Norddeicher Straße: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Norddeicher Chaussee
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Die '''Norddeicher Straße''' ist eine [[Landesstraße ]] (L27) in Norden und liegt in [[Norden (Stadtteil) |Norden]] und [[Norddeich]]. Sie grenzt im Nordwesten an die [[Badestraße]] und die [[Tunnelstraße]] und führt bis ins Norder Stadtzentrum, wo sie [[Am Markt]] endet. Nach der [[Bundesstraße]] ist sie die mit Abstand längste Straße der Stadt.
Die '''Norddeicher Straße''' ist eine [[Landesstraße ]](L 27) in [[Norden (Stadtteil) |Norden]] und [[Norddeich]]. Sie grenzt im Nordwesten an die [[Badestraße]] und die [[Tunnelstraße]] und führt bis ins Norder Stadtzentrum, wo sie [[Am Markt]] endet. Nach der [[Bundesstraße]] ist sie die mit Abstand längste Straße der Stadt.
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== Geschichte ==
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Die Norddeicher Straße beginnt [[Am Markt]] und endet an der Zufahrt zum [[Norddeicher Hafen]]. 1882 wurde sie ab dem [[Brummelkamp]] auch ''Norddeicher Chaussee'' genannt. Der andere, südliche Teil der Norddeicher Straße hieß 1882 ''Norder Straße'' oder auch ''Breite Lohne''. Heute ist sie die Hauptstraße von Norden nach Norddeich.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref> Der frühere Name ''Norder Straße'' kann als Pendant zu der nach Osten führenden [[Osterstraße]] und der nach Westen führenden [[Westerstraße]] verstanden werden. Im Norddeicher Teil hieß die Straße zu preußischen Zeiten ''Hohenzollernstraße'', benannt nach dem Geschlecht der Hohenzollern, aus denen auch die letzten deutschen Kaiser hervorgingen.
Die Norddeicher Straße beginnt [[Am Markt]] und endet an der Zufahrt zum [[Norddeicher Hafen]]. 1882 wurde sie ab dem [[Brummelkamp]] auch ''Norddeicher Chaussee'' genannt. Der andere, südliche Teil der Norddeicher Straße hieß 1882 ''Norder Straße'' oder auch ''Breite Lohne''. Heute ist sie die Hauptstraße von Norden nach Norddeich.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref> Der frühere Name ''Norder Straße'' kann als Pendant zu der nach Osten führenden [[Osterstraße]] und der nach Westen führenden [[Westerstraße]] verstanden werden. Im Norddeicher Teil hieß die Straße zu preußischen Zeiten ''Hohenzollernstraße'', benannt nach dem Geschlecht der Hohenzollern, aus denen auch die letzten deutschen Kaiser hervorgingen.


Wie auch an der [[Bahnhofstraße]] und der [[Linteler Straße]] errichteten mehrere wohlhabende Großbauern, vorwiegend aus der [[Westermarsch]], um die Jahrhundertwende (um 1900) ihre Alterssitze als prachtvolle Stadtvillen, zumeist im Jugendstil.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 277</ref> Anhand der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf spätestens seitdem nicht geändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>
Wie auch an der [[Bahnhofstraße]] und der [[Linteler Straße]] errichteten mehrere wohlhabende Großbauern, vorwiegend aus der [[Westermarsch]], um die Jahrhundertwende (um 1900) ihre Alterssitze als prachtvolle Stadtvillen, zumeist im Jugendstil.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 277</ref> Anhand der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf spätestens seitdem nicht geändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> In den Folgejahren entwickelte sie sich immer mehr zu einer Hauptstraße, durch die zahlreiche Erholungssuchende mit ihren Kutschen (und später Kraftfahrzeugen) nach [[Norddeich]] fuhren. Schon im Sommer 1929 berichtete der [[Ostfriesischer Kurier]] über einen regen Kraftfahrzeugverkehr auf der Norddeicher Straße.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24</ref> Bis zum Bau der [[Umgehungsstraße]] vergingen dennoch gut 80 Jahre nach diesem Zeitungsbericht.
 
Schon im Sommer 1929 berichtete der [[Ostfriesischer Kurier]] über einen regen Kraftfahrzeugverkehr auf der Norddeicher Straße.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24</ref> In den Folgejahren wird die innerstädtische Verkehrsbelastung immer größer, bis zum Bau der [[Umgehungsstraße]] vergehen dennoch gut 80 Jahre nach diesem Zeitungsbericht.


