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Das '''Pumphaus''' beherbergt seit vielen Jahres das Bauamt der [[Stadt Norden]]. Es wurde in der Zeit um 1890 erbaut und steht unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. Oktober 2021</ref> Gemeinhin ist das Gebäude daher weitestgehend lediglich als ''Bauamt'' und nicht mehr unter seinem eigentlichen Namen bekannt. | Das '''Pumphaus''' beherbergt seit vielen Jahres das Bauamt der [[Stadt Norden]]. Es wurde in der Zeit um 1890 erbaut und steht unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. Oktober 2021</ref> Gemeinhin ist das Gebäude daher weitestgehend lediglich als ''Bauamt'' und nicht mehr unter seinem eigentlichen Namen bekannt. | ||
In Teilen seiner Geschichte diente das (ehemalige) Pumphaus als Herberge und führte die Tradition des benachbarten ''[[Weinhaus|Weinhauses]]'' fort, ehe es in städtische Nutzung überging und ein '' | In Teilen seiner Geschichte diente das (ehemalige) Pumphaus als Herberge und führte die Tradition des benachbarten ''[[Weinhaus|Weinhauses]]'' unter dem Namen ''Kleines Weinhaus'' fort, ehe es in städtische Nutzung überging und ein neues ''Weinhaus'' an der [[Golfstraße]] 3 in [[Norddeich]] eröffnet wurde. | ||
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Das Gebäude wurde deshalb ursprünglich als ''Pumphaus'' bezeichnet, da sich hier eine der [[Brunnen|öffentlichen Brunnen]] befand, aus denen die Bewohner Nordens ihr Trinkwasser bezogen, ehe es eine reguläre [[Trinkwasserversorgung]] gab. Angeblich handelte es sich bei dem hier geförderten Wasser um das beste der Region, sodass sogar König Georg V. von Hannover (1819-1878) auf seinen Reisen nach Norderney hier Rast gemacht haben, um sich ein Glas Wasser zu genehmigen.<ref name=":0">Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. | Das Gebäude - oder vielmehr sein Vorgänger - wurde deshalb ursprünglich als ''Pumphaus'' bezeichnet, da sich hier eine der [[Brunnen|öffentlichen Brunnen]] befand, aus denen die Bewohner Nordens ihr Trinkwasser bezogen, ehe es eine reguläre [[Trinkwasserversorgung]] gab. Angeblich handelte es sich bei dem hier geförderten Wasser um das beste der Region, sodass sogar König Georg V. von Hannover (1819-1878) auf seinen Reisen nach Norderney hier Rast gemacht haben, um sich ein Glas Wasser zu genehmigen.<ref name=":0">Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 75f.</ref> Nach [[Gretje Schreiber]] wurde der Vorgängerbau des heutigen Bauamtes frühestens nach 1805 erbaut, da es auf älteren Lageplänen noch nicht verzeichnet ist.<ref name=":1">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 109f.</ref> | ||
Die hier wohnhafte Familie König, die das Gebäude wohl um 1890 erbaute und viele Jahre das benachbarte [[Weinhaus]] betrieb, vermiete die oberen Räumlichkeiten | Das Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898 verzeichnete in dem Vorgängerbau die Rentnerin H. Becker als Bewohnerin. Die hier (ebenfalls oder später) wohnhafte Familie König, die das Gebäude wohl um 1890 erbaute und viele Jahre das benachbarte [[Weinhaus]] betrieb, vermiete die oberen Räumlichkeiten seinerzeit an das Bau- und Domänenamt. Sie selbst bewohnte das Erdgeschoss.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> 1967 richtete [[Alfred Pöttke]], der Neffe der Besitzerin und Enkel des Hoteliers [[Gustav König]], nach dem Auszug der Ämter, das bekannte ''Kleine Weinhaus'' in dem Gebäude ein, das sich als ''Hotel garni'' einiger Beliebtheit erfreute.<ref name=":1" /> Die Familie König war bereits seit 1793 in der Gastronomie tätig. Großvater König betrieb den [[Gasthof Zur Börse]] am südlichen [[Marktplatz]]. Daneben besaß die Familie bis mindestens in die 1960er Jahre zwei Hotels sowie ein Restaurant auf Norderney und in Esens.<ref name=":2">Undatierter Zeitungsbericht im Ostfriesischen Kurier</ref> | ||
Durch den Umbau wurden Fremdenzimmer mit insgesamt 13 Betten eingerichtet. Diese Zahl wurde später auf 20 aufgestockt. Das Frühstück konnte in einer stilvoll eingerichteten ''Bauernstube'' eingenommen werden.<ref name=":2" /> | |||
Im Zuge der [[Altstadtsanierung]] ging das Gebäude in den Besitz der Stadt über. Seitdem befindet sich hier der Hauptsitz des städtischen Bauamtes.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Das heutige ''Hotel Weinhaus'' an der [[Golfstraße]] 3 im touristisch stetig aufstrebenden [[Norddeich]] wurde in den 1970er Jahren von Pöttke eröffnet.<ref>Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 75f.</ref> | |||
==Galerie== | ==Galerie== | ||
Version vom 11. Juli 2024, 12:15 Uhr
Pumphaus | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entstehungszeit | um 1890 |
| Erbauer | Familie König |
| Bauweise | Ziegelsteinbau |
| Erhaltungszustand | erhalten |
| Genaue Lage | Am Markt 39
26506 Norden |
Das Pumphaus beherbergt seit vielen Jahres das Bauamt der Stadt Norden. Es wurde in der Zeit um 1890 erbaut und steht unter Denkmalschutz.[1] Gemeinhin ist das Gebäude daher weitestgehend lediglich als Bauamt und nicht mehr unter seinem eigentlichen Namen bekannt.
