Nadörst

Aus Norder Stadtgeschichte
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Nadörst

Basisdaten
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Administrativer Stadtteil Süderneuland II
Ungefähre Lage südlich des Stadtgebiets

Nadörst ist der Name eines (informellen) Stadtviertels von Norden. Es liegt im Stadtteil Süderneuland II und stellt dessen südliche Ausläufer dar. Im Gegensatz zu allen anderen Stadtvierteln, die im Gegensatz zu den Stadtteilen keine administrative Bedeutung haben, sondern nur als geografische oder alltagssprachliche Orientierung dienen, ist Nadörst mit Ortsschildern an der Bundesstraße ausgeschildert. Der Name "Nadörst" leitet sich vom niederdeutschen Wort für "Nachdurst" ab. Auf dem Heimweg vom Markt kehrten Marktbeschicker und -besucher in die hiesigen Gaststätten, um ihren "Nachdurst" zu stillen. Regional trugen auch Gaststätten diesen Namen, es ist also denkbar, dass dies auch in Nadörst der Fall gewesen sein könnte.

Geprägt wird der Ort durch vereinzelte Bebauung, die sich vor allem auf den Bereich Altendeich konzentriert. Daneben finden sich hier einige Gewerbebetriebe, ein Autohaus und eine Tankstelle.

Geografie

Nadörst befindet sich südlich bis südöstlich der Kernstadt und von Süderneuland II. Weiter südlich grenzt es an die Nachbargemeinde Osteel. Wie alle Stadtviertel von Norden, die im Gegensatz zu den Stadtteilen nicht offiziell abgegrenzt sind, lassen sich die Grenzen Nadörsts nur grob umschreiben. Im Norden mit Beginn der Wohnbebauung der Bundesstraße, im Osten durch den Berumerfehnkanal und die Grenze zur Nachbargemeinde Halbemond, im Süden durch die Grenze zur Nachbargemeinde Osteel und im Westen durch die alte Deichlinie.

Diese Abgrenzung ist historisch nicht ganz korrekt, sondern hat sich im Laufe der Zeit eingebürgert. Im engeren Sinne umfasst Nadörst nur den Bereich um die heutige SCORE-Tankstelle.

Geschichte

Die Geschichte des Ortes dürfte in der Zeit vor 1558 zu suchen sein. Die Deichlinie aus dieser Zeit lag vor Nadörst und das Land war bereits als solches nutzbar. Die Besiedlung geht jedoch eher mit der Entwicklung von Süderneuland II einher, die weitestgehend erst ab Ende des 18. Jahrhunderts begann. Erstmalige Erwähnung findet der Ort 1818 als "Nadöst", also ohne "r". Die heutige Schreibweise ist ab 1823 belegt. Für das Jahr 1848 sind für Nadörst vier Wohngebäude mit 26 Bewohnern belegt.

Anzunehmen ist eine Besiedlung spätestens für die Zeit um 1730. Im Jahr 1740 wird im Zusammenhang mit dem Verkaufs des Ketelberger Landes die Wassermühle westlich des Leegelandweg erwähnt wird. Auf der Karte eines niederländischen Artillerieoffiziers aus dem Jahr 1806 ist diese Wassermühle ebenfalls verzeichnet. Die Wassermühle diente der Entwässerung des tiefgelegenen Landes (Leegeland).

Spätestens ab 1848

Mit dem Anschluss Nordens an die Eisenbahn gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhielt auch Nadörst eine Bahnhofshaltestelle. Die Fertigstellung der Bahnstrecke und der Haltestelle wird auf das Jahr 1883 datiert. Die Haltestelle wurde bereits in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder aufgegeben, da sie infolge des aufkommenden Individual- und Kraftfahrzeugverkehrs unrentabel wurde und nicht mehr den zeitgemäßen Sicherheitsanforderungen gerecht wurde. Zeitzeugen stellen die anliegende Straßenbezeichnung Bahnhofsweg und das noch erhaltene Schrankenwärterhäuschen dar. Am 19. Mai 1883 berichtet der Ostfriesische Kurier von einem Unglück im Zusammenhang mit der Bahn. Ein Landwirt war mit seiner Pferdekutsche auf dem Weg nach Nadörst, als seine Pferde durch die herannahende Eisenbahn aufscheuten, der Landwirt stürzte und von seinen Pferden erschlagen wurde. Der Name Nadörst bleibt damit verbunden mit dem wohl ersten tödlichen Bahnnfall Ostfrieslands.

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich ein Kriegsgefangenenlager in Nadörst. In der Holzbaracke warne zwischen 30 und 44 Personen inhaftiert, von denen die meisten Franzosen waren. Einige weitere Kriegsgefangene waren Niederländer.

Quellenverzeichnis

  • Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Orsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)

Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft Historische Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft Beschreibung des Bahnhofs Nadörst auf Westbahn.de