Gasthof Zur Börse
Gasthof Zur Börse | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | vor 1903 | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | 1970 abgebrochen | |||||||
| Genaue Lage | Am Markt 22
26506 Norden | |||||||
Der Gasthof Zur Börse war eine Am Markt 22 befindliche Gastwirtschaft. 1948 wurde der zugehörige Saal zu einem Kino, dem Metropol-Theater umgebaut, das noch bis 1970 existierte. Im Oktober des genannten Jahres wurde das Gebäude abgebrochen und dem benachbarten Supermarkt Anton Götz einverleibt.[1]
1903 wurde hier der Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden gegründet, aus dem später der DEHOGA Kreisverband Norden erwuchs.[2] Von 1923 bis 1926 war der Gasthof das Stammlokal der Freimaurerloge Zu den drei Sternen, die nachfolgend in das Deutsche Haus wechselten.[3] Am 15. April 1926 führte die erst etwa fünf Monate zuvor gegründete Niederdeutsche Bühne hier ihr erstes Theaterstück, die Komödie De Vergantschoster der deutschen Schriftsteller Alma Rogge auf.[4] Bis zum Abbruch im Jahre 1970 blieb der Gasthof der Hauptveranstaltungsort für die Stücke der Niederdeutschen Bühne, seitdem nutzt sie den im selben Jahr errichteten Theatersaal im Schulzentrum Ekel.
Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurden 27 Sozialdemokraten und Kommunisten von diesen am 3. Mai des Jahres im Gasthof schwer misshandelt.[5][6] Die NSDAP erklärte den Gasthof kurz zuvor zu ihrem Parteilokal.[6] Statt einzugreifen stellte der Gastwirt das Radio auf volle Lautstärke, da der durch die Misshandlung entstandene Lärm bis auf die Straße drang.[7] Nachdem 1942 und 1943 mehrere Ladungen mit wertvollen Möbeln und anderen Gegenständen im Norder Hafen ankamen, lagerten die Nationalsozialisten große Teil davon im Gasthof.[8]
Im November 1934 wird von hier aus das von Marie Ulfers verfasste Hörspiel Dat Arfdeel ut Ostindien (übersetzt: Das Erbteil aus Ostindien) via Rundfunk übertragen, das von den Schauspielern der Niederdeutschen Bühne eingespielt wurde.[9]
Einzelnachweise
- ↑ Geschichte des Metropol-Theaters, abgerufen am 17. Juni 2021
- ↑ WirtA NW WAN K 5
- ↑ Geschichte der Norder Freimaurerloge, abgerufen am 17. Juni 2021
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 23
- ↑ Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich. Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 46
- ↑ 6,0 6,1 Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 29
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 32
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24