Haus Bührmann: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Da sich das Gebäude an der höchsten Stelle der Stadt befindet, ist anzunehmen, dass hier das erste oder zumindest einer der ersten Gebäude von Norden errichtet wurde.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213</ref> Die [[Westerstraße]] an sich gehört in jedem Fall zu den ersten besiedelten Plätzen der Stadt. Spätestens 1618 hat sich hier ein Gebäude befunden.<ref name=":2">[https://karenuphoff.com/uphoff-family-tree/cjansen/cjansen2.htm Genealogische Aufzeichnungen zur Familie Bührmann], abgerufen am 5. Juli 2021</ref>
Da sich das Gebäude an der höchsten Stelle der Stadt befindet, ist anzunehmen, dass hier das erste oder zumindest einer der ersten Gebäude von Norden errichtet wurde.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213</ref> Die [[Westerstraße]] an sich gehört in jedem Fall zu den ersten besiedelten Plätzen der Stadt. Spätestens 1618 hat sich hier ein Gebäude befunden.<ref name=":2">[https://karenuphoff.com/uphoff-family-tree/cjansen/cjansen2.htm Genealogische Aufzeichnungen zur Familie Bührmann], abgerufen am 5. Juli 2021</ref>


Noch bis in das 19. Jahrhundert befanden sich an der (heutigen) Hausnummer 91 zwei Gebäude. Eines davon wurde 1781 vom Rechtsanwalt Hedden zu einem Kaufpreis von 1.900 Gulden erworben. Zuvor wohnten hier der Zimmermann und Gastwirt [[Jann Friedrich Wilcken]] mit seiner Frau das Haus, das die alte Anschrift ''[[Norderkluft]], 2. [[Rott]], Nr. 524'' trug. Diese hatten offenbar lange Zeit für den Verkauf gebraucht, in den Kaufunterlagen wird dokumentiert, dass es dreimalig öffentlich inseriert werden musste. Zudem wurde offenbar auch von den Geistlichen der [[Liste der Sakralbauten|Norder Kirchen]] Werbung für den Verkauf gemacht.<ref name=":0" /> Das zweite Haus trug die Hausnummer 523.<ref name=":2" />
Noch bis in das 19. Jahrhundert befanden sich an der (heutigen) Hausnummer 91 zwei Gebäude. Eines davon wurde 1781 vom Rechtsanwalt F. G. Hedden zu einem Kaufpreis von 1.900 Gulden erworben. Zuvor wohnten hier der Zimmermann und Gastwirt [[Jann Friedrich Wilcken]] mit seiner Frau das rechte Haus, das die alte [[Hausnummerierung|Anschrift]] ''[[Norderkluft]], 2. [[Rott]], Nr. 524'' trug.<ref name=":0" /> Das zweite, linke Haus trug die Hausnummer 523.<ref name=":2" />


1841 erwarb der Wittmunder [[Johann Georg Rose]] das Gebäude mit der Nr. 524 für 1.600 Reichstaler und gründete hier zum 1. Mai 1843 eine Manufakturenhandlung. Im Jahre 1877 übernahm schließlich Kaufmann [[Bernhard Hinrich Bührmann]] Haus und Grund und gründete hier das nach ihm benannte Textilfachgeschäft ''B. H. Bührmann''.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 214</ref> Der offizielle Name des Unternehmens lautete ''B. H. Bührmann, J. G. Rose Nachfolger''.
Nachdem sich die Eheleute Wilcken entschlossen, das Haus wieder zu verkaufen, hatten sie dazu offenbar alle Mühe. In den Kaufunterlagen wird dokumentiert, dass es dreimalig öffentlich inseriert werden musste.<ref name=":0" /> Nachfolgend wechselte es mehrfach den Besitzer.


Vermutlich um 1880 wurden die beiden Bestandsbauten abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. 1893 übergab Bührmann die Geschäfte an seinen Nachfolger [[Johann von Nordheim]]. 1899 und 1902 wurde der Neubau in den rückwärtigen Bereich erweitert. Zum Sortiment gehörten vor allem Herren- und Kinderbekleidung sowie Aussteuerartikel. Von Nordheim übertrug das Geschäft, das in dieser Zeit die Hausnummer 45 bekam, an seinen früheren Geschäftsführer [[Hermann Thumann]] und dessen Schwager [[Johannes Eckert]]. Von 1955 bis 1978 führte [[Hans Hermann Thumann]] das Unternehmen, anschließend seine Tochter [[Maike Meinen]], geb. Thumann.<ref name=":1" /> 1994 wurde das Bekleidungsgeschäft geschlossen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 89</ref>
1841 erwarb der Wittmunder [[Johann Georg Rose]] das Gebäude mit der Nr. 524 für 1.600 Reichstaler und gründete hier zum 1. Mai 1843 eine Manufakturenhandlung. Im gleichen Jahr erwarb er offenbar auch das linke Haus, denn beide Bauten wurden zu dieser Zeit größtenteils abgebrochen und umfangreich restauriert.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 19. November 1994, S. 13</ref> Dass es sich um zwei Gebäude handelt, ist besonders im Inneren jedoch nach wie vor erkennbar.
 
