Ziegelei (Westermarsch I): Unterschied zwischen den Versionen

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Der wesentlich bekanntere Vorläufer der [[Ziegelei (Westermarsch II)|Ziegelei in Westermarsch II]] war die '''Ziegelei in Westermarsch I'''. Das alte Ziegelwerk wurde schon am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie [[Manninga]] und Roelf Schmidt als "Tichelbude" am "Gaster Tief" genannt. 1770 wird eine "Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der Knollenbrücke" erwähnt. Diese wurde [[Folkmar Lantzius|Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius]], dem Gründer der [[Fehngesellschaft]] erbaut. Die Brennöfen der [[Liste der Ziegeleien|Ziegeleien der Umgebung]] wurden mit Torf aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn]] geheizt.


Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals "Götzentempel" genannt wurde. Um 1897 hatte Rolf Kaufmann die Ziegelei, die hier bis 1909 in Betrieb blieb, übernommen. Dann wurde der Betrieb in die [[Ziegeleistraße]] verlegt.


Das alte Ziegelwerk wurde schon am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie Manninga und Roelf Schmidt als "Tichelbude" am "Gaster Tief" genannt (1). Eine "Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der Knollenbrücke" (2), die 1770 erstmals erwähnt wird und von Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius erbaut wurde. Als Entgelt sollte er der Sielacht für die Durchfahrt seiner Schiffe "ein Gewisses" erlegen. Weitere Nachrichten gibt es aus den späteren Jahren. So lieferte die Ziegelei an Steinen und Pfannen: 275 000 Mauersteine, 58 000 Dachpfannen und 2 000 Floren (Fußbodenplatten). Der Torf zum Brennen wurde vom Norderfehn geliefert. Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals "Götzentempel" genannt wurde. Um 1897 hatte Rolf Kaufmann die Ziegelei, die hier bis 1909 in Betrieb blieb, übernommen. Dann wurde der Betrieb in die Ziegeleistraße verlegt (3).
Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein "Ziegeleiland" mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete.


==Quellenverzeichnis==
==Quellenverzeichnis==
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_I.pdf Beschreibung von Westermarsch I] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
* Imhoff, Mathilde (1988): Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2409/6 Addinggaster Polder, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.
* Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch I, Manuskript
* NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98
* StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A
* Uphoff, Rolf (1992): Das "Zuckerpolder-Projekt", in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage "Ostfriesischer Kurier" Nr. 12, S. 46ff.
* Uphoff, Rolf (1992): Das "Zuckerpolder-Projekt", in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage "Ostfriesischer Kurier" Nr. 12, S. 46ff.


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Zuckerraffinerie]]
*[[Ziegelei (Vierzig Diemat)]]
*[[Ziegelei (Vierzig Diemat)]]
*[[Ziegelei (Westermarsch II)]]
*[[Ziegelei (Westermarsch II)]]

Version vom 22. Januar 2021, 01:06 Uhr

Ziegelei

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Basisdaten
Kategorie Gebäude in Westermarsch I
Stadtteil/-viertel Westermarsch I
Genaue Lage Altendeichsweg, Ecke Hansweg

26506 Norden

Der wesentlich bekanntere Vorläufer der Ziegelei in Westermarsch II war die Ziegelei in Westermarsch I. Das alte Ziegelwerk wurde schon am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie Manninga und Roelf Schmidt als "Tichelbude" am "Gaster Tief" genannt. 1770 wird eine "Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der Knollenbrücke" erwähnt. Diese wurde Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius, dem Gründer der Fehngesellschaft erbaut. Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden mit Torf aus Norderfehn (heute Berumerfehn]] geheizt.

Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals "Götzentempel" genannt wurde. Um 1897 hatte Rolf Kaufmann die Ziegelei, die hier bis 1909 in Betrieb blieb, übernommen. Dann wurde der Betrieb in die Ziegeleistraße verlegt.

Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein "Ziegeleiland" mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete.

Quellenverzeichnis

  • Imhoff, Mathilde (1988): Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2409/6 Addinggaster Polder, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.
  • NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98
  • StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A
  • Uphoff, Rolf (1992): Das "Zuckerpolder-Projekt", in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage "Ostfriesischer Kurier" Nr. 12, S. 46ff.

Siehe auch