Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole
Die Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole ist die einzige noch für den öffentlichen Personenverkehr genutzte Eisenbahnanbindung von und nach Norden. Sie beginnt in Rheine (Nordrhein-Westfalen) und endet in Norddeich, für gewöhnlich fahren die Züge jedoch von und nach Hannover.
Geschichte
- siehe auch: Geschichte des alten Norder Bahnhofs
Im Jahre 1835 fährt der erste Eisenbahnzug Deutschlands zwischen Nürnberg und Fürth.[1] Ostfriesland wurde jedoch erst vergleichsweise spät an das nationale Eisenbahnnetz angeschlossen. Dies war vor allem seiner eher geringen Bedeutung im Königreich Hannover geschuldet. Zwar wurde die Region unter preußischer Zeit sehr gefördert, doch gab es damals noch keine Eisenbahn. Die hannoversche Regierung sah sich lange Zeit außer Stande, die für den Bau erforderlichen Geldmittel aufzubringen.[1] Nach jahrelangen Verhandlungen und Verzögerungen wurde die sogenannte Westbahn von Rheine nach Emden schließlich im Jahre 1856 eingeweiht.[2] Auch Norden bat bereits seit 1846 um einen Anschluss. Namhafte Persönlichkeiten wie Jan ten Doornkaat Koolman II. setzten sich dafür ein. Das Norder Stadtblatt kommentierte das Ende des Bahnnetzes in Emden wie folgt: "Wir wollen es dahingestellt sein lassen, ob es nicht für die Bahn selbst vorteilhafter gewesen sein würde, wenn sie, statt in Emden aufzuhören, gleich weiter nach Norden geführt worden wäre."[1]
Erst 1883 kam es zu einem Ausbau der Tresse in Richtung Norden, gleichzeitig erhielt die Stadt einen eigenen Bahnhof, der jedoch eigentlich in Süderneuland I an der neugebauten Bahnhofstraße lag. 1892 wurde die Strecke nach Norddeich erweitert. Damit konnte insbesondere den Fährbenutzer der umständliche und zeitaufwendige Weg mit einer Kutsche vom Bahnhof Norden durch die Stadt nach Norddeich erspart werden. Diese Teilstrecke (Emden - Norden) wurde, damals wie heute, als Küstenbahn bezeichnet.[3]
Die Handelskammern Emden und Norden wählten im September 1867 ein Komité für die Weiterführung der Westbahn nach über Norden nach Sande, welches die Baukosten durch Erfahrungen mit dem Bau ähnlicher Strecken auf 3.757.000 Thaler schätzte. Bereits damals dienen die zum Seebad Norderney Reisenden als Argumentationshilfe: Preußens einziges Seebad könne „nur dann den ihm gebührenden Platz einnehmen, wenn eine Bahn den Fremdenverkehr erleichert, dann aber auch unendlich prosperiren.“, schrieb der Ostfriesische Kurier im September 1867. Zwei Jahre später wurde für die Strecke Emden - Norden sodann eine ausführliche Kostenberechnung aufgestellt, die auf Baukosten in Höhe von 825.000 Reichsthalern kommt. Die bereits während der Planung als Ostfriesische Küstenbahn bezeichnete Strecke verläuft von Emden über Norden und Wittmund bis zur Haltestelle Vereinigung an der Grenze zum Friesland. Dort schließt der oldenburgische Streckenteil nach Jever und weiter nach Sande an, der bereits am 15. Oktober 1871 eröffnet wurde. Die am 15. Juni 1883 in Betrieb genommene preußische Strecke wurde zwischen Harsweg (Emden) und Norden zunächst als Nebenbahn östlich der Bundesstraße errichtet. Wegen der mit der Lage an der Straße verbundenen Beschränkung der Geschwindigkeit entstand ab 1903 eine weiter westlich gelegene Trasse, die 1906 freigegeben wurde.[3]
https://www.westbahn.de/strecken-stationen/ostfriesische-kuestenbahn/index.html#nadoerst
file:///C:/Users/weejan91/Downloads/200_Jahre_Ortsteil_Nad%C3%B6rst_von_Ute_Gerdes.PDF#
http://runne.net/rudolf.folkerts/bahnstrecke_norden.html
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Daten zur Eisenbahnverbindung nach Norden / Norddeich und Sande, abgerufen am 1. Juni 2021
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 88
- ↑ 3,0 3,1 Geschichte der Westbahn, abgerufen am 1. Juni 2021