Aldersnaburg: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Aldersnaburg''' (auch: ''Burg Westlintel'') war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Norddeicher Straße]] und [[Parkstraße]] befunden hat.
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Die '''Aldersnaburg''' (auch "Burg Westlintel") war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Norddeicher Straße]] und [[Parkstraße]] befunden hat.
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==Geschichte==
==Geschichte==
Die Aldersnaburg gehört nach der [[Oldeborg]] zu den ältesten Burgen Nordens. Der Erbauungszeitraum ist im späten 13. bis frühen 14. Jahrhundert zu suchen. Als Erbauer gilt die Häuptlingsfamilie [[Aldersna]]. Sie gehörten im Norderland zu den ersten Familien, die eine Burg besaßen. Dabei darf man allerdings nicht an ein Gebäudeensemble denken, wie man es aus der allgemeinen Populärkultur kennt, sondern eher an ein größeres Steinhaus, möglicherweise mit einem Turm. Richtige Burgen, wie man sie sich vorstellt, waren in Ostfriesland die absolute Ausnahme und wurden nur von den besonders mächtigen Geschlechtern wie den [[Cirksena]] erbaut. Aufgrund des Steinmangels und der fehlenden Kenntnis im Burgenbau hatten die ostfriesischen Häuptlinge nie solche großen Burgen bauen können. Mit ihren Steinhäusern hoben sie sich dennoch deutlich vom Rest der Bevölkerung ab, die sich lediglich erbärmliche Hütten aus Lehm oder vergleichbaren Materialien leisten konnten.
Die Erbauer dieser alten Burg, die nach der [[Olde Borg]] wohl die älteste in den heutigen Grenzen der [[Stadt Norden]] war, waren die [[Aldersna]], ein ehemals mächtiges [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlingsgeschlecht]] im [[Norderland]]. Erbaut wurde sie vermutlich im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert, in einer Zeit, als der es kaum befestigte [[Liste der Eindeichungen|Seedeiche]] gab.<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.</ref> Aus diesem Grund wurde sie auf einer [[Warft]] errichtet.
 
Wie bei fast allen [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|ostfriesischen Burgen]] darf man sich die Aldersnaburg keinesfalls wie eine mächtige Burg aus der mittelalterlichen Trivialliteratur vorstellen. Vielmehr war es ein größeres Steinhaus, möglicherweise mit einem Turm. ''Richtige Burgen'' waren in Ostfriesland die absolute Ausnahme und wurden nur von den besonders mächtigen Geschlechtern wie den [[Cirksena]] erbaut. Aufgrund des Steinmangels und der fehlenden Kenntnis im Burgenbau hatten die ostfriesischen Häuptlinge nie solche großen Burgen bauen können. Mit ihren Steinhäusern hoben sie sich dennoch deutlich vom Rest der Bevölkerung ab, die sich lediglich erbärmliche Hütten aus Lehm oder vergleichbaren Materialien leisten konnten.


Die Burg hatte keinen langen Bestand. Kaum erbaut, wurde sie bereits 1353 während Kämpfen der Aldersna mit anderen [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlingen]] erobert und anschließend geschliffen. Die Burg wurde nie wieder aufgebaut. Heute befindet sich auf der Warft bzw. Anhöhe der Burg ein Wohnhaus. Bis mindestens in 16. Jahrhundert soll die Ruine der Burg erhalten geblieben sein.
Die Aldersnaburg hatte indes keinen langen Bestand. Kaum erbaut, wurde sie bereits 1353 bei Kämpfen der Aldersna mit anderen [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlingen]] erobert und anschließend geschliffen.<ref name=":0" /><ref>Möhlmann, Günther (1959): Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden, Aurich, S. 33</ref> Sie wurde nie wieder aufgebaut, ihre Ruine soll jedoch bis in das 16. Jahrhundert Teil des Landschaftsbildes geblieben sein.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>


Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde an der ehemaligen Burgstelle ein [[Liste der Bunker|Luftschutzbunker]] errichtet, bei dessen Bau die zum Teil dicken Kellermauern erhalten blieben.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 29</ref>
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde an der ehemaligen Burgstelle ein [[Liste der Bunker|Luftschutzbunker]] errichtet, bei dessen Bau die zum Teil dicken Kellermauern erhalten blieben.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 29</ref> Der später hierauf errichtete Bungalow wird Scherzes halber auch ''Villa Hügel'' genannt.<ref>Zeitzeugenbefragung vom 29. Oktober 2021</ref>


