Cirksena
Cirksena | |
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| Basisdaten | |
| Ersterwähnung | 1367 |
| Einflussbereich | Norden (Altstadt) |
| Stammsitz | Norden (später Aurich) |
Die Cirksena waren das über Jahrhunderte das bedeutendste Häuptlingsgeschlecht in Ostfriesland. Sie stammen ursprünglich aus Greetsiel und verlegten ihren Hauptsitz zunächst nach Norden und später nach Aurich. 1744 starb das Geschlecht im Mannesstamm aus, sodass Ostfriesland an das Königreich Preußen fiel. Der Cirksenaweg in Leybuchtpolder wurde nach ihnen benannt, ebenso trug die Rudolf-Eucken-Straße in Norden einst den Namen "Cirksenastraße".
Geschichte
Das Geschlecht zählte sich bereits recht früh zu den ostfriesischen Adels- bzw. Häuptlingsgeschlechtern. 1367 erschien Martin Cirksena (genannt: Martin Zyertza) zusammen mit Evenard Idzinga (genannt: Evenardus Ytzengh) und Hylo Attena (genannt: Hylo Attana) als "advocati terre Nordensis" (lateinisch für "Fürsprecher des Norderlandes"). Noch im selben Jahr nannten sie sich "advocati et capitales terre Nordensis", womit sie wohl ihren Aufstieg zu Häuptlingen (capitales) beurkundeten.
Im 15. Jahrhundert erstarkten die Cirksena zum führenden Geschlecht in Ostfriesland. Am 28. Oktober 1427 besiegten die Truppen Focko Ukenas in der Schlacht auf den Wilden Äckern (bei Oldeborg, Gemeinde Südbrookmerland) ein Herr der dominierenden tom Brook. Die tom Brook versuchten, die Region unter ihre Herrschaft zu bringen, was den freiheitsliebenden Ostfriesen war. Sie fühlten sich von den tom Brook um die "Friesische Freiheit" gebracht. Ein Privileg, das den Friesen der Überlieferung nach vom legendären Frankenkönig Karl den Großen verliehen bekommen haben sollen. Focko versprach den Ostfriesen, allen voran den mächtigen Großbauern (aus denen die Häuptlingsgeschlechter erwuchsen), ihnen ihre Freiheit wiederzubringen. Doch kaum war die Schlacht mit ihrer Hilfe gewonnen, verriet Focko sie und herrschte nach Sitte der tom Brook fort.
So kam es, dass die Bauern sich den Cirksenas zuwanden, die sich als Gegner Fockos positionierten. Unter ihrer Führung gründete sich 1430 der sogenannte "Freiheitsbund der Sieben Ostfrieslande". Als deren Anführer besiegte Edzard Cirksena in der Schlacht von Bargebur die Streitkräfte von Focko Ukena. In der Schlacht fiel auch sein Sohn Udo Focken, während Focko selbst entkommen konnte. Udo Focken war durch seine Heirat mit Hima Idzinga die führende Größe in Norden. Hima wurde faktisch von Edzard enteignet und um ihre Burg gebracht. Sie lebte bis zum Ende ihrer Tage im Kloster Marienthal, wo sie 1439 starb. Dem absoluten Machtanspruch auf Norden stand nun nichts mehr entgegen.
Im Jahr 1439 wurde infolge der Auseinandersetzungen von den Hamburgern auch die Stadt Emden - zunächst auf Widerruf und seit 1453 endgültig - an die Cirksena übergeben. Bis in das Jahr 1595 verwaltete und beherrschte die Familie die Stadt. Edzards Sohn Ulrich Cirksena wurde 1464 von Kaiser Friedrich III. in den Reichsgrafenstand erhoben und mit Ostfriesland als Reichsgrafschaft Ostfriesland belehnt. Das kann als einer der Gründe angesehen werden, warum sich die Ostfriesen nicht auch gegen die Cirksenas wandten, wie sie sich auch schon gegen die tom Brook und Focko Ukena erwehrt hatten. Viel wichtiger war jedoch, dass der Kaiser den Ostfriesen alle die Rechte und Freiheiten, die sie seit Jahrhunderten besaßen und von Friedrichs III. Vorgängern stets bestätigt bekommen haben, auch weiterhin behalten durften. Eine starke Herrschaft konnten die Cirksena in Ostfriesland in jedem Fall nie wirklich etablieren. Immer wieder brachen Machtkämpfe mit den selbstbewussten ostfriesischen Ständen aus. Faktisch galt die Ostfriesische Landschaft spätestens seit Enno III. Cirksena als faktisches Souverän in Ostfriesland.
Der bedeutendste Herrscher aus dem Hause Cirksena war Edzard I. Cirksena, genannt "der Große" (1462–1528), unter dessen Führung die Reichsgrafschaft Ostfriesland ihre größte Ausdehnung erreichte. In seine Regierungszeit fiel auch der Beginn der Ausbreitung der Reformation in Ostfriesland. 1654 wurden die Cirksena durch den Kaiser in den Fürstenstand erhoben. Carl Edzard Cirksena, der letzte Herrscher aus dem Hause Cirksena, starb in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 1744 (angeblich an einem Glas Buttermilch, das er nach einer Jagd getrunken haben soll) ohne Nachkommen. Unmittelbar darauf nahm Friedrich der Große das Land in Besitz. Unter preußischer Herrschaft blühte die Region schließlich auf.
Wappen
Das Wappen der Manninga zeigte ursprünglich einen silbernen, rotbezungten und -bewehrten, Löwen in einem grün-schwarz gespaltenen Schild. Ihr Helmzeichen zeigte einen goldenen Pelikan mit Jungen im Nest und sieben (vier nach rechts und drei nach links) von Grün und Schwarz geteilten, spitzen, abfliegenden Fähnchen an goldenen Stangen. Die Helmdecke war schwarz und silber.
Das Wappen der Manninga findet sich - in stilisierter bzw. veränderter Form - noch heute unter anderem im Gemeindewappen von Lütetsburg, Pewsum und Hage.
Einzelnachweise