Hajo Laurenz Damm
Dr. Hajo Laurenz Damm (* 28. Januar 1710 in Leer; † 24. Dezember 1790 in Norden) war von 1749 bis 1751 Bürgermeister der Stadt Norden.[1] 1752 wurde er Amtsverwalter. Nach ihm sind der Lorenzpolder und möglicherweise auch die Dammstraße benannt.
Sein Name wird auch in anderen Schreibweisen genannt, so etwa "Hayo Laurenz Damm", "Hayo Lorenz Damm" und weitere.
Leben
Damm entstammte einer einflussreichen ostfriesischen Familie. Sein gleichnamiger Großvater war Pastor und Assessor bei der Kirchenbehörde (Konsistorium) in Leer. Damms Vater war Niclas Damm, ein Doktor beider Rechte und Schwager von Gerhard Warsing, nach dem der Ort Warsingsfehn benannt ist. Von seinem Vater erbte Damm nach dessen frühem Tod den Posten und Titel eines "Ontvanger tot Oostvriesland", übersetzt "Empfänger nach Ostfriesland" der niederländischen Generalstaaten, die seinerzeit großen Einluss auf Ostfriesland hatten. Die ostfriesischen Landstände hatten bei diesen zur Wiederherstellung der bei der Weihnachtsflut im Jahre 1717 zerstörten Deiche gewaltige Anleihen aufgenommen und für deren Rückzahlung die Steuereinnahmen der westlichen Ämter im Lande verpfändet, so auch das Amt Norden. Vater und Sohn Damm gehörten also zu den niederländischen Vertrauensleuten, die die ständischen Rückzahlungen nach Den Haag überwiesen.
In jungen Jahren studierte Damm in Halle und Groningen und promovierte dort 1732 zum Doktor beider Rechte (weltliches und kirchliches Recht). Anschließend nahm er den Posten des Ontvagers wahr, den zuvor seine Mutter nach dem väterlichen Tod verwaltete. 1744 fiel Ostfriesland an das Königreich Preußen und unterband weitere Rückzahlungen. Im Einvernehmen mit Friedrich dem Großen überwies Damm eine Restzahlung von 1750 Gulden in die Niederlande. 1739 verfasste Damm eine kurze Beschreibung Ostfrieslands, die als Momentaufnahme kurz vor dem Ende der Eigenständigkeit von historischer Bedeutung ist.
1749 wurde Damm Bürgermeister der Stadt Norden. Ein Jahr später wurde er Amtsverwalter. Diesen Posten hatte er bis zu seinem Tode im Jahr 1790 inne. Die Eigenart der Norder Verfassungsstruktur, nämlich die unklare Abgrenzung der Befugnisse von Stadt und Amt, drückte sich auch in familiären Verbindungen zwischen den Stelleninhabern aus.
So war Damms Nachfolger war einer seiner Schwiegersöhne. Das Amt Norden war eines der kleineren im Lande; es wurde darum nur von einem Amtsverwalter geführt, der auch die Geschäfte des Rentmeisters versah. Hajo Laurenz Damm war also für nahezu ein halbes Jahrhundert eine Art Kleinkönig in Norden. Von Hause aus begütert, gehörte Damm zu den Beamten des 18. Jahrhunderts, die über ihre Pflichten hinaus eigenes Kapital in geschäftlichen Unternehmungen riskierten. 1764 deichte er den nach ihm benannten Dammspolder an der Grenze zwischen der Herrlichkeit Dornum und dem Amt Esens ein. Ferner war er in den folgenden Jahren als Mitinteressent beteiligt an der Eindeichung des Leysander-Polders 1769, des Westerburer- (anschließend an den Damms-) Polders 1771, des Neßmerpolders 1772, des Schulenburger-Polders 1774 und des Buscherpolders 1774. Damit hat sich Damm um die Landeskultur in Ostfriesland verdient gemacht.
Quellenverzeichnis
- Deeters, Walter (1993): Biographie des Hajo Laurenz Damm, veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft
Einzelnachweise
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden - Handel und Wandel, Norden