==Nebengebäude und Ländereien==
==Nebengebäude und Ländereien==
Zu ihr gehörten umfangreiche Äcker und Weiden und zahlreiche Nebengebäude, in denen wohl auch das Gesinde wohnte. Das zu Westlintel gehörende Ackerland war der [[Escher]], der Wiesenbesitz die [[Wildbahn]].
Zu ihr gehörten umfangreiche Äcker und Weiden und zahlreiche Nebengebäude, in denen wohl auch das Gesinde wohnte. Das zu Westlintel gehörende Ackerland war der [[Escher]], der Wiesenbesitz die [[Wildbahn]].<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland / Ostfriesland. Heft 9 der Ostfriesischen Familienkunde. Beiträge zur Genealogie und Heraldik, Aurich</ref>


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references />
<references />
==Quellenverzeichnis==
* Emmius, Ubbo (1598): Friesische Geschichte (Rerum Frisicarum historiae libri LX) [Groningen 1598]. Band II (Aus dem Lateinischen übersetzt von Erich von Reeken, 1981), Frankfurt am Main, Abschnitt 203f.
* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
* Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
* Schreiber, Gretje (1992): Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland / Ostfriesland. Heft 9 der Ostfriesischen Familienkunde. Beiträge zur Genealogie und Heraldik, Aurich
* Gretje Schreiber (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript


==Siehe auch==
==Siehe auch==

Aktuelle Version vom 22. Mai 2022, 12:44 Uhr

Aldersnaburg

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Basisdaten
Entstehungszeit um 1300
Erbauer Häuptlingsgeschlecht Aldersna
Burgentyp Steinhaus
Erhaltungszustand 1353 geschliffen
Genaue Lage Parkstraße 30 A

26506 Norden

Die Aldersnaburg (auch: Burg Westlintel) war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge Norddeicher Straße und Parkstraße befunden hat.

Geschichte

Die Erbauer dieser alten Burg, die nach der Olde Borg wohl die älteste in den heutigen Grenzen der Stadt Norden war, waren die Aldersna, ein ehemals mächtiges Häuptlingsgeschlecht im Norderland. Erbaut wurde sie vermutlich im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert, in einer Zeit, als der es kaum befestigte Seedeiche gab.[1] Aus diesem Grund wurde sie auf einer Warft errichtet.

Wie bei fast allen ostfriesischen Burgen darf man sich die Aldersnaburg keinesfalls wie eine mächtige Burg aus der mittelalterlichen Trivialliteratur vorstellen. Vielmehr war es ein größeres Steinhaus, möglicherweise mit einem Turm. Richtige Burgen waren in Ostfriesland die absolute Ausnahme und wurden nur von den besonders mächtigen Geschlechtern wie den Cirksena erbaut. Aufgrund des Steinmangels und der fehlenden Kenntnis im Burgenbau hatten die ostfriesischen Häuptlinge nie solche großen Burgen bauen können. Mit ihren Steinhäusern hoben sie sich dennoch deutlich vom Rest der Bevölkerung ab, die sich lediglich erbärmliche Hütten aus Lehm oder vergleichbaren Materialien leisten konnten.

Die Aldersnaburg hatte indes keinen langen Bestand. Kaum erbaut, wurde sie bereits 1353 bei Kämpfen der Aldersna mit anderen Häuptlingen erobert und anschließend geschliffen.[1][2] Sie wurde nie wieder aufgebaut, ihre Ruine soll jedoch bis in das 16. Jahrhundert Teil des Landschaftsbildes geblieben sein.[3]

Während des Zweiten Weltkriegs wurde an der ehemaligen Burgstelle ein Luftschutzbunker errichtet, bei dessen Bau die zum Teil dicken Kellermauern erhalten blieben.[4] Der später hierauf errichtete Bungalow wird Scherzes halber auch Villa Hügel genannt.[5]

Nebengebäude und Ländereien

Zu ihr gehörten umfangreiche Äcker und Weiden und zahlreiche Nebengebäude, in denen wohl auch das Gesinde wohnte. Das zu Westlintel gehörende Ackerland war der Escher, der Wiesenbesitz die Wildbahn.[6]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
  2. Möhlmann, Günther (1959): Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden, Aurich, S. 33
  3. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  4. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 29
  5. Zeitzeugenbefragung vom 29. Oktober 2021
  6. Schreiber, Gretje (1992): Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland / Ostfriesland. Heft 9 der Ostfriesischen Familienkunde. Beiträge zur Genealogie und Heraldik, Aurich

Siehe auch