Weihnachtsflut: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Die '''Weihnachtsflut''' war eine schwere Sturmflut, die die Nordseeküste Kontinentaleuropas vom 24. auf den 25. Dezember 1717 heimsuchte. Sie wurde von einem plötzlich einsetzenden Nordweststurm verursacht. Zwischen den Niederlanden und Dänemark kam es zu zahlreichen Deichbrüchen und verheerenden Überschwemmungen, der tausende Menschen und hunderte Gebäude zum Opfer fielen. Auch die Stadt und das Umland wurden schwer von den Fluten getroffen. Die Ortschaft [[Itzendorf]] im nördlichen Teil der [[Westermarsch II|Westermarsch]] musste aufgegeben werden.<ref>Riemann, Friedrich (1931): Die Weihnachtsflut des Jahres 1717. In: Geschichte des Jeverlands. Band 3, Fünftes Buch, Kapitel 10, Jever, S. 228–249</ref>
Die '''Weihnachtsflut''' war eine schwere Sturmflut, die die Nordseeküste Kontinentaleuropas vom 24. auf den 25. Dezember 1717 heimsuchte. Sie wurde von einem plötzlich einsetzenden Nordweststurm verursacht. Zwischen den Niederlanden und Dänemark kam es zu zahlreichen Deichbrüchen und verheerenden Überschwemmungen, der tausende Menschen und hunderte Gebäude zum Opfer fielen. Auch die Stadt und das Umland wurden schwer von den Fluten getroffen. Die Ortschaft [[Itzendorf]] im nördlichen Teil der [[Westermarsch II|Westermarsch]] musste aufgegeben werden.<ref>Riemann, Friedrich (1931): Die Weihnachtsflut des Jahres 1717. In: Geschichte des Jeverlands. Band 3, Fünftes Buch, Kapitel 10, Jever, S. 228–249</ref> Das Wasser drang sogar bis in die [[Bargeburer Kirche]] und stand dort etwa "2 Fuß und 2 Daumen hoch".<ref>[https://luetetsburg-norden.reformiert.de/geschiche.html Geschichte der Reformierten Gemeinde Lütetsburg-Norden], abgerufen am 29. März 2021</ref> Das Wasser drang hier jedoch nicht von seeseits, sondern vom überlaufenden [[Norder Tief]] ein.


Der [[Westermarscher Seedeich]] wurde schwer beschädigt und an sechs Stellen völlig durchbrochen. An vier Durchbrüchen bildeten sich tiefe [[Kolk|Kolke]]. Vier dieser Deichbrüche befanden sich im Gebiet um [[Itzendorf]], viele Einwohner fanden dabei den Tod und die Bausubstanz wurde schwer beschädigt. Zunächst versuchten die überlebenden Bewohner, ihr Dorf wieder zu sichern. Drei Jahre später richtet die [[Neujahrsflut]] vom 31. Dezember 1720 auf den 1. Januar 1721 verheerende Schäden an. Itzendorf wurde dabei völlig zerstört. Nach erfolglosen Instandsetzungsversuchen wurde die alte Deichlinie 1721 endgültig aufgegeben, der südlich des Ortes gelegene Notdeich zum Seedeich ausgebaut und Itzendorf damit ausgedeicht.<ref>Ohlig, Christoph (2005): Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, S. 36</ref>
Der [[Westermarscher Seedeich]] wurde schwer beschädigt und an sechs Stellen völlig durchbrochen. An vier Durchbrüchen bildeten sich tiefe [[Kolk|Kolke]]. Vier dieser Deichbrüche befanden sich im Gebiet um [[Itzendorf]], viele Einwohner fanden dabei den Tod und die Bausubstanz wurde schwer beschädigt. Zunächst versuchten die überlebenden Bewohner, ihr Dorf wieder zu sichern. Drei Jahre später richtet die [[Neujahrsflut]] vom 31. Dezember 1720 auf den 1. Januar 1721 verheerende Schäden an. Itzendorf wurde dabei völlig zerstört. Nach erfolglosen Instandsetzungsversuchen wurde die alte Deichlinie 1721 endgültig aufgegeben, der südlich des Ortes gelegene Notdeich zum Seedeich ausgebaut und Itzendorf damit ausgedeicht.<ref>Ohlig, Christoph (2005): Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, S. 36</ref>

Version vom 29. März 2021, 08:21 Uhr

Die Weihnachtsflut war eine schwere Sturmflut, die die Nordseeküste Kontinentaleuropas vom 24. auf den 25. Dezember 1717 heimsuchte. Sie wurde von einem plötzlich einsetzenden Nordweststurm verursacht. Zwischen den Niederlanden und Dänemark kam es zu zahlreichen Deichbrüchen und verheerenden Überschwemmungen, der tausende Menschen und hunderte Gebäude zum Opfer fielen. Auch die Stadt und das Umland wurden schwer von den Fluten getroffen. Die Ortschaft Itzendorf im nördlichen Teil der Westermarsch musste aufgegeben werden.[1] Das Wasser drang sogar bis in die Bargeburer Kirche und stand dort etwa "2 Fuß und 2 Daumen hoch".[2] Das Wasser drang hier jedoch nicht von seeseits, sondern vom überlaufenden Norder Tief ein.

Der Westermarscher Seedeich wurde schwer beschädigt und an sechs Stellen völlig durchbrochen. An vier Durchbrüchen bildeten sich tiefe Kolke. Vier dieser Deichbrüche befanden sich im Gebiet um Itzendorf, viele Einwohner fanden dabei den Tod und die Bausubstanz wurde schwer beschädigt. Zunächst versuchten die überlebenden Bewohner, ihr Dorf wieder zu sichern. Drei Jahre später richtet die Neujahrsflut vom 31. Dezember 1720 auf den 1. Januar 1721 verheerende Schäden an. Itzendorf wurde dabei völlig zerstört. Nach erfolglosen Instandsetzungsversuchen wurde die alte Deichlinie 1721 endgültig aufgegeben, der südlich des Ortes gelegene Notdeich zum Seedeich ausgebaut und Itzendorf damit ausgedeicht.[3]

Einzelnachweise

  1. Riemann, Friedrich (1931): Die Weihnachtsflut des Jahres 1717. In: Geschichte des Jeverlands. Band 3, Fünftes Buch, Kapitel 10, Jever, S. 228–249
  2. Geschichte der Reformierten Gemeinde Lütetsburg-Norden, abgerufen am 29. März 2021
  3. Ohlig, Christoph (2005): Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, S. 36

Siehe auch