Johann Taaks: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
'''Johann Hillern Taaks''' (* 11. Juni 1825 in Norden, † zw. 1886 u. 1897 ebenda)<ref>Ostfriesischer Kurier vom 7. August 2021, S. 4</ref><ref>Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898</ref> war von 1853 bis 1886 [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister von Norden]].
'''Johann Hillern Taaks''' (* 11. Juni 1825 in Norden, † 15. Februar 1886 ebenda)<ref>Ostfriesischer Kurier vom 7. August 2021, S. 4</ref> war von 1853 bis 1886 [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister von Norden]]. Sein Amtszeit und sein Wirken darüber hinaus waren prägend für die Entwicklung der [[Stadt Norden]].
__NOTOC__
__NOTOC__
==Leben==
==Leben==
Taaks, der wohl niederländischer Abstammung war, hofierte in seiner Amtszeit König Georg V. von Hannover, zu dessen Königreich Ostfriesland seinerzeit gehörte. Dieser hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte diese regelmäßig. Eigens für ihn wurde die [[Bundesstraße]] gepflastert sowie der Ort Georgsheil im Südbrookmerland nach ihm benannt. Da Georg V. die Stadt Norden auf seiner Reise nach Norderney jedoch jedes Mal nur durchquerte und hier nicht verweilte, lud ihn Taaks in seine Stadtvilla [[Am Markt 46]] ein, die er eigens dafür um einen ansehnlichen Anbau erweitern ließ.<ref>Norderland Magazin Mai-Juli 2020, Norden, S. 8</ref>
Taaks, der wohl niederländischer Abstammung war, wurde 1825 als Sohn des Hofmedikus und Landesphysikus [[Gottlieb Johann Heinrich Taaks|Dr. Gottlieb Johann Heinrich Taaks]] geboren. Nach der Elementarschule besuchte Taaks das [[Ulrichsgymnasium]]. Im Anschluss studierte er Rechtswissenschaften in Göttingen. Während seines Studiums wurde er 1841 Mitglied des ''Corps Frisia Göttingen''.<ref>Dvorak, Helge (2005): Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 6. Heidelberg, S. 1</ref>
 
Nach seinem Studium wurde er 1848 Auditor in Norden. 1851 war er als supplematorischer Amtsassessor tätig, 1852 als Gerichtsassessor am Obergericht Aurich. Von 1853 bis 1866 war er [[Bürgermeister|Bürgermeister von Norden]].
 
Während seiner Amtszeit hofierte er König Georg V. von Hannover, zu dessen Königreich Ostfriesland seinerzeit gehörte. Dieser hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte diese regelmäßig. Eigens für ihn wurde die [[Bundesstraße]] gepflastert sowie der Ort Georgsheil im Südbrookmerland nach ihm benannt. Da Georg V. die Stadt Norden auf seiner Reise nach Norderney jedoch jedes Mal nur durchquerte und hier nicht verweilte, lud ihn Taaks in seine Stadtvilla [[Am Markt 46]] ein, die er eigens dafür um einen ansehnlichen Anbau erweitern ließ.<ref>Norderland Magazin Mai-Juli 2020, Norden, S. 8</ref><ref>Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898</ref>
 
1866 kam Ostfriesland von Hannover (wieder) zu Preußen. Kurz darauf wurde Taaks wegen preußenfeindlicher Äußerungen verwarnt und musste sein Amt aufgeben.


Zum 300-jährigen Jubiläum des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] im Jahr 1867 vermachte Taaks der schuleigenen Bibliothek mehrere Bücher und Schriften.<ref>[https://fabian.sub.uni-goettingen.de/fabian?Ulrichsgymnasium Bericht der Universität Göttingen], abgerufen am 6. März 2021</ref> Möglicherweise war er der Vater des ehemaligen Gymnasialdirektors [[Anton Ernst Taaks]] oder hatte eine sonstige, verwandtschaftliche Beziehung zu ihm.
Zum 300-jährigen Jubiläum des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] im Jahr 1867 vermachte Taaks der schuleigenen Bibliothek mehrere Bücher und Schriften.<ref>[https://fabian.sub.uni-goettingen.de/fabian?Ulrichsgymnasium Bericht der Universität Göttingen], abgerufen am 6. März 2021</ref> Möglicherweise war er der Vater des ehemaligen Gymnasialdirektors [[Anton Ernst Taaks]] oder hatte eine sonstige, verwandtschaftliche Beziehung zu ihm.


