Heimstätten: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 33: Zeile 33:


Für einfache Baracken ungewöhnlich wurden sie noch 1914 an die [[Stromversorgung]] angeschlossen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 16</ref> Nach dem Krieg wurden die Baracken ab 1920 (Einführung des Reichsheimstättengesetzes), spätestens ab 1922 (Gründung des Wohnungsbauunternehmens ''Niedersächsische Heimstätte''; kurz: ''N.S.H.'') als Unterkunft für heimkehrende und wohnungslos gewordene Soldaten sowie ihrer Familien genutzt. Die ''Niedersächsische Heimstätte'' war das Organ der staatlichen Wohnungspolitik und verantwortliche viele Siedlungs- und Wohnungsbauprojekte, darunter auch die Besiedlung von [[Neuwesteel]] ab 1934.
Für einfache Baracken ungewöhnlich wurden sie noch 1914 an die [[Stromversorgung]] angeschlossen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 16</ref> Nach dem Krieg wurden die Baracken ab 1920 (Einführung des Reichsheimstättengesetzes), spätestens ab 1922 (Gründung des Wohnungsbauunternehmens ''Niedersächsische Heimstätte''; kurz: ''N.S.H.'') als Unterkunft für heimkehrende und wohnungslos gewordene Soldaten sowie ihrer Familien genutzt. Die ''Niedersächsische Heimstätte'' war das Organ der staatlichen Wohnungspolitik und verantwortliche viele Siedlungs- und Wohnungsbauprojekte, darunter auch die Besiedlung von [[Neuwesteel]] ab 1934.
Die Baracken wurden noch bis 1965 bzw. 1966 zu Wohnzwecken genutzt und anschließend abgebrochen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 49</ref> Heute befindet sich auf dem Grund die [[Wohnanlage Marienthal]] der [[AWO Norden]].


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Version vom 3. August 2021, 18:51 Uhr

Heimstätten

{{#multimaps: Title = Heimstätten Text = Ort in Ostlintel center = 53.600051298143825, 7.20281637781259 circle = 53.600051298143825, 7.20281637781259 :150 zoom = 15 width = 300px height = 300px

}}

Basisdaten
Kategorie Orte in Norden
Stadtteil/-viertel Ostlintel
Genaue Lage Altes Klostergelände bzw.

Am Zingel / Schulstraße

Die Heimstätten (ehemals: Reserve-Lazarett) waren ein Barackenlager auf dem Gebiet der heutigen Wohnanlage Marienthal (zwischen Schulstraße und dem Neuen Friedhof).

Geschichte

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs erfasste ein Großteil der Bevölkerung im Deutschen Reich ein Gefühl von Kriegseuphorie. Unzählige Männer, insbesondere jungen Alters, meldeten sich begeistert zum Kriegsdienst. Viele von ihnen kamen gar nicht oder - zum Teil sogar schwer - verletzt zurück. Die Obrigkeit hatte mit einem schnellen Kriegsende gerechnet, kaum einer hatte daran gedacht, ausreichend medizinische Versorgungsstätten zu errichten. Je länger der Krieg voranschritt, umso größer wurde auch die Zahl der Norder Söhne, die behandelt werden mussten.

Erst während des Krieges erkannte man schließlich, dass die Kapazitäten des erst 1913 errichteten Krankenhauses an der Feldstraße (heute Stadtwerke) bei Weitem nicht ausreichen würde, um der Zahl versorgungsbedürftiger Personen Herr zu werden. Neben den zahlreichen Kriegsverwundeten und -versehrten kamen weitere Menschen die - je weiter der Krieg voranschritt - an für Hungersnöte und andere Notlagen typische Erkrankungen aufwiesen. Auch der normale Betrieb musste weitergehen. Daher errichtete man im Umfeld des Krankenhauses mehrere Lazarettbaracken. Im Militärjargon werden solche außerhalb von Kampfgebieten auch als Reserve-Lazarett genannt. Dieser Name taucht unter anderem auch auf alten Postkarten auf.

Für einfache Baracken ungewöhnlich wurden sie noch 1914 an die Stromversorgung angeschlossen.[1] Nach dem Krieg wurden die Baracken ab 1920 (Einführung des Reichsheimstättengesetzes), spätestens ab 1922 (Gründung des Wohnungsbauunternehmens Niedersächsische Heimstätte; kurz: N.S.H.) als Unterkunft für heimkehrende und wohnungslos gewordene Soldaten sowie ihrer Familien genutzt. Die Niedersächsische Heimstätte war das Organ der staatlichen Wohnungspolitik und verantwortliche viele Siedlungs- und Wohnungsbauprojekte, darunter auch die Besiedlung von Neuwesteel ab 1934.

Die Baracken wurden noch bis 1965 bzw. 1966 zu Wohnzwecken genutzt und anschließend abgebrochen.[2] Heute befindet sich auf dem Grund die Wohnanlage Marienthal der AWO Norden.

Einzelnachweise

  1. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 16
  2. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 49

Siehe auch