TC Blau-Gelb: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Der '''Norder Tennis-Club Blau-Gelb e.V.''' ist ein Tennisverein mit Sitz in der [[Linteler Straße]] 37 in [[Ostlintel]], gegenüber des [[Grundschule Lintel|Schulzentrums Lintel]]. Er ist neben dem [[TC Wildbahn]] einer von zwei Norder Tennisverein, die noch in Norden aktiv sind und der ältere von beiden. Der Verein verfügt über fünf Aschenplätze im Freien, die alle als Wettspielplatz für den Spielbetrieb in Frage kommen.<ref>[http://www.blau-gelb-norden.de/ Internetseite des Vereins], abgerufen am 12. März 2021</ref>
Der '''Tennis-Club Blau-Gelb e.V.''' (kurz: ''TC Blau-Gelb'') ist ein Tennisverein mit Sitz in der [[Linteler Straße]] 37 in [[Ostlintel]], gegenüber des [[Grundschule Lintel|Schulzentrums Lintel]]. Er ist neben dem [[TC Wildbahn]] einer von zwei Norder Tennisverein, die noch in Norden aktiv sind und der ältere von beiden. Der Verein verfügt über fünf Aschenplätze im Freien, die alle als Wettspielplatz für den Spielbetrieb in Frage kommen.<ref>[http://www.blau-gelb-norden.de/ Internetseite des Vereins], abgerufen am 12. März 2021</ref> Seine Anfänge reichen bis in das Jahr 1908 zurück.


Einen ersten Tennisverein soll es bereits ab 1908 im Bereich [[Am Zingel]] gegeben haben.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 11</ref>
== Geschichte ==
Die Anfänge des Tennissports in Norden sind bereits im frühen 20. Jahrhundert zu suchen. Bereits 1908 hat es [[Am Zingel]] einen Tennisplatz gegeben, der sich nördlich (links) der Zuwegung zum damaligen [[Armenhaus]] (heute ''[[Wohnanlage Marienthal]]'' der [[AWO Norden|Arbeiterwohlfahrt]]) befunden hat.<ref name=":0">Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 8</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 11</ref> Zu den ersten Tennisspielern und damit den Pionieren dieses Sports in der [[Stadt Norden]] gehörten [[Mathilde Ites]] aus [[Westermarsch I]] und der Berumer Karl Schelten.<ref name=":0" />
 
Durch den Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] 1914 kam es zum Erliegen des offenbar bereits vereinsmäßig betriebenen Sports. Das Gelände wurde für den Anbau von Gemüse benötigt, um die Nahrungsmittelversorgung des Armenhauses während des Kriegs aufrechterhalten zu können. Erst 1924, als die großen Versorgungsengpässe weitestgehend überwunden waren, kam es zur Neugründung des namentlich nicht bekannten Tennisvereins. Allerdings wurde nun nicht mehr auf das Gelände des Armenhauses zurückgegriffen, sondern gemeinsam mit Mitgliedern des bis dahin im [[Ekeler Vorwerk]] ansässigen [[Schützenbund Norden|Schützenvereins]] ein Grundstück neben der dortigen Scheune im Winkel der [[Baumstraße]] und [[Schulstraße]] hergerichtet. Einer der neuen Mitglieder war [[Karl Siemsen]], dem die [[Kalkmühle]] in [[Süderneuland II]] gehörte. So ist es nicht verwunderlich, dass der Platz mit Muschelkalk befestigt wurde.<ref name=":0" />
 
Der Tennisplatz war zur Schulstraße von einer hohen Mauer und zur Baumstraße von einem schwarzen Bretterzaun umgeben, damit die Bälle nicht stetig vom Gelände flogen und um unerwünschte Blicke fernzuhalten. Nichtsdestotrotz lugten zahlreiche Schauliste über den Sichtschutz, um ihre Neugierde über den Sport der betuchten Herrschaften zu befriedigen. Auch die Jungen der Umgebung lauerten stetig darauf, dass sie gegen ein kleines Entgelt Bälle aufsammeln konnten. Mit Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] war es auch diesmal wieder vorbei mit dem sportlichen Treiben. Die nationalsozialistische Bautruppe Organisation Todt beschlagnahmte das Grundstück, um hier Material für den Bau von [[Liste der Bunker|Bunkern]] und [[Liste der Flakstellungen|Flakstellungen]] einzulagern.<ref name=":0" />
 