1869 wurde er Landschaftsrat bei der Ostfriesischen Landschaft in Aurich. In den Jahren 1857 bis 1858 war Taaks Mitglied der Zweiten Kammer der Hannoverschen Ständeversammlung. 1882 gehörte er dem Provinziallandtag der Provinz Hannover an.
==Sonstiges==
Eines der bedeutendsten Bauwerke, die in der Amtszeit von Taaks errichtet wurden, war das [[Altes Zollhaus|Alte Zollhaus]] in den Jahren 1856 bis 1858.
Eines der bedeutendsten Bauwerke, die in der Amtszeit von Taaks errichtet wurden, war das [[Altes Zollhaus|Alte Zollhaus]] in den Jahren 1856 bis 1858.


==Sonstiges==
Taaks war mit der Baroness Blonay-Montfaucon verheiratet. Zudem war er Mitglied der [[Leegemoorgesellschaft]] und 1868 deren ''Ältester Vierter''.<ref>Rack, Eberhard (1982): Up Leegemoors Wohlfahrt, Norden, S. 36</ref>
Taaks war mit der Baroness Blonay-Montfaucon verheiratet. Zudem war er Mitglied der [[Leegemoorgesellschaft]] und 1868 deren ''Ältester Vierter''.<ref>Rack, Eberhard (1982): Up Leegemoors Wohlfahrt, Norden, S. 36</ref>



Version vom 29. Februar 2024, 06:55 Uhr

Johann Hillern Taaks (* 11. Juni 1825 in Norden, † 15. Februar 1886 ebenda)[1] war von 1853 bis 1886 Bürgermeister von Norden. Sein Amtszeit und sein Wirken darüber hinaus waren prägend für die Entwicklung der Stadt Norden.

Leben

Taaks, der wohl niederländischer Abstammung war, wurde 1825 als Sohn des Hofmedikus und Landesphysikus Dr. Gottlieb Johann Heinrich Taaks geboren. Nach der Elementarschule besuchte Taaks das Ulrichsgymnasium. Im Anschluss studierte er Rechtswissenschaften in Göttingen. Während seines Studiums wurde er 1841 Mitglied des Corps Frisia Göttingen.[2]

Nach seinem Studium wurde er 1848 Auditor in Norden. 1851 war er als supplematorischer Amtsassessor tätig, 1852 als Gerichtsassessor am Obergericht Aurich. Von 1853 bis 1866 war er Bürgermeister von Norden.

Während seiner Amtszeit hofierte er König Georg V. von Hannover, zu dessen Königreich Ostfriesland seinerzeit gehörte. Dieser hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte diese regelmäßig. Eigens für ihn wurde die Bundesstraße gepflastert sowie der Ort Georgsheil im Südbrookmerland nach ihm benannt. Da Georg V. die Stadt Norden auf seiner Reise nach Norderney jedoch jedes Mal nur durchquerte und hier nicht verweilte, lud ihn Taaks in seine Stadtvilla Am Markt 46 ein, die er eigens dafür um einen ansehnlichen Anbau erweitern ließ.[3][4]

1866 kam Ostfriesland von Hannover (wieder) zu Preußen. Kurz darauf wurde Taaks wegen preußenfeindlicher Äußerungen verwarnt und musste sein Amt aufgeben.

Zum 300-jährigen Jubiläum des Ulrichsgymnasiums im Jahr 1867 vermachte Taaks der schuleigenen Bibliothek mehrere Bücher und Schriften.[5] Möglicherweise war er der Vater des ehemaligen Gymnasialdirektors Anton Ernst Taaks oder hatte eine sonstige, verwandtschaftliche Beziehung zu ihm.

1869 wurde er Landschaftsrat bei der Ostfriesischen Landschaft in Aurich. In den Jahren 1857 bis 1858 war Taaks Mitglied der Zweiten Kammer der Hannoverschen Ständeversammlung. 1882 gehörte er dem Provinziallandtag der Provinz Hannover an.

Sonstiges

Eines der bedeutendsten Bauwerke, die in der Amtszeit von Taaks errichtet wurden, war das Alte Zollhaus in den Jahren 1856 bis 1858.

Taaks war mit der Baroness Blonay-Montfaucon verheiratet. Zudem war er Mitglied der Leegemoorgesellschaft und 1868 deren Ältester Vierter.[6]

Einzelnachweise

  1. Ostfriesischer Kurier vom 7. August 2021, S. 4
  2. Dvorak, Helge (2005): Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 6. Heidelberg, S. 1
  3. Norderland Magazin Mai-Juli 2020, Norden, S. 8
  4. Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898
  5. Bericht der Universität Göttingen, abgerufen am 6. März 2021
  6. Rack, Eberhard (1982): Up Leegemoors Wohlfahrt, Norden, S. 36

Siehe auch