Hof Lintel: Unterschied zwischen den Versionen

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|Genaue Lage
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26506 Norden
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Der '''Hof Lintel''' ist ein großer Gutshof an der [[Parkstraße]] in [[Ostlintel]]. Er wurde nach seiner landwirtschaftlichen Nutzung anderen Zwecken zugeführt, eine dazugehörige Scheune diente bespielsweise lange Zeit als ''Auktionshalle'', das Hauptgebäude selbst beherbergte noch bis etwa 2010 eine Begegnungsstätte und wird heute unter dem Namen ''to huus'' zur Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge genutzt.
Der '''Hof Lintel''' (früher: ''Hof Cremer'') ist ein denkmalgeschützter Gutshof an der [[Parkstraße]] in [[Ostlintel]]. Er wurde nach seiner landwirtschaftlichen Nutzung anderen Zwecken zugeführt, eine dazugehörige Scheune diente bespielsweise lange Zeit als ''Auktionshalle'', das Hauptgebäude selbst beherbergte noch bis etwa 2010 eine Begegnungsstätte und wird heute unter dem Namen ''to huus'' zur Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge genutzt.


Der Hof Lintel darf nicht mit dem benachbarten [[Gut Lintel]] verwechselt werden.
Der Hof Lintel darf nicht mit dem benachbarten [[Gut Lintel]] verwechselt werden, obgleich er in früherer Zeit auch so genannt wurde.
__TOC__
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==Geschichte==
==Geschichte==
Noch nicht ganz klar ist das Verhältnis des Guts zur Familie des [[Sicco Doden Cremer]], die auch im Zusammenhang mit dem Anwesen genannt werden. So soll [[Sicco Theodor van Hülst]] das Gut im Jahr 1870 bewirtschaftet haben.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2017): Biographie des Sicco Thedor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Seinerzeit hat das Gut aber noch der Familie Vissering gehört, sodass davon auszugehen ist, dass er das Gut möglicherweise vorübergehend bewirtschaftet hat. Eine Vermutung ist, dass [[Friedrich Bodewin Vissering]], zu diesem Zeitpunkt 44 Jahre alt, im Deutsch-Französischen Krieg (1870 - 1871) kämpfen musste.
Wann genau der Hof errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Aller Wahrscheinlichkeit gehen seine Ursprünge jedoch auf die Zeit des Bestehens der [[Idzingaburg]] zurück, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Der Linteler Hof, seinerzeit auch ''Gut Lintel'' genannt, hat heute keine Beziehung mehr zum bereits länger [[Gut Lintel|''Gut Lintel'']] genannten, benachbarten Anwesen.
 
Der Hof war vermutlich ein Vorwerk der Idzingaburg und diente dessen Unterhalt. Zum Hof gehörten 50 [[Diemat]] Land, also ungefähr 285.000 qm, die sich vorwiegend auf das nähere Umland konzentrierten. Der heutige Hof stammt vermutlich im Kern aus dem 17. Jahrhundert, wurde jedoch 1865 neu erbaut oder zumindest umbaut.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref><ref name=":0" /> Seine Bewohner lassen sich seit dem 16. Jahrhundert nachweisen.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref> Die ersten von ihnen entstammten der einflussreichen und wohlhabenden [[Rykena|Familie Rykena]].<ref>[http://www.familie-hilling.de/Genealogie/goeke/goeke-frm3.htm Biographische Daten der Familie Hilling und Verwandtschaften], abgerufen am 28. Oktober 2021</ref>
 
Bis zu dessen Tod im Jahre 1864 gehörte der Hof zum umfangreichen Besitz des wohlhabenden Kaufmanns [[Sicco Doden Cremer]]. Aus dieser Erbschaft heraus gelangte der Hof in den Besitz seines Schwiegersohns [[Laurenz van Hülst]]. Die Initialien ''LvH'' und das Jahr ''1865'' am westlichen Giebel der Gulfscheune weisen daraufhin, dass dieser den Hof neu erbaute. Nach seinem Tode im Jahre 1869 wiederum ging der Besitz an seinen Sohn [[Sicco Theodor van Hülst]], der diesen offenbar seit spätestens 1871 bewirtschaften ließ bzw. verpachtete.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2017): Biographie des Sicco Thedor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 102</ref> Der mehr als 40 Hektar große Gutsbesitz umfasste neben dem Haupthaus weitere Wirtschaftsgebäude wie etwa eine Scheune.
 
