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Über die Gründung der Westerhörner Schule ist nichts bekannt. Sicher ist, dass sie 1782 erbaut wurde und noch bis 1813 mit Stroh bedeckt war. Am | Über die Gründung der Westerhörner Schule ist nichts bekannt. Sicher ist, dass sie 1782 erbaut wurde und noch bis 1813 mit Stroh bedeckt war. Am Westende befand sich die Klasse und am Ostende eine Küche und ein Stall. Der Raum unter dem Abdach der Tür wurde ''Ülkgatt'' genannt.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 74</ref> Möglicherweise haben hier Iltisse (= Ülke) oder Marder gehaust (gatt = Höhle). | ||
Bei der [[Februarflut 1825|Februarflut im Jahre 1825]] wurde die Schule von den Fluten überschwemmt, blieb aber weitestgehend unversehrt. Der Lehrer musste zu einem nahegelegenen, auf einer [[Warft]] errichteten Hof, flüchten. Um 1868 wurde das inzwischen baufällige Gebäude neu errichtet.<ref name=":0" /> | Bei der [[Februarflut 1825|Februarflut im Jahre 1825]] wurde die Schule von den Fluten überschwemmt, blieb aber weitestgehend unversehrt. Der Lehrer musste zu einem nahegelegenen, auf einer [[Warft]] errichteten Hof, flüchten. Um 1868 wurde das inzwischen baufällige Gebäude neu errichtet.<ref name=":0" /> | ||
Während des Ersten Weltkriegs besuchten 98 Kinder die Westerhörner Schule. 24 von ihnen kamen aus Itzendorf, da die [[Alte Itzendorfer Schule|dortige Schule]] von der Armee requiriert | Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] besuchten 98 Kinder die Westerhörner Schule. 24 von ihnen kamen aus [[Itzendorf]], da die [[Alte Itzendorfer Schule|dortige Schule]] von der Armee requiriert wurde.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_II.pdf Beschreibung von Westermarsch II] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Am Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurden hier Soldaten und Flüchtlinge untergebracht, sodass der Schulbetrieb zum Erliegen kam. Die neuen Bewohner behandelten die Schule und die Einrichtung alles andere als gut, sodass nach ihrem Auszug eine umfangreiche Sanierung erforderlich war.<ref name=":0" /><ref>Ostfriesischer Kurier vom 4. November 2006, S. 10</ref> 1956 waren die Renovierungen abgeschlossen, 1961 wurde ein Gruppenraum angebaut.<ref name=":0" /> Im selben Jahr wurden die Jahrgänge 7 bis 9 an die [[Alte Norddeicher Schule]] umgeschult.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 131</ref> | ||
1968 wurde die Schule geschlossen. In ihrer 186-jährigen Geschichte hatte die Schule 23 Lehrer. Der stete Wechsel war vor allem der mangelnden Bereitschaft der Schulgemeinde zur Instandhaltung der Schule geschuldet.<ref name=":0" /> Interessanterweise war der letzte Bewohner der Schule auch der erste, als diese keine solche mehr war. Es handelte sich hierbei um den letzten, dort tätigen Lehrer [[Heinrich Hujer]], der auch eine Chronik über seine Schule verfasste.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 16. September 2006, S. 14</ref> Bis heute wird die Schule zu privaten Wohnzwecken und als Ferienwohnung genutzt. | 1968 wurde die Schule geschlossen. In ihrer 186-jährigen Geschichte hatte die Schule 23 Lehrer. Der stete Wechsel war vor allem der mangelnden Bereitschaft der Schulgemeinde zur Instandhaltung der Schule geschuldet.<ref name=":0" /> Interessanterweise war der letzte Bewohner der Schule auch der erste, als diese keine solche mehr war. Es handelte sich hierbei um den letzten, dort tätigen Lehrer [[Heinrich Hujer]], der auch eine Chronik über seine Schule verfasste.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 16. September 2006, S. 14</ref> Bis heute wird die Schule zu privaten Wohnzwecken und als Ferienwohnung genutzt. | ||
Version vom 10. Juni 2022, 13:25 Uhr
Westerhörner Schule | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entstehungszeit | um 1868 (1782) |
| Erbauer | Gemeinde Westermarsch II |
| Bauweise | Ziegelsteinbau |
| Entwidmung | 1968 |
| Erhaltungszustand | erhalten |
| Genaue Lage | Westerhörner Schoolpad 1
26506 Norden |
Die Westerhörner Schule war die nordwestlichste Schule des deutschen Festlandes und damit naturgemäß auch der Stadt Norden. Sie war neben der Itzendorfer Schule eine der beiden Schulen in Westermarsch II. Sie wurde auch Oldehörner Schule genannt.
