Haus Wirde: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Das '''Haus Wirde''' (auch: ''Gut Wirde''; später umgangssprachlich: ''Ponderosa'') war ein großes Steinhaus, das sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[In der Wirde]] und [[Alte Graft]] befand.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Noch heute lässt sich der Standort durch alte Wassergräben (namensgebend für die Alte Graft) und Anhöhen erahnen.
Die '''Haus Wirde''' war ein großes Steinhaus, das sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[In der Wirde]] und [[Alte Graft]] befand. Noch heute lässt sich der Standort durch alte Wassergräben (namensgebend für die Alte Graft) und Anhöhen erahnen.
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==Geschichte==
Erbaut wurde es 1665 von Dr. Engelbert Kettler, einem wohlhabenden Norder Bürger, der auch das "Kettlerhaus" (heute [[Mennonitenkirche]]) erbauen ließ. Angeblich soll es ihm als Sommerhaus (Wohnhaus für die Sommermonate) gedient haben.
Erbaut wurde es 1665 von [[Engelbert Kettler (1618)|Engelbert Kettler]], einem wohlhabenden Norder Bürger, der auch das [[Kettler'sches Haus|Kettler'sche Haus]] (heute Mennonitenkirche) erbauen ließ. Angeblich soll es ihm als Sommerhaus (Wohnhaus für die Sommermonate) gedient haben.<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.</ref> Bereits vorher soll es hier seit mindestens 1600 ein bäuerliches Gut mit dem Namen ''Wirde'' gegeben haben.<ref name=":1">[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:1406 Schreiber, Gretje (2017): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 1406</ref>
 
Das Haus Wirde wurde im Stil typisch ostfriesischer Steinhaus errichtet. Es bestand aus nur einem Geschoss und war in zwei Räume aufgeteilt, von denen einer als Küche diente und der andere, wie beim [[Haus Barenbusch]], ein großer Saal gewesen sein dürfte.


Der Eingang lag auf der Traufseite und führte direkt in die Küche. Der angrenzende Saal war vollständig unterkellert. An den Giebelwänden befanden sich Kaminwände, um das große Haus warm zu halten.
Da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte, wurde das Haus Wirde zugleich als Wehrhaus (Wohnhaus mit Wehr- bzw. Verteidigungsanlagen) benutzt. Im Jahr 1848 sollen hier acht Personen gewohnt haben.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Das Anwesen umfasste Ländereien in der Größe von 70 [[Diemat]].<ref name=":1" />


Im Giebel war ein Wappen eingelassen, welches das Wappen der Familie Kettler zeigt.
Im Jahr 1970 wurde das Haus Wirde abgerissen und etwas westlich davon ein neues Wohnhaus errichtet.<ref name=":0" /> Bereits 1839 wurden die Ländereien gestückelt verkauft. Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude nebst Gehölz, Lusthaus, Obstgärten, Küchen- und Kohlgarten erwarb der Schenkwirt [[Focke Alberts Müller]].<ref name=":1" /> Die von ihm hier eingerichtete ''Gaststätte Wirde'' war bis 1923 ein beliebtes Ausflugsziel der Norder Bürger sowie Treffpunkt für örtliche Vereine.<ref>Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref><ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 85</ref>


Da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte, wurde das Haus Wirde zugleich als Wehrhaus (Wohnhaus mit Wehr- bzw. Verteidigungsanlagen) benutzt.
==Beschreibung==
Das Haus Wirde wurde im Stil typisch ostfriesischer Steinhaus errichtet. Es bestand aus nur einem Geschoss und war in zwei Räume aufgeteilt, von denen einer als Küche diente und der andere, wie beim [[Haus Barenbusch]], ein großer Saal gewesen sein dürfte. Der Eingang lag auf der Traufseite und führte direkt in die Küche. Der angrenzende Saal war vollständig unterkellert. An den Giebelwänden befanden sich Kaminwände, um das große Haus warm zu halten. Im Giebel war das Wappen der Familie Kettler eingelassen.<ref name=":0" />


Im Jahr 1970 wurde das Haus Wirde abgerissen und etwas westlich davon ein neues Wohnhaus errichtet.
==Galerie==
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Datei:Haus Wirde Gut Wirde In der Wirde Restaurant Focke Alberts Müller um 1919 01.jpg|Ansichtskarte aus der Zeit des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] (gestempelt 1919).
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==Quellenverzeichnis==
==Einzelnachweise==
* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
<references/>
* Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Liste der Burgen und Wehrhäuser]]
*[[Liste der Burgen und Wehrhäuser]]
*[[Wirde]]


[[Kategorie:Wehrhäuser im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Wehrhäuser im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Ostlintel]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
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[[Kategorie:Ostlintel]]

Aktuelle Version vom 28. November 2024, 07:48 Uhr

Haus Wirde

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Basisdaten
Entstehungszeit 1665
Erbauer Engelbert Kettler
Burgentyp Steinhaus
Erhaltungszustand 1970 abgebrochen
Genaue Lage In der Wirde 31

26506 Norden

Das Haus Wirde (auch: Gut Wirde; später umgangssprachlich: Ponderosa) war ein großes Steinhaus, das sich im Winkel der heutigen Straßenzüge In der Wirde und Alte Graft befand.[1] Noch heute lässt sich der Standort durch alte Wassergräben (namensgebend für die Alte Graft) und Anhöhen erahnen.

Geschichte

Erbaut wurde es 1665 von Engelbert Kettler, einem wohlhabenden Norder Bürger, der auch das Kettler'sche Haus (heute Mennonitenkirche) erbauen ließ. Angeblich soll es ihm als Sommerhaus (Wohnhaus für die Sommermonate) gedient haben.[2] Bereits vorher soll es hier seit mindestens 1600 ein bäuerliches Gut mit dem Namen Wirde gegeben haben.[3]

Da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte, wurde das Haus Wirde zugleich als Wehrhaus (Wohnhaus mit Wehr- bzw. Verteidigungsanlagen) benutzt. Im Jahr 1848 sollen hier acht Personen gewohnt haben.[4] Das Anwesen umfasste Ländereien in der Größe von 70 Diemat.[3]

Im Jahr 1970 wurde das Haus Wirde abgerissen und etwas westlich davon ein neues Wohnhaus errichtet.[2] Bereits 1839 wurden die Ländereien gestückelt verkauft. Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude nebst Gehölz, Lusthaus, Obstgärten, Küchen- und Kohlgarten erwarb der Schenkwirt Focke Alberts Müller.[3] Die von ihm hier eingerichtete Gaststätte Wirde war bis 1923 ein beliebtes Ausflugsziel der Norder Bürger sowie Treffpunkt für örtliche Vereine.[5][6]

Beschreibung

Das Haus Wirde wurde im Stil typisch ostfriesischer Steinhaus errichtet. Es bestand aus nur einem Geschoss und war in zwei Räume aufgeteilt, von denen einer als Küche diente und der andere, wie beim Haus Barenbusch, ein großer Saal gewesen sein dürfte. Der Eingang lag auf der Traufseite und führte direkt in die Küche. Der angrenzende Saal war vollständig unterkellert. An den Giebelwänden befanden sich Kaminwände, um das große Haus warm zu halten. Im Giebel war das Wappen der Familie Kettler eingelassen.[2]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  2. 2,0 2,1 2,2 Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
  3. 3,0 3,1 3,2 Schreiber, Gretje (2017): Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 1406
  4. Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848
  5. Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
  6. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 85

Siehe auch