1971 wurde die Straße erheblich verbreitert. Den Baumaßnahmen mussten neben ganzen Gebäuden, wie etwa das Haus [[Am Markt 53]], auch die Einfriedungsmauer mit Zaunelementen vor dem Hauptgebäude des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] weichen.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 17</ref> Auch die Alleeartige Bepflanzung und die zahlreichen und prachtvollen Vorgärten der Stadtvillen mussten dem Ausbau der Straße weichen.
1971 wurde die Straße erheblich verbreitert. Den Baumaßnahmen mussten neben ganzen Gebäuden, wie etwa das Haus [[Am Markt 53]], auch die Einfriedungsmauer mit Zaunelementen vor dem Hauptgebäude des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] weichen.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 17</ref> Auch die Alleeartige Bepflanzung und die zahlreichen und prachtvollen Vorgärten der Stadtvillen mussten dem Ausbau der Straße weichen.

Version vom 23. September 2021, 10:24 Uhr

Norddeicher Straße

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden und Norddeich
Erschließungsjahr unbekannt
Namensgebung nach 1882
Historische Namen Breite Lohne

Hohenzollernstraße

Norder Straße

Norddeicher Chaussee

Die Norddeicher Straße ist eine Landesstraße (L 27) in Norden und Norddeich. Sie grenzt im Nordwesten an die Badestraße und die Tunnelstraße und führt bis ins Norder Stadtzentrum, wo sie Am Markt endet. Nach der Bundesstraße ist sie die mit Abstand längste Straße der Stadt.

Geschichte

Herkunft des Namens

Die Straße führt von Norden nach Norddeich, woraus sich ihr Name erklärt.

Entwicklung

Die Norddeicher Straße beginnt Am Markt und endet an der Zufahrt zum Norddeicher Hafen. 1882 wurde sie ab dem Brummelkamp auch Norddeicher Chaussee genannt. Der andere, südliche Teil der Norddeicher Straße hieß 1882 Norder Straße oder auch Breite Lohne. Heute ist sie die Hauptstraße von Norden nach Norddeich.[1] Der frühere Name Norder Straße kann als Pendant zu der nach Osten führenden Osterstraße und der nach Westen führenden Westerstraße verstanden werden. Im Norddeicher Teil hieß die Straße zu preußischen Zeiten Hohenzollernstraße, benannt nach dem Geschlecht der Hohenzollern, aus denen auch die letzten deutschen Kaiser hervorgingen.

Wie auch an der Bahnhofstraße und der Linteler Straße errichteten mehrere wohlhabende Großbauern, vorwiegend aus der Westermarsch, um die Jahrhundertwende (um 1900) ihre Alterssitze als prachtvolle Stadtvillen, zumeist im Jugendstil.[2] Anhand der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf spätestens seitdem nicht geändert hat.[3] In den Folgejahren entwickelte sie sich immer mehr zu einer Hauptstraße, durch die zahlreiche Erholungssuchende mit ihren Kutschen (und später Kraftfahrzeugen) nach Norddeich fuhren. Schon im Sommer 1929 berichtete der Ostfriesischer Kurier über einen regen Kraftfahrzeugverkehr auf der Norddeicher Straße.[4] Bis zum Bau der Umgehungsstraße vergingen dennoch gut 80 Jahre nach diesem Zeitungsbericht.

1971 wurde die Straße erheblich verbreitert. Den Baumaßnahmen mussten neben ganzen Gebäuden, wie etwa das Haus Am Markt 53, auch die Einfriedungsmauer mit Zaunelementen vor dem Hauptgebäude des Ulrichsgymnasiums weichen.[5] Auch die Alleeartige Bepflanzung und die zahlreichen und prachtvollen Vorgärten der Stadtvillen mussten dem Ausbau der Straße weichen.

Gebäude und Plätze

Der Großteil der Gebäude sind Wohnhäuser, jedoch finden sich auch mehrere Geschäfte, Tankstellen und Restaurants entlang der Straße. Zu letzteren gesellen sich insbesondere in Norddeich eine Vielzahl an Hotels und sonstigen Unterkünften für den Fremdenverkehr.

In früheren Zeiten befanden sich zwischen Gartenstraße und Norddeicher Straße die Fischteiche des Dominikanerklosters.

Einzelnachweise

  1. Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft
  2. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 277
  3. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  4. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24
  5. Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 17

Siehe auch