Doornkaat: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 6: | Zeile 6: | ||
| Title = Doornkaat AG | | Title = Doornkaat AG | ||
| Text = Betrieb in Norden | | Text = Betrieb in Norden | ||
| center = 53. | | center = 53.59414907303525, 7.213106356041398 | ||
| circle = 53. | | circle = 53.59414907303525, 7.213106356041398 : 100 | ||
| zoom = 16 | | zoom = 16 | ||
| width = 300px | | width = 300px | ||
Version vom 3. Juni 2021, 13:19 Uhr
Doornkaat AG | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| {{#multimaps: | Title = Doornkaat AG | Text = Betrieb in Norden | center = 53.59414907303525, 7.213106356041398 | circle = 53.59414907303525, 7.213106356041398 : 100 | zoom = 16 | width = 300px | height = 300px
}} | |
| Basisdaten | ||||||||
| Gründung | 1806 | |||||||
| Auflösung | 1992 | |||||||
| Rechtsform | Aktiengesellschaft (AG) | |||||||
| Hauptsitz | Doornkaatlohne
26506 Norden | |||||||
Doornkaat war lange Zeit das überregional (und oftmals auch bis heute) bekannteste Norder Unternehmen. Der Name wird meist synonym mit dem Hauptabsatzprodukt, einem Kornbrand, verwendet, der seit dem Niedergang der Firma bei Berentzen in Haselünne weitergebrannt wird. Kenner des ursprünglichen Doornkaat sagen diesem jedoch nach, dass er von wesentlich geringerer Qualität ist.
Geschichte
Das Unternehmen wurde im Jahre 1806 von dem niederländischen Kaufmann Jan ten Doornkaat Koolman am Neuen Weg gegründet. Die Konkurrenz in der Stadt war seinerzeit groß: 1813 gab es 27 (meist kleinere) Geneverbrennereien in Norden. Ihre Zahl ging jedoch in den Folgejahren zurück, 1840 waren es noch elf, 1858 hatte Doornkaat nur noch einen städtischen Konkurrenten.[1] Im Laufe der Jahrzehnte wurde Doornkaat zu einer deutschlandweit bekannten Kornmarke. Da die hiesige Landwirtschaft nicht ausreichend produzierte, ließ das Unternehmen 1871 ein eigenes Dampfschiff bauen, um damit Roggen aus dem deutschen Ostseeraum zu importieren. Gleichzeitig wurde damit die für den Betrieb dringend benötigte Kohle aus England importiert.[2] Grundsätzlich kamen nur einheimische Rohstoffe zum Einsatz. Erst den 1970er Jahren musste zunehmend auch auf ausländisches Getreide zurückgegriffen werden.[1]
1882 eröffnete das Unternehmen eine Brauerei in Westgaste, an die heute noch die Brauhausstraße erinnert. Am 1. Oktober 1894 wurde der Markenname Doornkaat offiziell angemeldet und am 8. Dezember 1894 in das deutsche Markenregister eingetragen.
Ab 1930 vertrieb Doornkaat mit Doka Tee auch einen eigenen Tee. Durch Schiffsbeteiligungen rundete das Unternehmen sein Portfolio ab. Das 20. Jahrhundert war jedoch vor allem durch Schwierigkeiten beim Absatz, nicht zuletzt bedingt durch die beiden Weltkriege, die die Weltwirtschaft im Allgemeinen und die deutsche im Speziellen lange Zeit lähmten. Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg brachten jedoch nochmals einen großen Aufschwung. In der letzten Hochblüte, Ende der 1960er Jahre, wurde Doornkaat mit dem legendären Doornkaat-Mann (von Ludwig Hohlwein bereits in den 1920er Jahren geschaffen), der die Doornkaat-Vierkantflasche in der Hand hält, mit dem Slogan Doornkaat - heiß geliebt und kalt getrunken beworben.
In den 1970er und 1980er Jahren erfolgte ein schneller Abstieg, der letztlich auch zum Verkauf des Unternehmens führte. Dies lag im Kern am veränderten Trinkverhalten der Bevölkerung, was zu einem Einbruch des Absatzes führte. Auch die geänderte Branntweinsteuer und der drastische Anstieg importierter Spirituosen bestärkte den rückläufigen Trend. Die langjährigen Vorstände Gerhard ten Doornkaat Koolman und Klaus Scherhorn verließen das Unternehmen in der Mitte der 1980er Jahre. Die neuen Vorstände Jochen Buschbeck und Hans A. Alles entwickelten Umstrukturierungspläne. In den Jahren 1986 und 1987 wurde das Personal um 35 % reduziert. Das Konzernergebnis der Doornkaat-Gruppe war 1987 mit 4,9 Mio. DM immer noch recht passabel.
Doornkaat beteiligte sich an der Gocher Firma Mülhoff mit ihrem bekannten Produkt Mampe. Doch auch dies konnte den weiter fallenden Absatz nicht stoppen. Das Fruchtsaftgeschäft kam erheblich unter Druck, die Sparte wurde mit dem Verkauf der Anteile an der Emig Fruchtsaft GmbH 1989 geschlossen.
Die deutsche Wiedervereinigung führte bei Doornkaat zu einem überraschenden, aber kurzen Absatzplus. Der Verkauf des Stammgetränkes stieg um 21 %. Trotzdem konnte der negative Trend nicht gestoppt werden, im Jahr 1991 waren nur noch 232 Mitarbeiter bei Doornkaat beschäftigt.
Im August 1991 erwarb die Berentzen-Gruppe den Geschäftsbetrieb der damaligen Doornkaat AG, ein Beherrschungsvertrag wurde 1992 abgeschlossen und die Produktion schließlich verlagert. Berentzen verkaufte die Doornkaat AG an die WCM-Gruppe, die die Firma in die NORDAG umwandelte. Gleichzeitig wurden die Brenn- und Markenrechte an die neu gegründete Doornkaat Verwaltung GmbH verkauft, einer neu gegründeten Tochtergesellschaft von Berentzen. Diese wurde sodann wieder in die neue Doornkaat AG umgewandelt. Ab 1997 wurde kein Doornkaat mehr in der Norder Brennerei hergestellt.
Das ehemalige Doornkaat-Gelände liegt seither weitestgehend brach, viele Gebäude wurden abgerissen oder dem Verfall, bedingt durch den Verkauf an auswärtige Investoren, überlassen. In einigen Gebäuden erblühte jedoch neues Leben und seit Ende der 2010er Jahre existieren Planungen über eine Neunutzung. Unter anderem soll das neue Dienstgebäude der Norder Polizei auf dem Gelände entstehen.
Produkte
- Doornkaat: Der dreifach gebrannte Korn wird in einer grünen Vierkantflasche angeboten und hat einen Alkoholgehalt von 38 Volumenprozent. Hape Kerkelings Figur Horst Schlämmer genehmigte sich gern einen Doornkaat, auch vor laufenden Kameras, und trug so zur Bekanntheit der Marke bei.
- Doka Tee: Ein typischer Ostfriesentyp.
Literatur
- Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden