Roter Pfahl: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Der '''Rote Pfahl''' stellt die Grenzmarkierung zwischen den ehemals eigenständigen Landgemeinden [[Norddeich]] (bzw. [[Lintelermarsch]]) und [[Ostermarsch]] dar. Er wurde 1969 im Zuge der Deichverstärkungen der 1960er errichtet und liegt unmittelbar auf der Deichlinie entlang der [[Roter Pfahl (Straße)|gleichnamigen Straße]].
Der '''Rote Pfahl''' stellt die Grenzmarkierung zwischen den ehemals eigenständigen Landgemeinden [[Norddeich]] (bzw. [[Lintelermarsch]]) und [[Ostermarsch]] dar. Er wurde 1969 im Zuge der Deichverstärkungen der 1960er erneuert und rot bemalt, obwohl seine Bedeutung eigentlich nichts mit der Farbe zu tun hat. Der am Fuße des Deiches [[Roter Pfahl (Straße)|verlaufende Weg]] wurde im Zuge der Erneuerung nach ihm benannt.


==Geschichte==
==Geschichte==
Der Rote Pfahl erinnert an die Zeit der Pfandwirtschaft und die damaligen Maßeinheiten in Ruthen, Fuß, Zoll und Linien, mit deren an die [[Deichlast]] der Deichanlieger erinnert wurde. Auf seiner dem Land zugewandten Seite trägt der ''Rote Pfahl'' das eingeschnittene Maß einer halben rheinländischen Ruthe. Der Volksmund hat aus dem Wort ''roed'' für ''Ruthe'', das Wort ''rot'' gemacht. Die Aufschrift auf der nach Südwesten in Richtung Norddeich gerichteten Seite heißt: ''"De Roo Paal. [[Deichschau|Osterschauung]] der [[Westermarscher Deichacht|Wester-]] und [[Lintelermarscher Deichacht|Linteler-Marscher Deichacht]]. Anfang: Bei Munnicken Schanze gegen den Schloot von Rudolphi Erben Platz zu 30 Diemathen. Ende beim [[Deichachtskrug|Deichachts-Krug]]. Länge 2231 Rheinl. Ruthen 8 Fuß 3 Zoll 4 Linien. Errichtet 1969. [[Oberdeichrichter|Deichrichter]] Mescher."'' Auf der anderen Seite, der Ostermarsch zugewendet steht: ''"De Roo Paal. Deich der [[Ostermarscher Deichacht]]. Länge: 2155 Rheinl. Ruthen 8 Fuß 3 Zoll 4 Linien. [[Oberdeichrichter|Deichrichter]] Fischer."''<ref>Das Bollwerk des Norderlandes, hrsg. von der Deichacht Norden, Norden 1989, S. 8</ref>
Kartografisch verzeichnet ist der Rote Pfahl spätestens seit 1895.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Er erinnert an die Zeit der Pfandwirtschaft und die damaligen Maßeinheiten in Ruthen, Fuß, Zoll und Linien, mit denen an die [[Deichlast]] der Deichanlieger erinnert wurde. Anders als heute waren diese früher für den Unterhalt des Deiches zuständig, erst später ging diese Aufgabe auf die [[Deichacht Norden|Deichachten]] über. Dabei hatte jeder Deichanlieger einen bestimmten Abschnitt zu betreuen, der mittels der genannten Längenmaße genau festgelegt war.


Am 8. Januar 1916 stürzte seeseits des Deichs, nahe des Roten Pfahls, ein Wasserflugzeug ab. Der Pilot wurde zunächst gerettet, verstarb jedoch später an seinen Verletzungen. Sein Begleiter ertrank noch in den Fluten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 62</ref>
Auf seiner dem Land zugewandten Seite trägt der ''Rote Pfahl'' das eingeschnittene Maß einer halben rheinländischen Ruthe. Der Volksmund hat aus dem Wort ''roed'' für ''Ruthe'', das Wort ''rot'' gemacht.<ref>Das Bollwerk des Norderlandes, hrsg. von der Deichacht Norden, Norden 1989, S. 8</ref> Die Aufschrift auf der nach Südwesten in Richtung Norddeich gerichteten Seite lautet: ''"De Roo Paal. [[Deichschau|Osterschauung]] der [[Westermarscher Deichacht|Wester-]] und [[Lintelermarscher Deichacht|Linteler-Marscher Deichacht]]. Anfang: Bei Munnicken Schanze gegen den Schloot von Rudolphi Erben Platz zu 30 Diemathen. Ende beim [[Deichachtskrug|Deichachts-Krug]]. Länge 2231 Rheinl. Ruthen 8 Fuß 3 Zoll 4 Linien. Erneuert 1969. [[Oberdeichrichter|Deichrichter]] Mescher."''
 
