Laukeriege: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Seite wurde neu angelegt: „{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;" ! colspan="2" | ==Laukeriege== |- ! colspan="2" |{{#multimaps: | Title = Laukeriege | Text = Gemei…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(21 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
==Laukeriege==
==Laukeriege==
|-
|-
! colspan="2" |{{#multimaps:
! colspan="2" |{{#display_map:
| Title = Laukeriege
| Title = Laukeriege
| Text = Gemeindestraße in Norden
| Text = Gemeindestraße in Norden
Zeile 16: Zeile 16:
|-
|-
|Stadtteil/-viertel
|Stadtteil/-viertel
|Norden
|[[Norden (Stadtteil) |Norden]]
|-
|-
|Erschließungsjahr
|Erschließungsjahr
Zeile 25: Zeile 25:
|-
|-
|Historische Namen
|Historische Namen
|unbekannt
|Lauken-Riege
|}
|}
Die Laukeriege ist eine [[Gemeindestraße]] in Norden und liegt im Stadtviertel [[Norden (Stadtteil) | Norden]]. Die Straße grenzt nordwestlich an die [[Friesenstraße]] und den [[Mühlenweg]] und südöstlich an die [[Westerstraße]]. Etwa mittig geht südwestlich die [[Laukeriege]] ab.
Die '''Laukeriege''' ist eine [[Gemeindestraße]] in [[Norden (Stadtteil) |Norden]]. Die Straße grenzt im Nordosten an die [[Lentzlohne]] und im Südwesten an die [[Mühlenlohne]].
__TOC__
__TOC__
== Geschichte ==
==Geschichte==
===Herkunft des Namens===
Der Straßenname setzt sich aus dem altniederdeutschen Wort ''lauken'', was so viel wie ''nach etwas sehen'' bedeutet. Als ''Riege'' bezeichnete man in Norden Straßenzüge, an denen sich die Häuser aneinanderreihten und die zunächst nur auf einer Straßenseite besiedelt waren. Hier wohnten einst die Bediensteten des [[Amt Norden |Norder Amtes]], die letztlich bildlich gesehen die Aufsicht haben und damit sinnbildlich ''nach etwas sehen''.<ref>Übersicht über sach- und personenbezogene Straßennamen der Stadt Norden</ref> Das Pendant der Laukeriege kann in der [[Mackeriege]] gesehen werden, die die Straße der ''Macher'', also der Arbeiter und Handwerker war.


=== Herkunft des Namens ===
===Entwicklung===
Der Straßenname setzt sich aus dem Rufnamen "Lauke" mit "Riege" zusammen. Über diesen Lauke ist jedoch nichts weiter bekannt. Als Riege bezeichnete man Straßenzüge, an denen sich die Häuser aneinanderreihten.
Historisch war die Laukeriege eine Ortschaft bzw. eine Wohnstelle der Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]]. Ihre Bewohner waren bis ins 19. Jahrhundert hinein dem [[Dominikanerkloster]] und nach dessen Säkularisation dem [[Amtsverwalter]] als Rechtsnachfolger gegen das Privileg der Steuerfreiheit zum Handdienst (Naturaldienste wie z.B. handwerkliche Arbeiten) verpflichtet. Ferner gehörten die Bewohner unter die Gerichtsbarkeit des [[Amt Norden |Amtes Norden]] und wurden entsprechend vor dem [[Amtsgericht Norden|Amtsgericht]] und nicht dem [[Stadtgericht Norden|Stadtgericht]] verurteilt, sollten sie dem Gesetze zuwider handeln.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Frohn- und Hofdienste in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 19. Februar 1994, S. 1</ref>


=== Entwicklung ===
Die Laukeriege dürfte zu den ältesten Straßen im Stadtgebiet gehören. Mindestens seit etwa 1895 hat sich der Straßenverlauf nicht geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Wie aus dem Adressbuch der [[Sandbauerschaft]] von 1912 hervorgeht, trug die Straße bereits in dieser Zeit ihren bis heute erhaltenen Namen.<ref name=":0">Lottmann, Elfriede (1998): ''Fast vergessen: Die Sandbauerschaft.'' In: ''Heim und Herd'' im Ostfriesischen Kurier (April 1998)</ref>
Die Bewohner der Laukenriege waren ursprünglich bis ins 19. Jahrhundert hinein dem [[Dominikanerkloster]] und nach der Säkularisation dem Norder Amtmann als Rechtsnachfolger gegen das Privileg der Steuerfreiheit zum Handdienst (Naturaldienste wie z.B. handwerkliche Arbeiten) verpflichtet. Ferner gehörten die Bewohner unter die Gerichtsbarkeit des [[Amt Norden | Amtes Norden]].


