Westerroggenmühle: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Mühle befand sich, wie [[Bargebur]] seinerzeit auch, im Besitz des Grafen von Lütetsburg. Dieser möchte sie 1715 in Erbpacht veräußern. Erbpacht war das vererbliche und verkäufliche Recht, gegen eine Pacht ein fremdes Grundstück bewirtschaften zu dürfen und die Früchte daraus zu ziehen. [[Jürgen Garrels]] konnte die Mühle im genannten Jahr vom Grafen erwerben bzw. pachten.<ref>StAA, Rep. 39, Nr. 117</ref> Seine jährliche Pacht betrug 10 Reichstaler.<ref>StAA, Rep. 6, Nr. 3178</ref> Zudem war er verpflichtet, für den Graf unentgeltlich zu mahlen. | |||
Ein wesentlicher Vorteil des Müllers war es, dass er die Mühle als Geld- und nicht als Mattmühle betreiben durfte.<ref>StAA, Rep. 39, Nr. 117</ref> Das heißt, er durfte für das Mahlen Geld verlangen und hatte sich nicht damit zu begnügen, einen Anteil des gemahlenen Getreides als Lohn anzunehmen.<ref>[http://www.michaeltillheinze.de/f_k1990/f_k900426.htm Abgrenzung zwischen Mattmühle und Geldmühle], abgerufen am 29. September 2021</ref> Seit 1754 hatte die Mühle nur oder nur noch einen Mahlgang.<ref>StAA, Rep. 37, Nr. 1431</ref> Um 1800 wurde der Oberbau der Mühle als 46 Fuß (ca. 13 Meter) hoch und 14 Fuß (ca. 4,2 Meter) breit beschrieben. Insgesamt soll sie eine Höhe von 75 Fuß (ca. 22,5 Meter) gehabt haben.<ref>StAA, Rep. 39, Nr. 117</ref> | |||
In der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 1878 brannte die Mühle ab. Ihr letzter Müller, [[Ibeling Brauer]], erklärte, dass er diese nicht mehr aufbauen wolle.<ref>StAA, Dep. 71, Nr. 9, S. 50</ref> | |||
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Version vom 29. September 2021, 11:32 Uhr
Westerroggenmühle | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | vor 1594 | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Bauweise | Bockwindmühle | |||||||
| Erhaltungszustand | 1878 abgebrannt | |||||||
| Genaue Lage | im Winkel von Am Moortief
und dem Alten Postweg | |||||||
Die Westerroggenmühle (auch: Westerrockenmühle) war eine Bockwindmühle im Winkel der heutigen Straße Am Moortief und Alter Postweg in Bargebur. Sie brannte 1878 ab und wurde nicht wieder aufgebaut.
Geschichte
Wahrscheinlich ist die Mühle bereits auf der von Ubbo Emmius um 1600 gezeichneten Karte von Ostfriesland sowie auf einer 1594 kolorierten Zeichnung auf der Norden mit seinem Hafen und der Deichmühlefestgehalten wird.[1] Es handelte sich um eine hölzerne Bockwindmühle, wie eine Zeichnung aus der Zeit um 1870 belegt.
Die Mühle befand sich, wie Bargebur seinerzeit auch, im Besitz des Grafen von Lütetsburg. Dieser möchte sie 1715 in Erbpacht veräußern. Erbpacht war das vererbliche und verkäufliche Recht, gegen eine Pacht ein fremdes Grundstück bewirtschaften zu dürfen und die Früchte daraus zu ziehen. Jürgen Garrels konnte die Mühle im genannten Jahr vom Grafen erwerben bzw. pachten.[2] Seine jährliche Pacht betrug 10 Reichstaler.[3] Zudem war er verpflichtet, für den Graf unentgeltlich zu mahlen.
Ein wesentlicher Vorteil des Müllers war es, dass er die Mühle als Geld- und nicht als Mattmühle betreiben durfte.[4] Das heißt, er durfte für das Mahlen Geld verlangen und hatte sich nicht damit zu begnügen, einen Anteil des gemahlenen Getreides als Lohn anzunehmen.[5] Seit 1754 hatte die Mühle nur oder nur noch einen Mahlgang.[6] Um 1800 wurde der Oberbau der Mühle als 46 Fuß (ca. 13 Meter) hoch und 14 Fuß (ca. 4,2 Meter) breit beschrieben. Insgesamt soll sie eine Höhe von 75 Fuß (ca. 22,5 Meter) gehabt haben.[7]
In der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 1878 brannte die Mühle ab. Ihr letzter Müller, Ibeling Brauer, erklärte, dass er diese nicht mehr aufbauen wolle.[8]
Galerie
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Ganz rechts die Bargeburer Mühle, links daneben die Westerroggenmühle. Im Vordergrund die Ölmühle, im Hintergrund die Bargeburer Kirche und die Turmspitze von Schloss Lütetsburg.