In der Zeit um 1915 wohnte in dem Hof offenbar die Familie Hinrichs, die hier unter anderem Fahrräder verkaufte.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 3. Oktober 1915, S. 3</ref>
 
Spätestens seit den 1960er Jahren betrieb Folkert Janssen hier die ''Auktionshalle'', eine bekannte Kneipe, in der auch Auktionen stattfanden.<ref name=":1" />
 
==Galerie==
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Datei:Parkstraße 7 - 31 03 2007.jpg|Parkstraße 7 - Aufnahme vom 31. März 2007.
Datei:Parkstraße 7 - 26 09 2021.jpg|Parkstraße 7 - Aufnahme vom 26. September 2021.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Aktuelle Version vom 4. Dezember 2025, 12:31 Uhr

Hof Lintel

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Basisdaten
Entstehungszeit 1865 (vor 1700)
Erbauer Laurenz van Hülst
Bauweise Gutshof
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Parkstraße 5-7

26506 Norden

Der Hof Lintel (früher: Hof Cremer) ist ein denkmalgeschützter Gutshof an der Parkstraße in Ostlintel. Er wurde nach seiner landwirtschaftlichen Nutzung anderen Zwecken zugeführt, eine dazugehörige Scheune diente bespielsweise lange Zeit als Auktionshalle, das Hauptgebäude selbst beherbergte noch bis etwa 2010 eine Begegnungsstätte und wird heute unter dem Namen to huus zur Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge genutzt.

Der Hof Lintel darf nicht mit dem benachbarten Gut Lintel verwechselt werden, obgleich er in früherer Zeit auch so genannt wurde.

Geschichte

Wann genau der Hof errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Aller Wahrscheinlichkeit gehen seine Ursprünge jedoch auf die Zeit des Bestehens der Idzingaburg zurück, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Der Linteler Hof, seinerzeit auch Gut Lintel genannt, hat heute keine Beziehung mehr zum bereits länger Gut Lintel genannten, benachbarten Anwesen.

Der Hof war vermutlich ein Vorwerk der Idzingaburg und diente dessen Unterhalt. Zum Hof gehörten 50 Diemat Land, also ungefähr 285.000 qm, die sich vorwiegend auf das nähere Umland konzentrierten. Der heutige Hof stammt vermutlich im Kern aus dem 17. Jahrhundert, wurde jedoch 1865 neu erbaut oder zumindest umbaut.[1][2] Seine Bewohner lassen sich seit dem 16. Jahrhundert nachweisen.[2] Die ersten von ihnen entstammten der einflussreichen und wohlhabenden Familie Rykena.[3]

Bis zu dessen Tod im Jahre 1864 gehörte der Hof zum umfangreichen Besitz des wohlhabenden Kaufmanns Sicco Doden Cremer. Aus dieser Erbschaft heraus gelangte der Hof in den Besitz seines Schwiegersohns Laurenz van Hülst. Die Initialien LvH und das Jahr 1865 am westlichen Giebel der Gulfscheune weisen daraufhin, dass dieser den Hof neu erbaute. Nach seinem Tode im Jahre 1869 wiederum ging der Besitz an seinen Sohn Sicco Theodor van Hülst, der diesen offenbar seit spätestens 1871 bewirtschaften ließ bzw. verpachtete.[4][5] Der mehr als 40 Hektar große Gutsbesitz umfasste neben dem Haupthaus weitere Wirtschaftsgebäude wie etwa eine Scheune.

In der Zeit um 1915 wohnte in dem Hof offenbar die Familie Hinrichs, die hier unter anderem Fahrräder verkaufte.[6]

Spätestens seit den 1960er Jahren betrieb Folkert Janssen hier die Auktionshalle, eine bekannte Kneipe, in der auch Auktionen stattfanden.[5]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 11. November 2021
  2. 2,0 2,1 Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
  3. Biographische Daten der Familie Hilling und Verwandtschaften, abgerufen am 28. Oktober 2021
  4. Haddinga, Johann (2017): Biographie des Sicco Thedor van Hülst, veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft
  5. 5,0 5,1 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 102
  6. Ostfriesischer Kurier vom 3. Oktober 1915, S. 3

Siehe auch