In der Beschreibung der Stadt und des Amtes Norden von Hermann Wichmann Grems im Jahre 1735 steht: "... sind schuldig, bey dem Hochfürstl. Torff in der Torff-Scheune und zu den Schill-Feuren bey dem Hause Berum zu arbeiten; Hergegen geben sie auch keine Schatzungen und tragen keine weiteren onera, als daß sie den gewöhnlichen Liecent anderen gleich geben müßen". Und weiter heißt es: "... Die vom Sand- und holen Wege, imgleichen die aus der Mühlen-Lohne und der Lauken-Riege müßen hier und bey dem Amtshause arbeiten. Wenn solches für nöthig gefunden wird, pfleget des Abends vorher es in der Riege, an welcher die Ordnung ist, angesaget zu werden. Des Morgens kommen die Fröhner nach 8 Uhr und gehen um halb zwölff wieder weg; des Mittags finden sie nach 1 Uhr sich wieder ein, und bleiben biß halb vier. Ihnen wird dünnes Bier zum Trinken, sonsten aber nichts gegeben".<ref>Remmers, Arend (2004): Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Die Siedlungssnamen zwischen Dollart und Jade, Leer, S. 139</ref>
Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich sieben Häuser in der Laukeriege. Für das Jahr 1848 sind 56 Einwohner belegt, die in acht Wohnhäusern wohnten. Ein durchschnittlicher Haushalt umfasste folglich sieben Personen.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref>


Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich sieben Häuser in der Laukenriege.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Frohn- und Hofdienste in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 19. Februar 1994, S. 1</ref>
An der [[Laukeriege 10]] befand sich ein altes Straßenschild mit der Aufschrift: ''Laukeriege in der Sandbauerschaft''.<ref name=":0" /> Das Gebäude existiert jedoch nicht mehr und wurde nach 1998<ref name=":0" /> abgebrochen.


Die Lentzlohne dürfte zu den ältesten Straßen im Stadtgebiet gehören. Mindestens seit etwa 1895 hat sich der Straßenverlauf nicht geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>
==Gebäude und Plätze==
Die Straße besteht ausschließlich aus Wohnhäusern.


== Gebäude und Plätze ==
==Galerie==
Die Straße besteht ausschließlich aus Wohnhäusern.
<gallery>
Datei:Laukeriege unbekanntes Datum 01.jpg|Undatierte Aufnahme.
Datei:Laukeriege um 1950 01.jpg|Blick in die Straße (um 1950).
</gallery>


== Einzelnachweise ==
==Einzelnachweise==
<references/>
<references/>


== Siehe auch ==
==Siehe auch==
*[[Liste der Straßen in Norden]]
* [[Liste der Straßen in Norden]]
* [[Mackeriege]]
* [[Sandbauerschaft]]


[[Kategorie:Straßen in Norden]]
[[Kategorie:Straßen in Norden]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Aktuelle Version vom 25. Oktober 2024, 08:22 Uhr

Laukeriege

Die Karte wird geladen …
Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr vor 1735
Namensgebung vor 1735
Historische Namen Lauken-Riege

Die Laukeriege ist eine Gemeindestraße in Norden. Die Straße grenzt im Nordosten an die Lentzlohne und im Südwesten an die Mühlenlohne.

Geschichte

Herkunft des Namens

Der Straßenname setzt sich aus dem altniederdeutschen Wort lauken, was so viel wie nach etwas sehen bedeutet. Als Riege bezeichnete man in Norden Straßenzüge, an denen sich die Häuser aneinanderreihten und die zunächst nur auf einer Straßenseite besiedelt waren. Hier wohnten einst die Bediensteten des Norder Amtes, die letztlich bildlich gesehen die Aufsicht haben und damit sinnbildlich nach etwas sehen.[1] Das Pendant der Laukeriege kann in der Mackeriege gesehen werden, die die Straße der Macher, also der Arbeiter und Handwerker war.

Entwicklung

Historisch war die Laukeriege eine Ortschaft bzw. eine Wohnstelle der Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft. Ihre Bewohner waren bis ins 19. Jahrhundert hinein dem Dominikanerkloster und nach dessen Säkularisation dem Amtsverwalter als Rechtsnachfolger gegen das Privileg der Steuerfreiheit zum Handdienst (Naturaldienste wie z.B. handwerkliche Arbeiten) verpflichtet. Ferner gehörten die Bewohner unter die Gerichtsbarkeit des Amtes Norden und wurden entsprechend vor dem Amtsgericht und nicht dem Stadtgericht verurteilt, sollten sie dem Gesetze zuwider handeln.[2]

Die Laukeriege dürfte zu den ältesten Straßen im Stadtgebiet gehören. Mindestens seit etwa 1895 hat sich der Straßenverlauf nicht geändert.[3] Wie aus dem Adressbuch der Sandbauerschaft von 1912 hervorgeht, trug die Straße bereits in dieser Zeit ihren bis heute erhaltenen Namen.[4]

Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich sieben Häuser in der Laukeriege. Für das Jahr 1848 sind 56 Einwohner belegt, die in acht Wohnhäusern wohnten. Ein durchschnittlicher Haushalt umfasste folglich sieben Personen.[5]

An der Laukeriege 10 befand sich ein altes Straßenschild mit der Aufschrift: Laukeriege in der Sandbauerschaft.[4] Das Gebäude existiert jedoch nicht mehr und wurde nach 1998[4] abgebrochen.

Gebäude und Plätze

Die Straße besteht ausschließlich aus Wohnhäusern.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Übersicht über sach- und personenbezogene Straßennamen der Stadt Norden
  2. Schreiber, Gretje (1994): Frohn- und Hofdienste in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 19. Februar 1994, S. 1
  3. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  4. 4,0 4,1 4,2 Lottmann, Elfriede (1998): Fast vergessen: Die Sandbauerschaft. In: Heim und Herd im Ostfriesischen Kurier (April 1998)
  5. Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848

Siehe auch