Geschichte
Über die Gründung der Westerhörner Schule ist nichts bekannt. Sicher ist, dass sie 1782 erbaut wurde und noch bis 1813 mit Stroh bedeckt war. Am Westende befand sich die Klasse und am Ostende eine Küche und ein Stall. Der Raum unter dem Abdach der Tür wurde Ülkgatt genannt.[1] Möglicherweise haben hier Iltisse (= Ülke) oder Marder gehaust (gatt = Höhle).
Bei der Februarflut im Jahre 1825 wurde die Schule von den Fluten überschwemmt, blieb aber weitestgehend unversehrt. Der Lehrer musste zu einem nahegelegenen, auf einer Warft errichteten Hof, flüchten. Um 1868 wurde das inzwischen baufällige Gebäude neu errichtet.[1]
Während des Ersten Weltkriegs besuchten 98 Kinder die Westerhörner Schule. 24 von ihnen kamen aus Itzendorf, da die dortige Schule von der Armee requiriert wurde.[2] Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden hier Soldaten und Flüchtlinge untergebracht, sodass der Schulbetrieb zum Erliegen kam. Die neuen Bewohner behandelten die Schule und die Einrichtung alles andere als gut, sodass nach ihrem Auszug eine umfangreiche Sanierung erforderlich war.[1][3] 1956 waren die Renovierungen abgeschlossen, 1961 wurde ein Gruppenraum angebaut.[1] Im selben Jahr wurden die Jahrgänge 7 bis 9 an die Alte Norddeicher Schule umgeschult.[4]
1968 wurde die Schule geschlossen. In ihrer 186-jährigen Geschichte hatte die Schule 23 Lehrer. Der stete Wechsel war vor allem der mangelnden Bereitschaft der Schulgemeinde zur Instandhaltung der Schule geschuldet.[1] Interessanterweise war der letzte Bewohner der Schule auch der erste, als diese keine solche mehr war. Es handelte sich hierbei um den letzten, dort tätigen Lehrer Heinrich Hujer, der auch eine Chronik über seine Schule verfasste.[5] Bis heute wird die Schule zu privaten Wohnzwecken und als Ferienwohnung genutzt.
Lehrkräfte
| Zeitraum | Vollständiger Name |
|---|---|
| 1782 - 1813 | Poppe Steffens |
| 1813 - 1851 | Hinrich Cremer |
| 1851 - 1881 | Folkert Cremer |
| 1881 - 1885 | F. R. Müller |
| 1885 - 1889 | Gerhard Kleen |
| 1889 - 1892 | Ubbo Janssen |
| 1892 - 1897 | H. Engelckes |
| 1897 - 1899 | ??? Alting |
| Sommer 1901 | ??? Stolle |
| 1901 - 1906 | ??? Westermann |
| 1906 - 1907 | ??? Schöneboom |
| 1907 - 1908 | H. Friemann |
| 1908 - 1909 | Bruno Diersmann |
| 1909 - 1912 | Heye Gross |
| 1912 - 1914 | Johannes Juilfs |
| 1914 - 1916 | ??? Aries |
| 1916 - 1923 | ??? Groot |
| 1923 - 1929 | Wilhelm Wiedey |
| 1929 - 1939 | Leopold Gerdes |
| 1939 - 1945 | Rikus Hinrichs Daniels |
| 1945 - 1949 | Gerhard Klaffke |
| 1949 - 1968 | Heinrich Hujer |
Galerie
-
Aufnahme aus dem Jahr 1960.
Literatur
- Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 74-75
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 74
- ↑ Beschreibung von Westermarsch II in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
- ↑ Ostfriesischer Kurier vom 4. November 2006, S. 10
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 131
- ↑ Ostfriesischer Kurier vom 16. September 2006, S. 14