]] - Aufnahme vom 21. Juli 1977.
Datei:Blick in Sielstraße mit Kehre wieder 21 07 1977 (0269181) MZ.jpg|Blick vom [[Norder Hafen]] in nördliche Richtung, links [[Kehre wieder]] - Aufnahme vom 21. Juli 1977.
Datei:Blick in Sielstraße mit Kehre wieder 21 07 1977 (0269181) MZ.jpg|Blick vom [[Norder Hafen]] in nördliche Richtung, links [[Kehre wieder]] - Aufnahme vom 21. Juli 1977.
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Datei:Sielstraße 19 - 06 02 2005.jpg|Sielstraße 19 - Gebäude nicht mehr vorhanden - Aufnahme vom 6. Februar 2005.
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Datei:Sielstraße 20 - 06 02 2005.jpg|Sielstraße 20 - Gebäude nicht mehr vorhanden - Aufnahme vom 6. Februar 2005.
Datei:Sielstraße 20 - 06 02 2005.jpg|Sielstraße 20 - Gebäude nicht mehr vorhanden - Aufnahme vom 6. Februar 2005.
Datei:Sielstraße 21 15 02 1987 01.jpg|Sielstraße 21 - Gebäude nicht mehr vorhanden - Aufnahme vom 15. Februar 1987.
Datei:Sielstraße 21 - 06 02 2005.jpg|Sielstraße 21 - Gebäude nicht mehr vorhanden - Aufnahme vom 6. Februar 2005.
Datei:Sielstraße 21 - 06 02 2005.jpg|Sielstraße 21 - Gebäude nicht mehr vorhanden - Aufnahme vom 6. Februar 2005.
Datei:Sielstraße 25 - 06 02 2005.jpg|Sielstraße 25 - Aufnahme vom 6. Februar 2005.
Datei:Sielstraße 25 - 06 02 2005.jpg|Sielstraße 25 - Aufnahme vom 6. Februar 2005.

Version vom 13. Februar 2024, 13:51 Uhr

Sielstraße

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr vor 1583
Namensgebung vor 1850
Historische Namen Sielweg

Syhlenstraten

Syhl-Straßer Weg

Syhlen Straßer Weg

Syhlenstraßer Fuhrweg

Weg nach dem Siel

Die Sielstraße ist eine Gemeindestraße in Norden. Die Straße grenzt nördlich an Am Markt und endet im Süden, kurz vor dem Norder Hafen als Sackgasse. Die Sielstraße kann seit der Altstadtsanierung ab 1968 nicht mehr vollständig durchfahren werden. Erst ab der Kleinen Neustraße, die die Sielstraße kreuzt, ist eine Weiterfahrt in Richtung Süden möglich. Ebenfalls gekreuzt wird die Sielstraße von Am Alten Siel. In ihren südlichen Ausläufern geht östlich die Peter-Janssen-Lohne und westlich die Gaswerkstraße ab. Weitere Nebenstraßen sind die Große Lohne und Steenbalgen.

Der nördliche Teil heißt seit jeher Sielstraße, der südliche Teil (ab Steenbalgen) hieß ursprünglich Sielweg. Kleine Teile am südlichen Ende der Sielstraße wurden mit dem Ausbau des Burggrabens abgebrochen, so etwa die ehemalige Hausnummer 31, die sich neben der ehemaligen Gaststätte Kehre wieder befand. Die Hausnummerierung wurde im Zuge der Altstadtsanierung vollständig geändert, eine vereinfachende Übersicht bzw. Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart liefert die Liste der Häuser an der Sielstraße.

Geschichte

Herkunft des Namens

Der Straßenname bezieht sich auf die ursprüngliche Lage am sogenannten Ersten Siel, das der Stadtentwässerung bis zum Bau des Zweiten Siels (am Norder Hafen) diente.

