Molkerei (Norden)
=Alte Molkerei | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1880 | |||||||
| Erbauer | Molkereigenossenschaft Norden | |||||||
| Bauweise | Molkerei | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Molkereilohne 35
26506 Norden | |||||||
Die Alte Molkerei in der Molkereilohne wurde 1878 auf Initiative des Direktors der Landwirtschaftsschule gegründet. Nach der Schließung der Molkerei wurde das Hauptgebäude zu einem Mehrparteienhaus umgebaut. In einem Nebengebäude befindet sich heute die Firma Everwien.
Geschichte
Kurz nachdem er bereits bei der Gründung der Landwirtschaftsschule eine tragende Rolle gespielt hatte, wandte sich Adolf Wegner im Jahre 1878 in einer Annonce im Ostfriesischer Kurier an die örtlichen Bauern mit der Aufforderung, sich genossenschaftlich zu vereinigen, um die Absatzmöglichkeiten und die Produktqualität zu erhöhen. Gängige Praxis war, dass die Bauern ihre Milchprodukte auf ihren Höfen selbst verarbeiteten, was zu sehr unterschiedlichen Qualitätsstufen führte. Maßgeblich für die Gründung einer Molkerei war die Erfindung der industriellen Butterherstellung im selben Jahr durch den Schweden Carl Gustav Patrik de Laval.[1]
Am 26. November 1878 kamen Wegner sowie 19 Landwirte in der Marxschen Bierhalle zusammen und konstituierten die Molkereigenossenschaft Norden. Die Bauern konnten zusammen 109 Milchkühe vorweisen, aus deren Milch man ab dem 30. März 1880 gemeinschaftlich bzw. genossenschaftlich Milchprodukte wie beispielsweise Käse herstellte. Produktionsort war die eigens dafür errichtete Molkerei an der heutigen Molkereilohne 35. Das Land wurde hierfür von der katholischen Gemeinde erworben, die das Land ursprünglich für den Bau ihrer Kirche nutzen wollte, dann aber dank eines bischöflichen Darlehens den Bau an der favorisierten Osterstraße in Angriff nehmen konnten.[1][2] Insgesamt verschlang der Bau bis zur vollständigen Fertigstellung zum 1. Mai 1882 rund 50.500 Mark, wobei nur 5.000 Mark auf den Erwerb des Grundstücks entfielen. Für weitere 13.200 Mark wurden Maschinen angeschafft.[1] Um geeignete Nachwuchskräfte auszubilden, gründete die Molkereigenossenschaft einhergehend mit dem Bau der Molkerei eine Molkereischule.
Schwierigkeiten bereitete der jungen Molkerei vor allem die schlechten Wegverhältnisse der damaligen Zeit. Befestigte Straßen waren damals noch eine absolute Seltenheit, sodass die Wege im Winter schwer oder gar nicht zu befahren waren. Dies führte zu Lieferengpässen an Rohmilch, sodass kaum Molkereiprodukte hergestellt und abgesetzt werden konnten.[3] Da die Bauern sowohl am Gewinn, aber auch am Verlust der genossenschaftlichen Molkerei beteiligt waren, waren die wirtschaftlichen Folgen natürlich nicht unerheblich.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 256
- ↑ Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 257