Kaufmannsches Haus
Kaufmannsches Haus | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entstehungszeit | vor 1747 |
| Erbauer | unbekannt |
| Bauweise | Ziegelsteinbau mit Gulfscheune |
| Erhaltungszustand | 1952 abgebrochen |
| Genaue Lage | Am Markt 24
26506 Norden |
Das Kaufmannsche Haus war ein steinernes Gebäude mit angrenzender Gulfscheine. Es befand sich auf dem Grund der ehemaligen Oldeborg, von dem es einen Teil der Privilegien übernahm. Heute befindet sich hier eine Filiale des Energieversorgers EWE.
Geschichte
Das Haus, dessen Erbauung zurzeit noch nicht näher datiert werden kann, erstreckte sich über zwei bzw. drei Grundstücke mit den historischen (Haus-)Nummern 447 bis 449.[1]
Im Jahre 1747 wird das Haus, in dem sich eine Brauerei befand, für die Kaufsumme von 1375 zzgl. 179 Gulden für Nebenkosten von Berendt Janssen gekauft.[2] Neben dem Brauereibetrieb scheint auch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle für das Gebäude gehabt zu haben. Neben Ländereien in Westermarsch, Lintel, Im Spiet und Im Thuner gehörten auch jene in Vierzig Diemat zum Anwesen. Letztere wurden jedoch wahrscheinlich nur gepachtet, wahrscheinlich von den Cirksena. Unklar ist, ob die Ländereien, auf denen wohl Weizen angebaut wurde, selbst bewirtschaftet wurden oder anderweitig bestellt worden sind.[3]
1804 verkaufte Janssen Grund und Boden an seine beiden Söhne Roolf Janssen Berends Brau und Gerd B. Brau. Sowohl Janssen als auch seine Söhne hatten den Namen Brau für ihre Berufsbezeichnung als weiteren Nachnamen angenommen. Nach dem Tode von Roolf Brau im Jahre 1813 übernahm seine einzige Tochter Antje Roolfs Brau mit ihrem Mann Hayung Itzen Damm aus der Westermarsch das Haus und den damit verbundenen Betrieb.[3][4] Zwischenzeitlich war aus der Brauerei eine Brennerei geworden. Der Hof von Damm in der Westermarsch, der gut 75,5 Diemat umfasste, wurde bis 1855 von Norden aus bewirtschaftet.[5]
In den 1840er Jahren wurde der als Brau- bzw. Brennhaus genutzte Teil des Anwesens abgebrochen, sodass sich der Betrieb auf die Landwirtschaft beschränkte. Dieser wurde nach dem Tode von Damm im Jahre 1851 noch bis 1876 weiter. 1896 übernahm der Leiter der Gewerbeschule, Harm Kaufmann, Haus und Grund, woraus sich der letzte bekannte Name erklärt.[5][6]
Für den Bau des EWE-Servicepunktes von 1952 bis 1953 wurde das Kaufmannsche Haus abgebrochen.[6]
Beschreibung
Der Beschreibung nach soll es sich um ein sehr massives Haus mit einem fast meterdicken Fundament gehandelt haben. Die Innenwände waren mit Delfter Fliesen besetzt, ein großer Kamin mit echten Delftern. Diese können noch heute im Heimatmuseum betrachtet werden.[2]
Galerie
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Das zum Haus gehörende Stallgebäude mit dem Kaufmannschen Haus im Hintergrund (um 1950).
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Norder Hauptsitz der EWE auf einer Luftaufnahme (um 1960).
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Innenansicht im EWE-Gebäude mit alten Haushaltsgeräten (um 1960).
Einzelnachweise
- ↑ Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 82
- ↑ 2,0 2,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 194
- ↑ 3,0 3,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 195
- ↑ Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 2
- ↑ 5,0 5,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 196
- ↑ 6,0 6,1 Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 86