Entwicklung

Die südliche Verlängerung der Sielstraße hieß 1725 Syhlenstraten, um 1760 Syhl-Straßer Weg, 1772 Syhlenstraßer Fuhrweg oder Syhlen Straßer Weg und 1850 Weg nach dem Siel. 1897 erscheint sie als Sielweg, später dann als Sielstraße. Auch diese Straße wurde teilweise in die 1968 begonnene Altstadtsanierung mit einbezogen.[1][2] Der nördliche Arm der Sielstraße ist dabei wesentlich älter als der südliche (verlängerte) Teil. Erstgenannter bestand bereits vor 1583.[3]

Die Bewohnerschaft bestand seit jeher aus "mittelmäßigen (mittelständischen) Bürgern, gemeinen (einfachen) Handwerkern" und Tagelöhnern. Im verlängerten (südlichen) Sielweg, der 1850 noch als Weg nach dem Siel (später Sielweg) bezeichnet wurde, war an der Westseite ein Schlooth (Graben), der mit dem Zweiten Siel verbunden war und so entwässern konnte.[1][2] Die Gegend galt im Allgemeinen als verrufen, zur Nachtzeit wegen der hohen Kriminalität gar als lebensgefährlich. Auch soll es hier ein Bordell gegeben haben.[4] Bis heute hat sich am eher schlechten Ruf der Straße nur wenig geändert.

Beherrscht wurde die südliche Ostseite durch die sogenannte Alte Kalkwarf, die im 16. Jahrhundert eine Ziegelei war. Hier musste nach Fertigstellung des (neuen) Süderdeich im Jahr 1583 die Unterhaltung von vier Fuß (altes Längenmaß; ca. 30 cm) durch die Anwohner geleistet werden mussten. Mit dem Bau des (neuen) Süderdeichs lagen diese Häuser hinter dem schützenden Deich und mussten entsprechend dieser Deichlast auch für seine Instandhaltung sorgen.[1]

1726 standen auf der verlängerten Ostseite und Westseite der Sielstraße nur je zwei Häuser. Eine dichtere Bebauung erfolgte erst um 1850. Auf der Westseite nahm der Suider-Hoff eine wohl bedeutende Stellung ein. Das Grundstück war von einem Zingel (Wall) umgeben. Hier muss man sich vergegenwärtigen, dass Norden noch im 16. Jahrhundert in einer Meeresbucht lag. Auch auf dem Grünland des Suider-Hoff lagen Deichlasten.[1]

Nach einem Stadtplan von 1882 befanden sich hier zu dieser Zeit 75, überwiegend eingeschossige Häuser.[5][6] Neben reinen Wohnhäusern gab es hier einige Kleinhändler und mehrere, größere Gewerbebetriebe.[7] Spätestens seit 1926 wurde der Sielweg nicht mehr eigenständig, sondern zur Sielstraße gerechnet.[8]

In der Zeit um 1940 wohnten in der Sielstraße und der Kleinen Neustraße noch elf Juden, welche jedoch im genannten Jahr deportiert wurden.[9]

Seit der Altstadtsanierung wird die Sielstraße von Mehrparteienhäusern (Wohnblocks) dominiert.

Gebäude und Plätze

Die Straße besteht vom Marktplatz kommend bis zur Straße Am Alten Siel vorwiegend aus Mehrfamilienhäusern (Wohnblocks), ab dann - in Richtung Süden - existieren noch mehrere Bestandsbauten aus der Zeit vor der Altstadtsanierung.

In der Sielstraße befand sich einst der Vorgängerbau der 1885 an der Osterstraße errichteten Ludgeruskirche sowie von 1843 bis 1874 auch die Katholische Schule.[4]

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Schreiber, Gretje (1998): Norder Häuser, Die Bewohner der Sielstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier, 13./14. Juni 1998, S. 8
  2. 2,0 2,1 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 14
  3. Schreiber, Gretje (2011): Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript
  4. 4,0 4,1 Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 14f.
  5. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 233
  6. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 91
  7. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 91
  8. Adressbuch der Stadt Norden von 1926
  9. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 37

Siehe auch