Fräuleinshof

Aus Norder Stadtgeschichte
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Altes Zollhaus

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Basisdaten
Entstehungszeit 1857
Erbauer Stadt Norden
Bauweise Backsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Am Hafen 1

26506 Norden

Der Fräuleinshof ist ein altes Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Dominikanerklosters in der gleichnamigen Straße.

Geschichte

Das gesamte Areal um den Fräuleinshof gehörte einst zum hier ansässigen Dominikanerkloster. Im Zuge der Säkularisierung (Verweltlichung) des Klosters infolge der auch in Ostfriesland Einzug haltenden Reformation fiel das katholische Kloster samt Anlage etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts an den ostfriesischen Grafen Enno II. Cirksena, welcher sich an der Nordseite des Geländes eine Residenz errichten ließ. Die Residenz und die anderen Gebäude der ehemaligen Klosteranlage wurden jedoch, ebenso wie beispielsweise die Andreaskirche und das Kloster Marienthal im Jahr 1531 von Junker Balthasar von Esens gebrandschatzt. Sie mussten daraufhin abgebrochen werden.

Der bis heute erhaltene Fräuleinshof wurde kurze Zeit später errichtet und bereits 1554 als "Broder Kerkhoff" (Bruder Friedhof) und 1587 erstmals als "Frowkens Hoff" (Fräuleinshof) erwähnt. Nach Darstellung des ostfriesischen Hofpredigers Bertram soll der Name daher rühren, weil die verwitwete Prinzessin Catharina von Schweden nebst ihren Töchtern nach dem Tode ihres Mannes, dem ostfriesischen Grafen Edzard II. Cirksena, hier bis zu ihrem Lebensende residierte. Andere Quellen gehen davon aus, dass Enno II. Cirksena dort seine unverheirateten Schwestern (Fräuleins) wohnen ließ und in Erinnerung an sie der Name "Fräuleinshof" entstanden sei. Von Theda weiß man, dass sie 1563 an einem Schlaganfall starb und auch ihre Schwester Armgard, die mit ihr im Kloster Marienthal erzogen wurde, starb 1558 unverheiratet.[1]

Einhergehend mit der Gründung des Landkreises Norden wurde der Fräuleinshof der neue Kreissitz. Vermutlich hatte bereits das Amt Norden hier seinen Sitz. Das Areal und die Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.

Einzelnachweise

  1. Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser, Bewohner Fräuleinshof, Ruthörn und Norddeicher Straße (I), in: Ostfriesischer Kurier 30. September 2000, S. 51

Siehe auch