Seekabelendstelle: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Seekabelendstelle''' (auch: ''Seekabelanlandestelle''; offiziell: ''Competence Center Submarine Cables'') in [[Norden (Stadtteil)|Norden]] | Die '''Seekabelendstelle''' (auch: ''Seekabelanlandestelle''; offiziell: ''Competence Center Submarine Cables'') in [[Norden (Stadtteil)|Norden]] verband als Ankerpunkt mehrere Seekabel einen Großteil des europäischen Telefon- und Datenverkehrs mit Amerika. Das Gebäude befindet sich in der [[Große Mühlenstraße|Großen Mühlenstraße]] und stammt aus den 1970er Jahren. Aufgrund seiner Wichtigkeit für die internationale Kommunikation war die Seekabelendstelle von US-amerikanischen Behörden und Geheimdiensten als außerordentlich wichtig für die Sicherheit der Vereinigten Staaten erachtet und als potentielles Terrorangriffsziel eingestuft.<ref>[https://www.weltderwunder.de/artikel/warum-gilt-eine-kleinstadt-in-ostfriesland-als-potenzielles-terrorziel Artikel bei Welt der Wunder], abgerufen am 5. März 2021</ref> Daher war es streng gegen Zugriff gesichert und teilweise sogar verbunkert. So soll es hier auch einen Luftschutzraum gegeben haben, dessen Zustand und Nutzung jedoch unbekannt ist.<ref>[http://www.luftschutzbunker-wilhelmshaven.de/umkreis/Listefrie.html Auflistung von Bunkern] auf ''Luftschutzbunker Wilhelmshaven'', abgerufen am 19. Juni 2022</ref> | ||
Ursprünglich von Deutschen Bundespost betrieben, hinter dessen (ehemaligem) [[Postamt|Hauptgebäude]] es sich befindet, wurde die Seekabelendstelle nach der Privatisierung der Post von der Tochtergesellschaft Deutsche Telekom AG fortbetrieben. | Ursprünglich von Deutschen Bundespost betrieben, hinter dessen (ehemaligem) [[Postamt|Hauptgebäude]] es sich befindet, wurde die Seekabelendstelle nach der Privatisierung der Post von der Tochtergesellschaft Deutsche Telekom AG fortbetrieben. Am 16. Dezember 2020 wurde das letzte Seekabelsystem TAT-14 am Standort Norden abgeschaltet. | ||
Eine Seekabeltrasse | Eine Seekabeltrasse begann in Norden und führt über Blåbjerg (Dänemark) und die Shetland-Inseln durch den Atlantik nach Manasquan und Tuckerton (New Jersey). Eine weitere Trasse führte über Katwijk (Niederlande), Saint-Valery-en-Caux (Frankreich), Bude (Großbritannien) durch den Atlantik und wieder nach Tuckerton und Manasquan. Wo genau die Kabel vergraben liegen, wurde aus Gründen der Sicherheit geheimgehalten. | ||
Vor dem Bau der Seekabelendstelle befand sich | Vor dem Bau der Seekabelendstelle befand sich an diesem Standort die altehrwürdige [[Zichorien-, Kaffeemehl- und Senffabrik Koch]]. | ||
== Trivia == | == Trivia == | ||
Schon im 19. Jahrhundert war Norden von großer Bedeutung für die internationale Kommunikation. Die noch immer international bedeutende Nachrichtenagentur ''Reuters'' führte seine Telegrafenverbindung über England und Norderney kommend über Norden in den Rest des Deutschen Reiches.<ref>Bourdeaux, Jürgen (2020): Peter Bourdeaux. Kaufmann und Telegrafist in Norden, Bad Mergentheim, S. 37</ref> | Schon im 19. Jahrhundert war Norden von großer Bedeutung für die internationale Kommunikation. Die noch immer international bedeutende Nachrichtenagentur ''Reuters'' führte seine [[Postamt|Telegrafenverbindung]] über England und Norderney kommend über Norden in den Rest des Deutschen Reiches.<ref>Bourdeaux, Jürgen (2020): Peter Bourdeaux. Kaufmann und Telegrafist in Norden, Bad Mergentheim, S. 37</ref> | ||
==Galerie== | ==Galerie== | ||
Aktuelle Version vom 24. Oktober 2025, 10:58 Uhr
Seekabelendstelle | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entstehungszeit | um 1975 |
| Erbauer | Deutsche Bundespost |
| Bauweise | Plattenbau u.a. |
| Erhaltungszustand | erhalten |
| Genaue Lage | Große Mühlenstraße 10
26506 Norden |
Die Seekabelendstelle (auch: Seekabelanlandestelle; offiziell: Competence Center Submarine Cables) in Norden verband als Ankerpunkt mehrere Seekabel einen Großteil des europäischen Telefon- und Datenverkehrs mit Amerika. Das Gebäude befindet sich in der Großen Mühlenstraße und stammt aus den 1970er Jahren. Aufgrund seiner Wichtigkeit für die internationale Kommunikation war die Seekabelendstelle von US-amerikanischen Behörden und Geheimdiensten als außerordentlich wichtig für die Sicherheit der Vereinigten Staaten erachtet und als potentielles Terrorangriffsziel eingestuft.[1] Daher war es streng gegen Zugriff gesichert und teilweise sogar verbunkert. So soll es hier auch einen Luftschutzraum gegeben haben, dessen Zustand und Nutzung jedoch unbekannt ist.[2]
Ursprünglich von Deutschen Bundespost betrieben, hinter dessen (ehemaligem) Hauptgebäude es sich befindet, wurde die Seekabelendstelle nach der Privatisierung der Post von der Tochtergesellschaft Deutsche Telekom AG fortbetrieben. Am 16. Dezember 2020 wurde das letzte Seekabelsystem TAT-14 am Standort Norden abgeschaltet.
Eine Seekabeltrasse begann in Norden und führt über Blåbjerg (Dänemark) und die Shetland-Inseln durch den Atlantik nach Manasquan und Tuckerton (New Jersey). Eine weitere Trasse führte über Katwijk (Niederlande), Saint-Valery-en-Caux (Frankreich), Bude (Großbritannien) durch den Atlantik und wieder nach Tuckerton und Manasquan. Wo genau die Kabel vergraben liegen, wurde aus Gründen der Sicherheit geheimgehalten.
Vor dem Bau der Seekabelendstelle befand sich an diesem Standort die altehrwürdige Zichorien-, Kaffeemehl- und Senffabrik Koch.
Trivia
Schon im 19. Jahrhundert war Norden von großer Bedeutung für die internationale Kommunikation. Die noch immer international bedeutende Nachrichtenagentur Reuters führte seine Telegrafenverbindung über England und Norderney kommend über Norden in den Rest des Deutschen Reiches.[3]
Galerie
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Verlauf der Seekabeltrassen.
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Seekabelendstelle - Aufnahme vom 25. Mai 2006.
Einzelnachweise
- ↑ Artikel bei Welt der Wunder, abgerufen am 5. März 2021
- ↑ Auflistung von Bunkern auf Luftschutzbunker Wilhelmshaven, abgerufen am 19. Juni 2022
- ↑ Bourdeaux, Jürgen (2020): Peter Bourdeaux. Kaufmann und Telegrafist in Norden, Bad Mergentheim, S. 37