Im Jahre 1877 übernahm schließlich Kaufmann [[Bernhard Hinrich Bührmann]] Haus und Grund und gründete hier das nach ihm benannte Textilfachgeschäft ''B. H. Bührmann''.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 214</ref> Der offizielle Name des Unternehmens lautete ''B. H. Bührmann, J. G. Rose Nachfolger''.
 
1893 übergab Bührmann die Geschäfte an seinen Nachfolger [[Johann von Nordheim]]. 1899 und 1902 wurde der Neubau in den rückwärtigen Bereich erweitert. Zum Sortiment gehörten vor allem Herren- und Kinderbekleidung sowie Aussteuerartikel. Von Nordheim übertrug das Geschäft, das in dieser Zeit die Hausnummer 45 bekam, an seinen früheren Geschäftsführer [[Hermann Thumann]] und dessen Schwager [[Johannes Eckert]]. Von 1955 bis 1978 führte [[Hans Hermann Thumann]] das Unternehmen, anschließend seine Tochter [[Maike Meinen]], geb. Thumann.<ref name=":1" />
 
Zum 31. Dezember 1994 wurde das Bekleidungsgeschäft geschlossen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 89</ref> Seit Januar 1995 befindet sich in den Räumlichkeiten unter einem ein Sonnenstudio


==Galerie==
==Galerie==

Version vom 23. Januar 2022, 14:05 Uhr

Haus Bührmann

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Basisdaten
Entstehungszeit 1843
Erbauer Bernhard Hinrich Bührmann
Bauweise verputzter Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Westerstraße 91

26506 Norden

Das Haus Bührmann war lange Zeit Sitz des Textil- und Modefachgeschäfts B. H. Bührmann, J. G. Rose Nachfolger. Nach dem langjährigen Inhaber und Namensgeber wurde die angrenzende Bührmannslohne benannt. Heute befinden sich in dem Gebäude Wohnungen sowie ein Schönheitssalon.

Geschichte

Da sich das Gebäude an der höchsten Stelle der Stadt befindet, ist anzunehmen, dass hier das erste oder zumindest einer der ersten Gebäude von Norden errichtet wurde.[1] Die Westerstraße an sich gehört in jedem Fall zu den ersten besiedelten Plätzen der Stadt. Spätestens 1618 hat sich hier ein Gebäude befunden.[2]

Noch bis in das 19. Jahrhundert befanden sich an der (heutigen) Hausnummer 91 zwei Gebäude. Eines davon wurde 1781 vom Rechtsanwalt F. G. Hedden zu einem Kaufpreis von 1.900 Gulden erworben. Zuvor wohnten hier der Zimmermann und Gastwirt Jann Friedrich Wilcken mit seiner Frau das rechte Haus, das die alte Anschrift Norderkluft, 2. Rott, Nr. 524 trug.[1] Das zweite, linke Haus trug die Hausnummer 523.[2]

Nachdem sich die Eheleute Wilcken entschlossen, das Haus wieder zu verkaufen, hatten sie dazu offenbar alle Mühe. In den Kaufunterlagen wird dokumentiert, dass es dreimalig öffentlich inseriert werden musste.[1] Nachfolgend wechselte es mehrfach den Besitzer.

1841 erwarb der Wittmunder Johann Georg Rose das Gebäude mit der Nr. 524 für 1.600 Reichstaler und gründete hier zum 1. Mai 1843 eine Manufakturenhandlung. Im gleichen Jahr erwarb er offenbar auch das linke Haus, denn beide Bauten wurden zu dieser Zeit größtenteils abgebrochen und umfangreich restauriert.[3] Dass es sich um zwei Gebäude handelt, ist besonders im Inneren jedoch nach wie vor erkennbar.

Im Jahre 1877 übernahm schließlich Kaufmann Bernhard Hinrich Bührmann Haus und Grund und gründete hier das nach ihm benannte Textilfachgeschäft B. H. Bührmann.[4] Der offizielle Name des Unternehmens lautete B. H. Bührmann, J. G. Rose Nachfolger.

1893 übergab Bührmann die Geschäfte an seinen Nachfolger Johann von Nordheim. 1899 und 1902 wurde der Neubau in den rückwärtigen Bereich erweitert. Zum Sortiment gehörten vor allem Herren- und Kinderbekleidung sowie Aussteuerartikel. Von Nordheim übertrug das Geschäft, das in dieser Zeit die Hausnummer 45 bekam, an seinen früheren Geschäftsführer Hermann Thumann und dessen Schwager Johannes Eckert. Von 1955 bis 1978 führte Hans Hermann Thumann das Unternehmen, anschließend seine Tochter Maike Meinen, geb. Thumann.[4]

Zum 31. Dezember 1994 wurde das Bekleidungsgeschäft geschlossen.[5] Seit Januar 1995 befindet sich in den Räumlichkeiten unter einem ein Sonnenstudio

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213
  2. 2,0 2,1 Genealogische Aufzeichnungen zur Familie Bührmann, abgerufen am 5. Juli 2021
  3. Ostfriesischer Kurier vom 19. November 1994, S. 13
  4. 4,0 4,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 214
  5. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 89

Siehe auch