Motorsportclub Norden: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 25: Zeile 25:
Seit dem 10. Juni 1956 fanden die Rennen des Vereins auf dem Gelände des ehemaligen [[Vertriebenenlager Tidofeld]] statt, dort, wo sich heute die [[Jadestraße]] und die [[Allerstraße]] erstrecken. Der ehemalige Sportplatz wurde am 14. Januar des Jahres vom Verein erworben.<ref>50 Jahre Tidofeld. 1946 - 1996</ref> Zuvor kam es zu Streitigkeiten mit den anderen Sportvereinen, da die Motorsportler die Aschenbahn durch die Rennen beschädigten, doch zogen diese so viele Zuschauer an, dass die Stadt nicht gänzlich darauf verzichten wollte. So fand man die Alternative in Tidofeld.<ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 14</ref>
Seit dem 10. Juni 1956 fanden die Rennen des Vereins auf dem Gelände des ehemaligen [[Vertriebenenlager Tidofeld]] statt, dort, wo sich heute die [[Jadestraße]] und die [[Allerstraße]] erstrecken. Der ehemalige Sportplatz wurde am 14. Januar des Jahres vom Verein erworben.<ref>50 Jahre Tidofeld. 1946 - 1996</ref> Zuvor kam es zu Streitigkeiten mit den anderen Sportvereinen, da die Motorsportler die Aschenbahn durch die Rennen beschädigten, doch zogen diese so viele Zuschauer an, dass die Stadt nicht gänzlich darauf verzichten wollte. So fand man die Alternative in Tidofeld.<ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 14</ref>


1969 bis 1970 erbaute der Verein dann den ''Motodrom'' in Halbemond (zwischen [[Berumerfehnkanal]] und [[Nadörster Straße]]). Das Stadion gehört heute zu den größten seiner Art und wurde 1983 abermals erweitert. Im Oktober 1972 fand dort das erste große internationale Rennen mit einem Länderkampf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion statt, im September 1983 das Speedway-Weltmeisterschaftsfinale.<ref name=":0" /> Insbesondere im Hinblick auf den Kalten Krieg war das Tournier mit der eigentlich feindlichen UdSSR ein bemerkenswerter Meilenstein für den Verein und die Region.
1969 bis 1970 erbaute der Verein dann den ''Motodrom'' in Halbemond (zwischen [[Berumerfehnkanal]] und [[Nadörster Straße]]). Das Stadion gehört heute zu den größten seiner Art und wurde 1983 abermals erweitert. Im Oktober 1972 fand dort das erste große internationale Rennen mit einem Länderkampf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion statt, im September 1983 das Speedway-Weltmeisterschaftsfinale.<ref name=":0" /> Insbesondere im Hinblick auf den Kalten Krieg war das Turnier mit dem ''Klassenfeind'' ein bemerkenswerter Meilenstein sowohl für den Verein und die Region als auch die gesamte Bundesrepublik.


1993 stellte der Verein seine Aktivitäten weitestgehend ein, was möglicherweise in einer im Juni 1992 gefloppten Veranstaltung lag. Eine Agentur und der kurzlebige Werbe- und Kulturring Norden veranstalten am und im Motodrom ein Open-Air-Festival, das zu einem finanziellen Fiasko wurde.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 100</ref> Bis heute finden nur noch vereinzelt Wettkämpfe am Motodrom statt.
1993 stellte der Verein seine Aktivitäten weitestgehend ein, was möglicherweise in einer im Juni 1992 gefloppten Veranstaltung lag. Eine Agentur und der kurzlebige Werbe- und Kulturring Norden veranstalten am und im Motodrom ein Open-Air-Festival, das zu einem finanziellen Fiasko wurde.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 100</ref> Bis heute finden nur noch sehr vereinzelt Wettkämpfe am Motodrom statt.


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Version vom 29. Dezember 2021, 13:38 Uhr

MC Norden

Basisdaten
Gründung 3. Juni 1949
Auflösung -
Rechtsform eingetragener Verein (e.V.)
Hauptsitz Nadörster Straße 27

26524 Halbemond

Der Motorsportclub Norden (kurz: MC Norden) ist ein am 3. Juni 1949 gegründeter Motorsportclub.[1]

Geschichte

Kurz nach dem Krieg gegründet, veranstaltete der Verein schon im September 1949 das erste Aschenbahnrennen auf dem Jahnplatz.[2] Als der schwedische Fußballverein Nybro Idrottsförening am 1. Januar 1951 nach Norden kam, geleitete der MC Norden die Schweden von Georgsheil mit einer feierlich geschmückten Eskorte.[3]

Seit dem 10. Juni 1956 fanden die Rennen des Vereins auf dem Gelände des ehemaligen Vertriebenenlager Tidofeld statt, dort, wo sich heute die Jadestraße und die Allerstraße erstrecken. Der ehemalige Sportplatz wurde am 14. Januar des Jahres vom Verein erworben.[4] Zuvor kam es zu Streitigkeiten mit den anderen Sportvereinen, da die Motorsportler die Aschenbahn durch die Rennen beschädigten, doch zogen diese so viele Zuschauer an, dass die Stadt nicht gänzlich darauf verzichten wollte. So fand man die Alternative in Tidofeld.[5]

1969 bis 1970 erbaute der Verein dann den Motodrom in Halbemond (zwischen Berumerfehnkanal und Nadörster Straße). Das Stadion gehört heute zu den größten seiner Art und wurde 1983 abermals erweitert. Im Oktober 1972 fand dort das erste große internationale Rennen mit einem Länderkampf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion statt, im September 1983 das Speedway-Weltmeisterschaftsfinale.[6] Insbesondere im Hinblick auf den Kalten Krieg war das Turnier mit dem Klassenfeind ein bemerkenswerter Meilenstein sowohl für den Verein und die Region als auch die gesamte Bundesrepublik.

1993 stellte der Verein seine Aktivitäten weitestgehend ein, was möglicherweise in einer im Juni 1992 gefloppten Veranstaltung lag. Eine Agentur und der kurzlebige Werbe- und Kulturring Norden veranstalten am und im Motodrom ein Open-Air-Festival, das zu einem finanziellen Fiasko wurde.[6] Bis heute finden nur noch sehr vereinzelt Wettkämpfe am Motodrom statt.

Einzelnachweise

  1. Beschreibung von Norden in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  2. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 48
  3. Geschichte der Fußballsparte des FC Norden, abgerufen am 15. August 2021
  4. 50 Jahre Tidofeld. 1946 - 1996
  5. Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 14
  6. 6,0 6,1 Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 100

Siehe auch