Raiffeisenbank-Volksbank Norden: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Die '''Raiffeisenbank-Volksbank Norden e.G.''' (ursprünglich: ''Ländliche Genossenschaftsbank'' ''eGmbH'', später ''Raiffeisenbank eGmbH'') ist nach der [[Sparkasse Aurich-Norden|Sparkasse]] das älteste noch bestehende Bankinstitut in Norden. Das ursprünglich für die Landwirtschaft geführte Bankinstitut entstand in seiner heutigen Form aus einer Fusion mit der [[Vereinsbank Norden|Volks- bzw. Vereinsbank Norden]].
Die '''Raiffeisenbank-Volksbank Norden e.G.''' (ursprünglich: ''Ländliche Genossenschaftsbank'' ''eGmbH'', später ''Raiffeisenbank eGmbH'') ist nach der [[Sparkasse Aurich-Norden|Sparkasse]] das älteste noch bestehende Bankinstitut in Norden. Das ursprünglich für die Landwirtschaft geführte Bankinstitut entstand in seiner heutigen Form aus einer Fusion der Raiffeisenbank mit der [[Vereinsbank Norden|Volksbank Norden]] und hat ihren Hauptsitz in einem Gebäude aus dem Jahr 1994, das auf dem Grund historischer Vorgängerbauten errichtet wurde.
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== Geschichte ==
==Geschichte==
 
Ausschlaggebend für die Gründung der genossenschaftlich geführten Raiffeisenbank war die prekäre Lage der Landwirte während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]]. Viele Landwirte wurden zum Kriegsdienst einberufen, ihre Ländereien zwangsbestellt und die knappen Nahrungsmittel rationiert. Dieser Zustand blieb noch bis zum 12. April 1923 bestehen. Um den landwirtschaftlichen Betrieben finanzielle Unterstützung zu gewährleisten, regte der Landwirtschaftliche Hauptverein ab Mitte 1919 an, eine Genossenschaftsbank ins Leben zu rufen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 262</ref> Eine [[Norder Genossenschaftsbank|Genossenschaftsbank]] gab es zu diesem Zeitpunkt bereits, jedoch nicht für die Landwirtschaft, sondern das Handwerk.
Ausschlaggebend für die Gründung der genossenschaftlich geführten Raiffeisenbank war die prekäre Lage der Landwirte während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]]. Viele Landwirte wurden zum Kriegsdienst einberufen, ihre Ländereien zwangsbestellt und die knappen Nahrungsmittel rationiert. Dieser Zustand blieb noch bis zum 12. April 1923 bestehen. Um den landwirtschaftlichen Betrieben finanzielle Unterstützung zu gewährleisten, regte der Landwirtschaftliche Hauptverein ab Mitte 1919 an, eine Genossenschaftsbank ins Leben zu rufen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 262</ref> Eine [[Norder Genossenschaftsbank|Genossenschaftsbank]] gab es zu diesem Zeitpunkt bereits, jedoch nicht für die Landwirtschaft, sondern das Handwerk.


Am 15. Januar 1920 fand schließlich die Gründungsversammlung im [[Central-Hotel]] statt, 12 Mitglieder traten der noch als ''eingetragene Gesellschaft mit beschränkter Haftung'' (eGmbh) gegründeten Bank bei. Der Vorstand setzte sich aus [[Hermann Gross]], [[Conrad Andreas Lentz]] und [[Dirk Veenema]] zusammen. Im Juli des Jahres zog die Bank übergangsweise in die Räumlichkeiten der [[Ackerbauschule]]. Die Folgejahren waren inflationsbedingt wirtschaftlich sehr schwierig.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 263</ref>
Am 15. Januar 1920 fand schließlich die Gründungsversammlung im [[Central-Hotel]] statt, 12 Mitglieder traten der noch als ''eingetragene Gesellschaft mit beschränkter Haftung'' (eGmbh) gegründeten Bank bei. Der Vorstand setzte sich aus [[Hermann Gross]], [[Conrad Andreas Lentz]] und [[Dirk Veenema]] zusammen. Im Juli des Jahres zog die Bank übergangsweise in die Räumlichkeiten der [[Ackerbauschule]]. Die Folgejahren waren inflationsbedingt wirtschaftlich sehr schwierig.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 263</ref>