In Teilen seiner Geschichte diente das (ehemalige) Pumphaus als Herberge und führte die Tradition des benachbarten Weinhauses unter dem Namen Kleines Weinhaus fort, ehe es in städtische Nutzung überging und ein neues Weinhaus an der Golfstraße 3 in Norddeich eröffnet wurde.
Geschichte
Das Gebäude - oder vielmehr sein Vorgänger - wurde deshalb ursprünglich als Pumphaus bezeichnet, da sich hier eine der öffentlichen Brunnen befand, aus denen die Bewohner Nordens ihr Trinkwasser bezogen, ehe es eine reguläre Trinkwasserversorgung gab. Angeblich handelte es sich bei dem hier geförderten Wasser um das beste der Region, sodass sogar König Georg V. von Hannover (1819-1878) auf seinen Reisen nach Norderney hier Rast gemacht haben, um sich ein Glas Wasser zu genehmigen.[2] Nach Gretje Schreiber wurde der Vorgängerbau des heutigen Bauamtes frühestens nach 1805 erbaut, da es auf älteren Lageplänen noch nicht verzeichnet ist.[3]
Das Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898 verzeichnete in dem Vorgängerbau die Rentnerin H. Becker als Bewohnerin. Die hier (ebenfalls oder später) wohnhafte Familie König, die das Gebäude wohl um 1890 erbaute und viele Jahre das benachbarte Weinhaus betrieb, vermiete die oberen Räumlichkeiten seinerzeit an das Bau- und Domänenamt. Sie selbst bewohnte das Erdgeschoss.[2][3] 1967 richtete Alfred Pöttke, der Neffe der Besitzerin und Enkel des Hoteliers Gustav König, nach dem Auszug der Ämter, das bekannte Kleine Weinhaus in dem Gebäude ein, das sich als Hotel garni einiger Beliebtheit erfreute.[3] Die Familie König war bereits seit 1793 in der Gastronomie tätig. Großvater König betrieb den Gasthof Zur Börse am südlichen Marktplatz. Daneben besaß die Familie bis mindestens in die 1960er Jahre zwei Hotels sowie ein Restaurant auf Norderney und in Esens.[4]
Durch den Umbau wurden Fremdenzimmer mit insgesamt 13 Betten eingerichtet. Diese Zahl wurde später auf 20 aufgestockt. Das Frühstück konnte in einer stilvoll eingerichteten Bauernstube eingenommen werden.[4]
Im Zuge der Altstadtsanierung ging das Gebäude in den Besitz der Stadt über. Seitdem befindet sich hier der Hauptsitz des städtischen Bauamtes.[2][3] Das heutige Hotel Weinhaus an der Golfstraße 3 im touristisch stetig aufstrebenden Norddeich wurde in den 1970er Jahren von Pöttke eröffnet.[5]
Galerie
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Mit Blick aus Richtung des Amtsgerichts im Jahre 1975.
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Am Markt 39 - Aufnahme vom 6. April 2003.
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Am Markt 39 - mit Baugerüst - Aufnahme vom 16. August 2009.
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Am Markt 39 - nach Umbau - Aufnahme vom 11. April 2010.
Einzelnachweise
- ↑ Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 11. Oktober 2021
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 75f.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 109f.
- ↑ 4,0 4,1 Undatierter Zeitungsbericht im Ostfriesischen Kurier
- ↑ Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 75f.