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Fischer besuchte zunächst die Volksschule und begann daraufhin eine Lehre als Buchdrucker. In seinem Beruf war er bis zum Jahr 1928 tätig und wechselte daraufhin als kaufmännischer Angestellter in das Genossenschaftswesen. 1913 organisierte sich Fischer gewerkschaftlich. Als gewerkschaftlicher Funktionär war er bei verschiedenen Spruchkammern und beim Arbeitsgericht ehrenamtlicher Richter. Im Ersten Weltkrieg war er von 1914 bis 1918 Kriegsteilnehmer als Angehöriger der Marine. | Fischer besuchte zunächst die Volksschule und begann daraufhin eine Lehre als Buchdrucker. In seinem Beruf war er bis zum Jahr 1928 tätig und wechselte daraufhin als kaufmännischer Angestellter in das Genossenschaftswesen. 1913 organisierte sich Fischer gewerkschaftlich. Als gewerkschaftlicher Funktionär war er bei verschiedenen Spruchkammern und beim Arbeitsgericht ehrenamtlicher Richter. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] war er von 1914 bis 1918 Kriegsteilnehmer als Angehöriger der Marine. | ||
Im Jahre 1918 trat er der SPD bei und war seit 1926 Mitglied des | Im Jahre 1918 trat er der SPD bei und war seit 1926 Mitglied des [[Stadtrat|Stadtrates]] in Norden. Aus politischen Gründen wurde er nach der Machtergreifung 1933 aus dem Amt entlassen. Nach 1933 wurde er wegen seiner Tätigkeit als Sozialdemokrat politisch verfolgt und saß zwei Jahre eine Zuchthausstrafe ab.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 49</ref> Nach dem Krieg war er zwischen 1945 und 1949 genossenschaftlicher Geschäftsführer. Er wurde Mitinhaber einer Buchdruckerei und war seit dem Jahr 1945 erneut Mitglied des Stadtrates. Zudem war er [[Landkreis Norden|Kreistagsabgeordneter]] und wurde überdies zum ersten, stellvertretenden [[Bürgermeister]] der Nachkriegszeit gewählt.<ref name=":0" /><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 51</ref> | ||
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Nach Fischer ist die [[Bürgermeister-Fischer-Straße]] in [[Vierzig Diemat]] benannt. | Nach Fischer ist die [[Bürgermeister-Fischer-Straße]] in [[Vierzig Diemat]] benannt. | ||
Version vom 5. August 2021, 18:49 Uhr
Johann Fischer (* 1. März 1895 auf Norderney; † 21. Februar 1983 in Norden) war von 1946 bis 1948 und von 1956 bis 1959 Bürgermeister der Stadt Norden.[1]
Leben
Fischer besuchte zunächst die Volksschule und begann daraufhin eine Lehre als Buchdrucker. In seinem Beruf war er bis zum Jahr 1928 tätig und wechselte daraufhin als kaufmännischer Angestellter in das Genossenschaftswesen. 1913 organisierte sich Fischer gewerkschaftlich. Als gewerkschaftlicher Funktionär war er bei verschiedenen Spruchkammern und beim Arbeitsgericht ehrenamtlicher Richter. Im Ersten Weltkrieg war er von 1914 bis 1918 Kriegsteilnehmer als Angehöriger der Marine.
Im Jahre 1918 trat er der SPD bei und war seit 1926 Mitglied des Stadtrates in Norden. Aus politischen Gründen wurde er nach der Machtergreifung 1933 aus dem Amt entlassen. Nach 1933 wurde er wegen seiner Tätigkeit als Sozialdemokrat politisch verfolgt und saß zwei Jahre eine Zuchthausstrafe ab.[2] Nach dem Krieg war er zwischen 1945 und 1949 genossenschaftlicher Geschäftsführer. Er wurde Mitinhaber einer Buchdruckerei und war seit dem Jahr 1945 erneut Mitglied des Stadtrates. Zudem war er Kreistagsabgeordneter und wurde überdies zum ersten, stellvertretenden Bürgermeister der Nachkriegszeit gewählt.[3][4]
1946 wurde er der Nachfolger von Bürgermeister Albert Schöneberg, nachdem sich dieser (unbegründeten) Vorwürfen über seine politische Vergangenheit ausgesetzt sah. Fischer bekleidete dieses Amt schließlich von 1946 bis 1948 und von 1956 bis 1959. Im Anschluss an seine Amtszeit als Bürgermeister wurde er im Jahr 1949 bis 1952 Landrat des Landkreis Norden. Auch war er in der ersten Wahlperiode vom 20. April 1947 bis 30. April 1951 sowie in der dritten Wahlperiode vom 6. Mai 1955 bis 5. Mai 1959 zudem Mitglied des Niedersächsischen Landtages.[3]
Ehrungen
Nach Fischer ist die Bürgermeister-Fischer-Straße in Vierzig Diemat benannt.
Einzelnachweise
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden - Handel und Wandel, Norden
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 49
- ↑ 3,0 3,1 Simon, Barbara (1996): Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994. Biographisches Handbuch, Hannover, S. 98–99
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 51