Spedition Peter Janssen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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==Geschichte==
==Geschichte==
Die Spedition wurde 1872 von [[Peter Janssen]] an der [[Brückstraße]] als Bahnspeditions- und Möbeltransportunternehmen gegründet. Zu dieser Zeit war Norden noch nicht an das in Emden endende [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnnetz]]<nowiki/>angebunden, sodass sich das Geschäftsfeld Janssens vor allem auch auf den Warentransport über Land von Emden nach Norden erstreckte. Im alltäglichen Sprachgebrauch hieß sein Transportwagen daher auch ''Emder Wagen''. Die Transportbranche war Janssen keinesfalls fremd, war doch sein Vater als [[Kajemeister]] am [[Norder Hafen]] auch für die ordnungsgemäße Be- und Entladung der durch die Sielfuhrmänner transportierten Waren zuständig.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 233</ref> Da die Straßen zu dieser Zeit weitestgehend noch nicht befestigt waren, hatte Janssen nicht selten Mühe, seine Waren von Emden nach Norden zu transportieren, wenngleich ihm hierbei wohl der in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte (befestigte) Bau der [[Bundesstraße|Chaussee]] sehr zugute kam.
1881 erwarb Janssen ein Haus mit Scheune an der [[Sielstraße]] 19 (nach alter Nummerierung: 423) von einem Norder Fuhrmann zum Preis von 5.355 Mark. Das noch bis in das 21. Jahrhundert bestehende Haupthaus ließ er 1886 an gleicher Stelle errichten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 234</ref>
Als Norden 1882 bzw. 1883 endlich den lange ersehnten Anschluss an das [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnnetz]] bekam, wurde Janssen von der staatlichen Eisenbahndirektion in Münster mit der bahnamtlichen Spedition beauftragt. Dies bedeutete, dass er von nun an täglich Fracht-, Eil- und Expressgüter von der Bahn in die Stadt transportierte bzw. an die Zieladressen lieferte. Lange Zeit übernahm er auch den Transport der beim Norder [[Pfingstmarkt]] auftretenden Künstlern, dessen Transport unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung stattfand.<ref name=":0" />
Nach dem Tode von Janssen, der 1916 starb, übernahmen seine Sohne [[Wilhelm Janssen]] und [[Peter Janssen (1890)|Peter Janssen II.]] den Familienbetrieb. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen 16 Pferdegespanne im Einsatz. Wilhelm starb 1943, Peter II. 1945, im selben Jahr fiel auch dessen Sohn [[Peter Janssen (1923)|Peter Janssen]] in der Eifel.<ref name=":0" /><ref>[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/grabstein/28357/Peter-Janssen--Norden-neuer+Friedhof Grabsteine der Familie Peter Janssen] auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 7. Juli 2021</ref> Deshalb übernahm [[Therese Janssen]], geb. Fischer das Geschäft bis sie es 1960 an ihre Söhne [[Georg Janssen]] und [[Johann Janssen]] sowie [[Gerhard Janssen]], dem Sohn von Wilhelm übertrug.<ref name=":0" />
Im September 1994 zog das Unternehmen in das [[Gewerbegebiet Leegemoor]] und spielt noch heute eine wichtige, überregionale Rolle im Speditionswesen und ist zudem von großer Bedeutung für die Versorgung der Insel Norderney.


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==

Version vom 7. Juli 2021, 19:11 Uhr

Spedition Peter Janssen

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Basisdaten
Gründung 1872
Auflösung -
Rechtsform Offene Handelsgesellschaft (OHG)
Hauptsitz Stellmacherstraße 26

26506 Norden

Die Spedition Peter Janssen ist

Geschichte

Die Spedition wurde 1872 von Peter Janssen an der Brückstraße als Bahnspeditions- und Möbeltransportunternehmen gegründet. Zu dieser Zeit war Norden noch nicht an das in Emden endende Bahnnetzangebunden, sodass sich das Geschäftsfeld Janssens vor allem auch auf den Warentransport über Land von Emden nach Norden erstreckte. Im alltäglichen Sprachgebrauch hieß sein Transportwagen daher auch Emder Wagen. Die Transportbranche war Janssen keinesfalls fremd, war doch sein Vater als Kajemeister am Norder Hafen auch für die ordnungsgemäße Be- und Entladung der durch die Sielfuhrmänner transportierten Waren zuständig.[1] Da die Straßen zu dieser Zeit weitestgehend noch nicht befestigt waren, hatte Janssen nicht selten Mühe, seine Waren von Emden nach Norden zu transportieren, wenngleich ihm hierbei wohl der in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte (befestigte) Bau der Chaussee sehr zugute kam.

1881 erwarb Janssen ein Haus mit Scheune an der Sielstraße 19 (nach alter Nummerierung: 423) von einem Norder Fuhrmann zum Preis von 5.355 Mark. Das noch bis in das 21. Jahrhundert bestehende Haupthaus ließ er 1886 an gleicher Stelle errichten.[2]

Als Norden 1882 bzw. 1883 endlich den lange ersehnten Anschluss an das Bahnnetz bekam, wurde Janssen von der staatlichen Eisenbahndirektion in Münster mit der bahnamtlichen Spedition beauftragt. Dies bedeutete, dass er von nun an täglich Fracht-, Eil- und Expressgüter von der Bahn in die Stadt transportierte bzw. an die Zieladressen lieferte. Lange Zeit übernahm er auch den Transport der beim Norder Pfingstmarkt auftretenden Künstlern, dessen Transport unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung stattfand.[2]

Nach dem Tode von Janssen, der 1916 starb, übernahmen seine Sohne Wilhelm Janssen und Peter Janssen II. den Familienbetrieb. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen 16 Pferdegespanne im Einsatz. Wilhelm starb 1943, Peter II. 1945, im selben Jahr fiel auch dessen Sohn Peter Janssen in der Eifel.[2][3] Deshalb übernahm Therese Janssen, geb. Fischer das Geschäft bis sie es 1960 an ihre Söhne Georg Janssen und Johann Janssen sowie Gerhard Janssen, dem Sohn von Wilhelm übertrug.[2]

Im September 1994 zog das Unternehmen in das Gewerbegebiet Leegemoor und spielt noch heute eine wichtige, überregionale Rolle im Speditionswesen und ist zudem von großer Bedeutung für die Versorgung der Insel Norderney.

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 233
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 234
  3. Grabsteine der Familie Peter Janssen auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 7. Juli 2021

Siehe auch