Engenahof
Enengahof | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1617 | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Am Markt 10
26506 Norden | |||||||
Der Enengahof ist ein historisches Gebäude an der Südseite des Norder Marktplatzes. Seit Oktober 1945 befindet sich hier der Hauptsitz der Norder Polizei. Zuvor diente es als NSDAP-Parteizentrale, Herberge, Vereins- und Wohnhaus.
Geschichte
Das Gebäude wurde im Jahr 1617 von Erhard Lüppena aus dem Geschlecht der Häuptlinge von Soltborg (heute ein Teil der Gemeinde Jemgum) erbaut.[1] Lüppena war 1620 bis 1643 Bürgermeister von Norden.[2] In der Lebengeschichte des Hayo Rykena und des Ubbo Emmius wird beschrieben, dass sich hier bereits vor dem Bau des heutigen Gebäudes ein großes Steinhaus namens "Kenenburg" befand, dessen Eigentümer Hayo Rykena gewesen sein soll. Erhard Lüppena war durch Heirat mit den Rykenas verwandt.
Die Kenenburg war ursprünglich im Besitz der tom Brook. Wann genau diese erbaut wurde, ist nicht überliefert. Wie auch bei der "Kenenburg" in Oldeborg (Gemeinde Südbrookmerland) geht der Name wohl auf Keno tom Brook zurück. Später fiel die Burg an die Idzinga. Nach dem Tode von Hima Idzinga, die kinderlos im Kloster Marienthal verstarb, fiel die Kenenburg an Edzard Cirksena und dann an seinen Bruder Ulrich Cirksena.[3]
Beschreibung
Das Haus ist giebelständig zum Markt hin ausgerichtet, der traufständige Gebäudeteil an der rechten Seite des Hauses war ursprünglich ein eigenständiges Giebelhaus, das im 19. Jahrhundert seinen Giebel verlor. Von diesem Gebäudeteil blieb lediglich die Fassade erhalten. Dahinter befindet sich seit 1970 ein Neubau.[4] Zwischen dem ersten und dem zweiten Obergeschoss des giebelständigen Gebäudeteils gibt es drei Kartuschen aus Sandstein, von denen die linke das Wappen der Erbauerfamilie Lüppena zeigt, während die rechte ein gespaltenes Schild ziert, das möglicherweise das Wappen der Familie Rykena zeigt. In der mittleren Kartusche ist das Baujahr 1617 zu sehen.[1]
Über der rechteckigen Eingangstür befindet sich ein Oberlicht mit geschwungenen Füllhörnern.[5] Über den Fenstern im Erd- und ersten Obergeschoss befinden sich doppelte Entlastungsbögen mit Diamantquaderung. Sie zeigen, dass das Haus zu seiner Erbauungszeit mit Kreuzstockfenstern ausgestattet war.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 164
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden - Handel und Wandel, Norden
- ↑ Dekker, Gudrun Anne (2010): Ubbo Emmius: Leben, Umwelt, Nachlass und Gegenwart, Norderstedt, S. 171
- ↑ Kiesow, Gottfried (2010): Architekturführer Ostfriesland, Bonn S. 993
- ↑ Dehio, Georg (1992): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Bremen, Niedersachsen. 2. Auflage, München, S. 993