Haus Vienna
Haus Vienna | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | ||||||||
| Erbauer | Häuptlingsgeschlecht Manninga | |||||||
| Bauweise | Steinhaus | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Am Markt 55/56
26506 Norden | |||||||
Das Haus Vienna ist ein denkmalgeschütztes Gebäude am westlichen Marktplatz. Heute wird es auch im Allgemeinen als "Bürgerhaus" bezeichnet.
Geschichte
Das Steinhaus wurde um 1600 von Wilhelm zu Innhausen und Knyphausen, Herr von Lütetsburg, auf dem Platz eines Vorgängerbaus errichtet.[1] Wahrscheinlich war der Vorgängerbau, ebenso wie Schloss Lütetsburg selbst, von den Manninga erbaut worden.
Im Laufe der Jahrhundert hat das Gebäude vielfach den Besitzer gewechselt. Im 20. Jahrhundert gehörte es der (namensgebenden) Familie Vienna.[1]
Beschreibung
Das Gebäude steht giebelständig in Richtung Marktplatz. Im vorderen Bereich ist es einstöckig, im hinteren zweistöckig. Dieser Bereich ist selbst bei Veranstaltungen nicht öffentlich zugänglich.
Der zum Markt zeigende Giebel ist mit Sandsteinbändern, sogenannten Specklagen, sehr aufwendig gestaltet. Architektonisch herausragend ist zudem der große Saal, der heute für Veranstaltungen genutzt wird und der im Zuge der Restaurierung sein ursprüngliches Aussehen wiedererlangt hat. Er ist etwa 13 x 6,5 Meter groß. Die Giebelwand zum Wand wird durch zwei hohe Kreuzstockfenster akzentuiert, dazwischen befindet sich der Kamin. Der Fußboden besteht aus sogenannten Plaveuzen (antike Bodenbeläge).[1]
Auf der langen Westseite wird der Saal von einem Kreuzstockfenster und acht einachsigen Fenstern belichtet. Die Haustür führt von der Hofseite (Ostseite) direkt ind en Saal. Seit der Restaurierung wird jedoch der Nordeingang benutzt. Auch die Deckenkonstruktion zeigt den originalen Zustand. Über den Deckenbalken aus Eichenholz liegen Kanthölzer, auf denen eine Backsteinschicht verlegt ist. Dies ist eine frühe Form des Brandschutzes, denn bei einem Brand des Dachstuhls ist der Saal vor dem Feuer geschützt. Wahrscheinlich war dies eine Folge des großen Stadtbrandes von 1531, ausgelöst durch Brandschatzungen des Balthasar von Esens.[1]
Der Keller besaß ursprünglich eine Balkendecke und wurde im 17. Jahrhundert mit einem Backsteingewölbe versehen. Der nördliche Gebäudeabschnitt ist in einer Länge von etwa 7 Metern zweigeschossig. Jedes Geschoss bestand aus einem Raum. An beiden Giebelseiten befanden sich Kamine, heute nur noch an der südlichen. Im Giebel sind Kreuzstockfenster und an den Seiten einachsige Fenster eingebaut. Die unteren Fenster besitzen wie die des Saals Holzklappen.[1]
Der untere Raum diente wahrscheinlich als Küche und der obere Raum zum Schlafen. Beide Räume verfügten über jeweils eine Toilette, was als Beweis für einen gehobenen Wohnkomfort gelten kann, denn üblicherweise waren solche Aborte in Nebengebäuden untergebracht.[1]