Hexenkolk

Aus Norder Stadtgeschichte
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Hexenkolk

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Ekel
Genaue Lage Uferstraße

Als Hexenkolk bezeichnet man einen Kolk zwischen dem Derk-de-Haan-Padd und der Uferstraße. Er ist aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Zweiten Marcellusflut im Jahre 1362 entstanden.

Geschichte

In unmittelbarer Nähe zum Galgenberg wurden hier zu Zeiten der Hexenverfolgung der Hexerei verdächtige Personen der sogenannten Wasserprobe unterzogen. Man band ihre Arme und Beine zusammen und legte sie ins Wasser. Gingen sie nicht innerhalb einer festgelegten Zeitspanne unter, waren sie der Hexerei überführt, da das Wasser sie verschmäht hatte. Es folgten weitere Folterungen und schließlich der Tod auf dem Scheiterhaufen. Gingen die Frauen unter, sprach man sie vom Vorwurf der Hexerei frei, was ihnen in Angesicht des Todes aber auch nichts mehr brachte. So oder so hatten die Angeklagten kaum eine Chance zu überleben. Man ging davon aus, dass sie von Gott errettet werden, sollten sie schuldig sein. Daher sprach man bei der Wasserprobe auch von einem Gottesurteil. Die Interpretation, ob eine Hexe die Prozedur dank Gott überlebte oder das Wasser sie wegen ihres Bundes mit dem Teufel verschmäht hatte, oblag wohl den abergläubischen Zuschauern oder den Richtenden.

Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von Graf Edzard angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings keine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit.

Sonstiges

Fälschlicherweise wird auf Karten auch manchmal der hinter dem Johann-Christian-Reil-Haus befindliche See als Hexenkolk bezeichnet. Dieser ist jedoch künstlich im Zuge der Parkgestaltung dort angelegt worden. Der echte Hexenkolk befindet sich an besagter Stelle.

Galerie

Erläuterungen zu Bild 1 bis 4:

Auf den Bildern erkennbar ist der Hexenkolk, von der Juister Straße und der Uferstraße aus am 17. Januar 2021 fotografiert. Gut erkennbar ist seine naturbelassene Beschaffenheit, die die düstere Vergangenheit dieses Ortes zum Ausdruck bringt.

Quellenverzeichnis

  • Imhoff, Mathilde (1985): Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5) 2409/2 Norden-Ost, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 28. Juni 1985, Nr. 23
  • Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0413031.jpg)

Siehe auch