Gotteskammer: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Gotteskammer''' war im niederdeutschen Raum im Mittelalter und später die Bezeichnung für ein kirchliches Armenhaus. | '''Gotteskammer''' war im niederdeutschen Raum im Mittelalter und später die Bezeichnung für ein kirchliches Armenhaus. | ||
In der Diakonie oder dem ''Institut der Fremden Armen'' gab es Gooskammern oder Gotteskammern, in denen arme Witwen untergebracht waren. Die Norder Gotteskammern befanden sich unter anderem in der ''[[Sielstraße]]'' (belegt für 1560), am ''[[Burggraben]]'' (zwei Gotteskammern; 1646) und in der [[Kirchstraße]]. Die Häuser am ''Burggraben'' und in der Kirchstraße waren Stiftungen des adeligen Familiensitzes ''[[Osterburg|Osterhaus]]''.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 97</ref><ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 23</ref> | In der Diakonie oder dem ''Institut der Fremden Armen'' gab es Gooskammern oder Gotteskammern, in denen arme Witwen untergebracht waren. Die Norder Gotteskammern befanden sich unter anderem in der ''[[Sielstraße]]'' (belegt für 1560), am ''[[Burggraben]]'' (zwei Gotteskammern; 1646) und in der [[Kirchstraße]]. Die Häuser am ''Burggraben'' und in der Kirchstraße waren Stiftungen des adeligen Familiensitzes ''[[Osterburg|Osterhaus]]''.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 97</ref><ref name=":0">Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 23</ref> Für den Unterhalt der Gotteskammer an der Sielstraße hatten die Bewohner des Hauses [[Am Markt 1]] zu sorgen.<ref name=":0" /> | ||
Die Institution der Gotteskammern entstammt dem Mittelalter, als die Armenwohlfahrt noch nicht vom Staat, sondern von den Kirchen geleistet wurde. | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
<references/> | <references/> | ||
==Siehe auch== | |||
*[[Armenverband Norden]] | |||
*[[Gasthaus]] | |||
[[Kategorie:Begriffserläuterungen]] | [[Kategorie:Begriffserläuterungen]] | ||
Version vom 4. März 2024, 09:00 Uhr
Gotteskammer war im niederdeutschen Raum im Mittelalter und später die Bezeichnung für ein kirchliches Armenhaus.
In der Diakonie oder dem Institut der Fremden Armen gab es Gooskammern oder Gotteskammern, in denen arme Witwen untergebracht waren. Die Norder Gotteskammern befanden sich unter anderem in der Sielstraße (belegt für 1560), am Burggraben (zwei Gotteskammern; 1646) und in der Kirchstraße. Die Häuser am Burggraben und in der Kirchstraße waren Stiftungen des adeligen Familiensitzes Osterhaus.[1][2] Für den Unterhalt der Gotteskammer an der Sielstraße hatten die Bewohner des Hauses Am Markt 1 zu sorgen.[2]
Die Institution der Gotteskammern entstammt dem Mittelalter, als die Armenwohlfahrt noch nicht vom Staat, sondern von den Kirchen geleistet wurde.