Im April 1929 zog die Bank an den [[Neuer Weg 17]], das bis dahin noch vom Vorgängerinstitut der [[Oldenburgische Landesbank|Oldenburgischen Landesbank]] genutzt wurde. 1934 wurde dieses Gebäude, das sich bis dahin im Besitz der Familie Müntinga befand, erworben. Nicht ungewöhnlich für eine Genossenschaftsbank fiel die Bilianzsumme auch in den nächsten Jahren eher bescheiden aus. Erst die Währungsreform 1948 ließ die Bilianzsumme deutlich steigen und auch der Kundenstamm wuchs. Nun gehörten nicht mehr nur Bauern bzw. Landwirte zum Kundenkreis, auch einfache Bürger eröffneten Konten. Aus diesem Grund beschloss die Generalversammlung die Umbenennung in ''Raiffeisenbank eGmbH''.<ref name=":0" />
Im April 1929 zog die Bank an den [[Neuer Weg 17|Neuen Weg 17]]. Das Gebäude dort wurde bis dahin noch von einem Vorgängerinstitut der [[Oldenburgische Landesbank|Oldenburgischen Landesbank]] genutzt wurde. 1934 wurde dieses Gebäude, das sich bis dahin im Besitz der [[Gerhard Müntinga|Familie Müntinga]] befand, erworben. Nicht ungewöhnlich für eine Genossenschaftsbank fiel die Bilianzsumme auch in den nächsten Jahren eher bescheiden aus. Erst die Währungsreform 1948 ließ die Bilianzsumme deutlich steigen und auch der Kundenstamm wuchs. Nun gehörten nicht mehr nur Bauern bzw. Landwirte zum Kundenkreis, auch einfache Bürger eröffneten Konten. 1963 beschloss die Generalversammlung die Umbenennung in ''Raiffeisenbank eGmbH''.<ref name=":0" />


1980 wurde das Bankgebäude um einen weiteren Trakt erweitert. Hierfür musste die Lohne an der Seite der Bank überbaut werden. Doch da die Stadt Norden seit altersher ein Überwegungsrecht zur [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]] genoss, musste ein Durchgang geschaffen werden.<ref name=":0" /> Dieser ''Tunnel'' existiert bis heute.
1980 wurde das Bankgebäude um einen weiteren Trakt erweitert. Hierfür musste die Lohne an der Seite der Bank überbaut werden. Doch da die Stadt Norden seit altersher ein Überwegungsrecht zur [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]] genoss, musste ein Durchgang geschaffen werden.<ref name=":0" /> Dieser ''Tunnel'' existiert bis heute.
1988 fusionierte die Raiffeisenbank mit der wirtschaftlich schwächelnden [[Vereinsbank Norden|Norder Vereins- bzw. Volksbank]] zur ''Raiffeisen-Volksbank Norden''.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 92</ref> Sechs Jahre später, 1994, wurde das Bankgebäude grundlegend saniert und modernisiert.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 21</ref>
==Galerie==
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Datei:Neuer Weg Hohe Mühle Müntinga 1866 01.jpg|Der Vorgängerbau mit der [[Hohe Mühle|Hohen Mühle]] im Hintergrund (1866).
Datei:Neuer Weg 17 - 09032003.jpg|Neuer Weg 17 - Aufnahme vom 9. März 2003.
Datei:Neuer Weg 17 - Raiffeisen Bank - 10 10 2021.jpg|Neuer Weg 17 - Aufnahme vom 10. Oktober 2021.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
<references/>


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Norder Genossenschaftsbank]]
*[[Norder Genossenschaftsbank]]
*[[Norder Gewerbebank]]


