Schüttemeister: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Version vom 28. September 2021, 13:26 Uhr

Die Schüttemeister (später: Baumeister) waren zwei hierzu beauftrage Ratsherren des Stadtrates. Das Amt gab es spätestens seit 1535 mit Einführung der Instituta Nordana.[1] Die Schüttemeister hatten unter anderem polizeiliche Funktionen erfüllen, wobei der Polizeibegriff hier im weiteren Sinne zu verstehen ist und so etwa auch die Aufsicht über Maße und Gewichte an der Stadtwaage beinhaltete.[2] Bei Ausübung ihrer Tätigkeit waren sie an die Instituta Nordana gebunden, die auch als Polizeiordnung bezeichnet wurde und in Bezug auf das Gewerbe im Wesentlichen eine Fortschreibung des friesischen Gewohnheitsrechts darstellte.[3]

Wie in anderen Städten auch, hatten die Norder Schüttemeister wohl auch die Bürger im Waffenhandwerk zu unterrichten und den Wachtdienst zu organisieren. Als Befehlshaber achtete sie darauf, dass die Bürger ihre Waffen in gutem Zustand hielten und befehligten diese im Kriegsfalle. Ihre Anzahl betrug in der Regel vier.[1] Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass jeder von ihnen für die Sicherheit und Ordnung in den vier Kluften zuständig war.

Ab 1602 ging die Aufgabe der Schüttemeister auf den Stadtrat über, der hierfür zwei sogenannte Baumeister ernannte.[4] Sie überwachten ferner den ordnungsgemäßen Ablauf der Wochenmärkte nebst Einhaltung der Gewichte an der Stadtwaage, Verkaufsverbote außerhalb der Marktflächen sowie die Preisgestaltung. So gab es beispielsweise für Brot fest vorgeschriebene Preise, die nicht überschritten werden durften, um eine Versorgung der Bevölkerung mit diesem Grundnahrungsmittel bestmöglich sicherzustellen.[5]

Eine weitere Aufgabe der Baumeister war dafür Sorge zu tragen, dass zwischen neugebauten Häusern ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten wurde, um einen besseren Brandschutz zu gewährleisten.[5] Wie mehrere Stadtbrände zeigen, gelang dies nur mäßig und auch heute noch ist die Innenstadt äußerst dicht bebaut und die Häuser reihen sich aneinander. Zur Erfüllung ihrer mannigfaltigen Aufgaben standen ihnen mehrere Stadtdiener zur Seite.[6]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 50
  2. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 55
  3. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 12
  4. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 57
  5. 5,0 5,1 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 27
  6. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 28

Siehe auch