Auf der anderen Seite, der Ostermarsch zugewendet steht: ''"De Roo Paal. Deich der [[Ostermarscher Deichacht]]. Länge: 2155 Rheinl. Ruthen 8 Fuß 3 Zoll 4 Linien. [[Oberdeichrichter|Deichrichter]] Fischer."''
 
Am 8. Januar 1916 stürzte seeseitig des Deichs, nahe des Roten Pfahls, ein Wasserflugzeug ab. Der Pilot wurde zunächst gerettet, verstarb jedoch später an seinen Verletzungen. Sein Begleiter ertrank noch in den Fluten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 62</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Version vom 23. September 2021, 13:16 Uhr

Roter Pfahl

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Basisdaten
Kategorie Orte in Norddeich
Stadtteil/-viertel Norddeich
Genaue Lage Deichlinie an der

gleichnamigen Straße

Der Rote Pfahl stellt die Grenzmarkierung zwischen den ehemals eigenständigen Landgemeinden Norddeich (bzw. Lintelermarsch) und Ostermarsch dar. Er wurde 1969 im Zuge der Deichverstärkungen der 1960er erneuert und rot bemalt, obwohl seine Bedeutung eigentlich nichts mit der Farbe zu tun hat. Der am Fuße des Deiches verlaufende Weg wurde im Zuge der Erneuerung nach ihm benannt.

Geschichte

Kartografisch verzeichnet ist der Rote Pfahl spätestens seit 1895.[1] Er erinnert an die Zeit der Pfandwirtschaft und die damaligen Maßeinheiten in Ruthen, Fuß, Zoll und Linien, mit denen an die Deichlast der Deichanlieger erinnert wurde. Anders als heute waren diese früher für den Unterhalt des Deiches zuständig, erst später ging diese Aufgabe auf die Deichachten über. Dabei hatte jeder Deichanlieger einen bestimmten Abschnitt zu betreuen, der mittels der genannten Längenmaße genau festgelegt war.

Auf seiner dem Land zugewandten Seite trägt der Rote Pfahl das eingeschnittene Maß einer halben rheinländischen Ruthe. Der Volksmund hat aus dem Wort roed für Ruthe, das Wort rot gemacht.[2] Die Aufschrift auf der nach Südwesten in Richtung Norddeich gerichteten Seite lautet: "De Roo Paal. Osterschauung der Wester- und Linteler-Marscher Deichacht. Anfang: Bei Munnicken Schanze gegen den Schloot von Rudolphi Erben Platz zu 30 Diemathen. Ende beim Deichachts-Krug. Länge 2231 Rheinl. Ruthen 8 Fuß 3 Zoll 4 Linien. Erneuert 1969. Deichrichter Mescher."

Auf der anderen Seite, der Ostermarsch zugewendet steht: "De Roo Paal. Deich der Ostermarscher Deichacht. Länge: 2155 Rheinl. Ruthen 8 Fuß 3 Zoll 4 Linien. Deichrichter Fischer."

Am 8. Januar 1916 stürzte seeseitig des Deichs, nahe des Roten Pfahls, ein Wasserflugzeug ab. Der Pilot wurde zunächst gerettet, verstarb jedoch später an seinen Verletzungen. Sein Begleiter ertrank noch in den Fluten.[3]

Einzelnachweise

  1. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  2. Das Bollwerk des Norderlandes, hrsg. von der Deichacht Norden, Norden 1989, S. 8
  3. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 62

Siehe auch