Nach Kriegsende dauerte es gut sechs Jahre, bis an einen Neuanfang zu denken war. Am 6. Juni 1951 versammelten sich 80 Interessierte zu einer Gründungsversammlung und die Stadtverwaltung stellte in Aussicht, eine freie Fläche an der [[Linteler Straße]] zur Verfügung zu stellen. Aus nicht bekannten Gründen versandete das Vorhaben und auch das Ansinnen eines auswärtigen Tennislehrers namens Pieper, der schon mehrere Tennisvereine in Ostfriesland betreute, eine Tennisanlage mit vier Plätzen und einem Restaurant zu bauen, wurde aus unerfindlichen Gründen nicht umgesetzt. Die ''Spielwilligen'' nahmen somit mit eigenen Mitteln das von der Stadt vorgesehene Grundstück an der Linteler Straße in Pacht und errichteten dort zwei Tennisplätze in Eigenleistung.<ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 9</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Version vom 28. Dezember 2021, 11:32 Uhr

Tennisclub Blau-Gelb

Basisdaten
Gründung 14. März 1955
Auflösung -
Rechtsform eingetragener Verein (e.V.)
Hauptsitz Linteler Straße 37

26506 Norden

Der Tennis-Club Blau-Gelb e.V. (kurz: TC Blau-Gelb) ist ein Tennisverein mit Sitz in der Linteler Straße 37 in Ostlintel, gegenüber des Schulzentrums Lintel. Er ist neben dem TC Wildbahn einer von zwei Norder Tennisverein, die noch in Norden aktiv sind und der ältere von beiden. Der Verein verfügt über fünf Aschenplätze im Freien, die alle als Wettspielplatz für den Spielbetrieb in Frage kommen.[1] Seine Anfänge reichen bis in das Jahr 1908 zurück.

Geschichte

Die Anfänge des Tennissports in Norden sind bereits im frühen 20. Jahrhundert zu suchen. Bereits 1908 hat es Am Zingel einen Tennisplatz gegeben, der sich nördlich (links) der Zuwegung zum damaligen Armenhaus (heute Wohnanlage Marienthal der Arbeiterwohlfahrt) befunden hat.[2][3] Zu den ersten Tennisspielern und damit den Pionieren dieses Sports in der Stadt Norden gehörten Mathilde Ites aus Westermarsch I und der Berumer Karl Schelten.[2]

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 kam es zum Erliegen des offenbar bereits vereinsmäßig betriebenen Sports. Das Gelände wurde für den Anbau von Gemüse benötigt, um die Nahrungsmittelversorgung des Armenhauses während des Kriegs aufrechterhalten zu können. Erst 1924, als die großen Versorgungsengpässe weitestgehend überwunden waren, kam es zur Neugründung des namentlich nicht bekannten Tennisvereins. Allerdings wurde nun nicht mehr auf das Gelände des Armenhauses zurückgegriffen, sondern gemeinsam mit Mitgliedern des bis dahin im Ekeler Vorwerk ansässigen Schützenvereins ein Grundstück neben der dortigen Scheune im Winkel der Baumstraße und Schulstraße hergerichtet. Einer der neuen Mitglieder war Karl Siemsen, dem die Kalkmühle in Süderneuland II gehörte. So ist es nicht verwunderlich, dass der Platz mit Muschelkalk befestigt wurde.[2]

Der Tennisplatz war zur Schulstraße von einer hohen Mauer und zur Baumstraße von einem schwarzen Bretterzaun umgeben, damit die Bälle nicht stetig vom Gelände flogen und um unerwünschte Blicke fernzuhalten. Nichtsdestotrotz lugten zahlreiche Schauliste über den Sichtschutz, um ihre Neugierde über den Sport der betuchten Herrschaften zu befriedigen. Auch die Jungen der Umgebung lauerten stetig darauf, dass sie gegen ein kleines Entgelt Bälle aufsammeln konnten. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war es auch diesmal wieder vorbei mit dem sportlichen Treiben. Die nationalsozialistische Bautruppe Organisation Todt beschlagnahmte das Grundstück, um hier Material für den Bau von Bunkern und Flakstellungen einzulagern.[2]

Nach Kriegsende dauerte es gut sechs Jahre, bis an einen Neuanfang zu denken war. Am 6. Juni 1951 versammelten sich 80 Interessierte zu einer Gründungsversammlung und die Stadtverwaltung stellte in Aussicht, eine freie Fläche an der Linteler Straße zur Verfügung zu stellen. Aus nicht bekannten Gründen versandete das Vorhaben und auch das Ansinnen eines auswärtigen Tennislehrers namens Pieper, der schon mehrere Tennisvereine in Ostfriesland betreute, eine Tennisanlage mit vier Plätzen und einem Restaurant zu bauen, wurde aus unerfindlichen Gründen nicht umgesetzt. Die Spielwilligen nahmen somit mit eigenen Mitteln das von der Stadt vorgesehene Grundstück an der Linteler Straße in Pacht und errichteten dort zwei Tennisplätze in Eigenleistung.[4]

Einzelnachweise

  1. Internetseite des Vereins, abgerufen am 12. März 2021
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 8
  3. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 11
  4. Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 9

Siehe auch