Kleine Mühlenstraße: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Die Kleine Mühlenstraße ist etwas jünger als die [[Große Mühlenstraße]]. Das Adjektiv ''Kleine'' weist oftmals nicht (nur) auf die kürzere Straßenlänge hin, sondern ist im Norder Kontext stets auch ein Hinweis auf einen späteren Entstehungszeitraum.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 22</ref>
Die [[Kleine Mühlenstraße]] dürfte etwas jünger als die Große Mühlenstraße sein. Das Adjektiv Kleine weist hier nämlich nicht (nur) auf die kürzere Straßenlänge hin, sondern ist im Norder Kontext stets auch ein Hinweis auf einen späteren Zeitraum.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 22</ref> Die Unterscheidung zwischen Kleiner und Großen Mühlenstraße ergab sich jedoch erst im 19. Jahrhundert und noch darüber hinaus wurden beide Straßen umgangssprachlich als ''Mühlenstraße'' bezeichnet.<ref>Canzler, Gerhard (undatiert): "Husarenstraße" in Norden</ref>


Die Bebauung der nördlichen Hälfte bestand im Jahre 1751 aus vier Häusern mit relativ kleinen Parzellen, die wohl einst Bestandteil der Langparzellen waren, die vom Markt ausgingen. Die Bebauung dieser Straßenseite dürfte sich erst nach 1500 vollzogen haben. Die Besiedlung auf der Südseite ist dichter, die Parzellen auch größer. Die Bewohnerschaft dieser Straße bestand 1719 aus Tagelöhnern und ''"mittelmäßigen Bürger"''. ''Mittelmäßig'' bedeutet in diesem Sinne ''mittelständisch'' bzw. ''durchschnittlich''.<ref>Schreiber, Gretje (2002): Norder Häuser, Die Bewohner der Kleinen Mühlenstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 13. Juli 2002, S. 23</ref>
Die Bebauung der nördlichen Hälfte bestand im Jahre 1751 aus vier Häusern mit relativ kleinen Parzellen, die wohl einst Bestandteil der Langparzellen waren, die vom Markt ausgingen. Die Bebauung dieser Straßenseite dürfte sich erst nach 1500 vollzogen haben. Die Besiedlung auf der Südseite ist dichter, die Parzellen auch größer. Die Bewohnerschaft dieser Straße bestand 1719 aus Tagelöhnern und ''"mittelmäßigen Bürger"''. ''Mittelmäßig'' bedeutet in diesem Sinne ''mittelständisch'' bzw. ''durchschnittlich''.<ref>Schreiber, Gretje (2002): Norder Häuser, Die Bewohner der Kleinen Mühlenstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 13. Juli 2002, S. 23</ref>


Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf mindestens seit dieser Zeit nicht verändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Allerdings wurde die Straße 1963 stellenweise verbreitert und sollte gut zehn Meter betragen. Für die Verbreiterung wurden mehrere historische Gebäude abgebrochen. Zeitgleich entsteht der bis heute erhaltenen Parkplatz hinter dem [[Haus Adelmann]]. Eine Einbahnstraße war (und ist) die Kleine Mühlenstraße indes bereits seit 1950.<ref>Zeitzeugenbefragung vom 26. Oktober 2021</ref>
Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf mindestens seit dieser Zeit nicht verändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Eine Ausnahme bildet das kleine Verbindungsstück zur [[Schulstraße]], welches erst 1937 entstanden ist. Bis dahin war dieser Bereich bebaut.
 
1963 wurde die Straße stellenweise verbreitert und sollte ursprünglich gut zehn Meter betragen. Für die Verbreiterung wurden mehrere historische Gebäude abgebrochen. Zeitgleich entstand der bis heute erhaltenen Parkplatz hinter dem [[Haus Adelmann]]. Eine Einbahnstraße war (und ist) die Kleine Mühlenstraße indes bereits seit 1950.<ref>Zeitzeugenbefragung vom 26. Oktober 2021</ref> Ihre ursprüngliche Planbreite hat sie nie erreicht.


==Gebäude und Plätze==
==Gebäude und Plätze==

Version vom 22. November 2024, 08:07 Uhr

Kleine Mühlenstraße

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr nach 1555
Namensgebung vor 1751
Historische Namen unbekannt

Die Kleine Mühlenstraße ist eine Gemeindestraße in Norden. Die Straße grenzt nördlich an die Große Mühlenstraße bzw. Schulstraße und südlich an die Osterstraße. Östlich grenzt die Rosenthallohne an, westlich die Jerusalemlohne.

Geschichte

Herkunft des Namens

Die Kleine Mühlenstraße hat ihren Namen von der am (nördlichen) Ende der Große Mühlenstraßen stehenden Ekeler Mühle erhalten, die erstmalig 1555 genannt wird.

Entwicklung

Die Kleine Mühlenstraße dürfte etwas jünger als die Große Mühlenstraße sein. Das Adjektiv Kleine weist hier nämlich nicht (nur) auf die kürzere Straßenlänge hin, sondern ist im Norder Kontext stets auch ein Hinweis auf einen späteren Zeitraum.[1] Die Unterscheidung zwischen Kleiner und Großen Mühlenstraße ergab sich jedoch erst im 19. Jahrhundert und noch darüber hinaus wurden beide Straßen umgangssprachlich als Mühlenstraße bezeichnet.[2]

Die Bebauung der nördlichen Hälfte bestand im Jahre 1751 aus vier Häusern mit relativ kleinen Parzellen, die wohl einst Bestandteil der Langparzellen waren, die vom Markt ausgingen. Die Bebauung dieser Straßenseite dürfte sich erst nach 1500 vollzogen haben. Die Besiedlung auf der Südseite ist dichter, die Parzellen auch größer. Die Bewohnerschaft dieser Straße bestand 1719 aus Tagelöhnern und "mittelmäßigen Bürger". Mittelmäßig bedeutet in diesem Sinne mittelständisch bzw. durchschnittlich.[3]

Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf mindestens seit dieser Zeit nicht verändert hat.[4] Eine Ausnahme bildet das kleine Verbindungsstück zur Schulstraße, welches erst 1937 entstanden ist. Bis dahin war dieser Bereich bebaut.

1963 wurde die Straße stellenweise verbreitert und sollte ursprünglich gut zehn Meter betragen. Für die Verbreiterung wurden mehrere historische Gebäude abgebrochen. Zeitgleich entstand der bis heute erhaltenen Parkplatz hinter dem Haus Adelmann. Eine Einbahnstraße war (und ist) die Kleine Mühlenstraße indes bereits seit 1950.[5] Ihre ursprüngliche Planbreite hat sie nie erreicht.

Gebäude und Plätze

In der Straße befinden sich vorwiegend Wohnhäuser. Dazu kommt die Gärtnerei Stellmacher sowie das ehemalige Restaurant Kupferpfanne, in dem heute ein Dart Club seinen Vereinssitz hat.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 22
  2. Canzler, Gerhard (undatiert): "Husarenstraße" in Norden
  3. Schreiber, Gretje (2002): Norder Häuser, Die Bewohner der Kleinen Mühlenstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 13. Juli 2002, S. 23
  4. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  5. Zeitzeugenbefragung vom 26. Oktober 2021

Siehe auch