[[Kategorie:Körperschaften im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gewerbe im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Aktuelle Version vom 19. September 2022, 19:02 Uhr

Raiffeisenbank-Volksbank Norden

Basisdaten
Gründung 15. Januar 1920
Auflösung -
Rechtsform eingetragene Genossenschaft (e. G.)
Hauptsitz Neuer Weg 17

26506 Norden

Die Raiffeisenbank-Volksbank Norden e.G. (ursprünglich: Ländliche Genossenschaftsbank eGmbH, später Raiffeisenbank eGmbH) ist nach der Sparkasse das älteste noch bestehende Bankinstitut in Norden. Das ursprünglich für die Landwirtschaft geführte Bankinstitut entstand in seiner heutigen Form aus einer Fusion der Raiffeisenbank mit der Volksbank Norden und hat ihren Hauptsitz in einem Gebäude aus dem Jahr 1994, das auf dem Grund historischer Vorgängerbauten errichtet wurde.

Geschichte

Ausschlaggebend für die Gründung der genossenschaftlich geführten Raiffeisenbank war die prekäre Lage der Landwirte während des Ersten Weltkriegs. Viele Landwirte wurden zum Kriegsdienst einberufen, ihre Ländereien zwangsbestellt und die knappen Nahrungsmittel rationiert. Dieser Zustand blieb noch bis zum 12. April 1923 bestehen. Um den landwirtschaftlichen Betrieben finanzielle Unterstützung zu gewährleisten, regte der Landwirtschaftliche Hauptverein ab Mitte 1919 an, eine Genossenschaftsbank ins Leben zu rufen.[1] Eine Genossenschaftsbank gab es zu diesem Zeitpunkt bereits, jedoch nicht für die Landwirtschaft, sondern das Handwerk.

Am 15. Januar 1920 fand schließlich die Gründungsversammlung im Central-Hotel statt, 12 Mitglieder traten der noch als eingetragene Gesellschaft mit beschränkter Haftung (eGmbh) gegründeten Bank bei. Der Vorstand setzte sich aus Hermann Gross, Conrad Andreas Lentz und Dirk Veenema zusammen. Im Juli des Jahres zog die Bank übergangsweise in die Räumlichkeiten der Ackerbauschule. Die Folgejahren waren inflationsbedingt wirtschaftlich sehr schwierig.[2]

Im April 1929 zog die Bank an den Neuen Weg 17. Das Gebäude dort wurde bis dahin noch von einem Vorgängerinstitut der Oldenburgischen Landesbank genutzt wurde. 1934 wurde dieses Gebäude, das sich bis dahin im Besitz der Familie Müntinga befand, erworben. Nicht ungewöhnlich für eine Genossenschaftsbank fiel die Bilianzsumme auch in den nächsten Jahren eher bescheiden aus. Erst die Währungsreform 1948 ließ die Bilianzsumme deutlich steigen und auch der Kundenstamm wuchs. Nun gehörten nicht mehr nur Bauern bzw. Landwirte zum Kundenkreis, auch einfache Bürger eröffneten Konten. 1963 beschloss die Generalversammlung die Umbenennung in Raiffeisenbank eGmbH.[2]

1980 wurde das Bankgebäude um einen weiteren Trakt erweitert. Hierfür musste die Lohne an der Seite der Bank überbaut werden. Doch da die Stadt Norden seit altersher ein Überwegungsrecht zur Großen Hinterlohne genoss, musste ein Durchgang geschaffen werden.[2] Dieser Tunnel existiert bis heute.

1988 fusionierte die Raiffeisenbank mit der wirtschaftlich schwächelnden Norder Vereins- bzw. Volksbank zur Raiffeisen-Volksbank Norden.[3] Sechs Jahre später, 1994, wurde das Bankgebäude grundlegend saniert und modernisiert.[4]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 262
  2. 2,0 2,1 2,2 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 263
  3. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 92
  4. Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 21

Siehe auch