Leybucht
Die Leybucht ist nach dem Dollart bei Emden die zweitgrößte Bucht in Ostfriesland.
Lage
Die Leybucht liegt im Westen von Ostfriesland zwischen Greetsiel und Westermarsch, etwa acht Kilometer südwestlich der Stadt Norden. Sie hat eine Größe von etwa 19 qm und bildet die Grenze zwischen dem Norderland im Osten und der Krummhörn im Süden. Im Südwesten ragt die künstliche Halbinsel Leyhörn ins Meer, die beim Bau des Leysiels entstand.
Entstehung
Die Leybucht bildete sich wahrscheinlich nach der ersten zuverlässig erwähnten Sturmflut an der niederländischen Küste am 26. Dezember 838. Ihre größte Ausdehnung von etwa 129 qm erlangte sie nach der Ersten Dionysiusflut im Jahr 1374. Diese verheerende Sturmflut führte zu gewaltigen Landverlusten und forderte zahlreiche Menschenleben. Ganze Ortschaften, wie Westeel mussten aufgegeben werden. Da der Flut bereits mehrere verheerende Sturmfluten folgten und nachkamen, ging das 14. Jahrhundert auch als das Jahrhundert der Sturmfluten in die ostfriesische Geschichte ein. Die Leybucht reichte nun von Greetsiel im Westen bis Marienhafe im Osten bzw. vom Rand der Stadt Norden bis nach Canhusen (Gemeinde Hinte) im Süden. Verheerende Pestepidemien dezimierten die Bevölkerung weiter.
Einer der wenigen Vorteile bestand darin, dass Norden, dessen historischer Stadtkern auf einer erhöht gelegenen Geestinsel liegt, fortan über eine direkte Anbindung zum Meer verfügte. Der Norder Hafen sicherte der Stadt über Jahrhunderte eine wirtschaftliche Blüte.
Ab dem 15. und besonders ab dem 16. Jahrhundert begannen die Menschen schrittweise, die verlorenenen Landstriche durch Eindeichung zurückzugewinnen. Eine erste große Landgewinnung erfolgte ab 1556 mit der Einpolderung von Süderneuland. Die letzte Landgewinnung erfolgte in den Jahren 1947 bis 1950 mit der Eindeichung von Leybuchtpolder.
In den folgenden Jahren gab es Pläne, die gesamte Bucht einzudeichen, um so die Deichlinie deutlich zu verkürzen und den Küstenschutz zu verbessern. Diese Maßnahme wurde letztlich jedoch aus Gründen des Naturschutzes wieder verworfen. Es wurden lediglich kleinere Küstenschutzmaßnahmen realisiert (wie beispielsweise die 1991 erfolgte Eindeichung der seit Ende 1994 unter Naturschutz stehenden Leyhörn). Zur Verstärkung der Deichanlagen begannen 1985 erste Vorbereitungen zum Bau des im Jahr 2000 fertiggestellten (neuen) Störtebekerdeiches, der dem alten Deich vorgelagert ist.