Marktschule: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;" ! colspan="2" | ==Marktschule== |- ! colspan="2" |{{#multimaps: | Title = Marktschule | Text = Ehe…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 16: | Zeile 16: | ||
|- | |- | ||
|Entstehungszeit | |Entstehungszeit | ||
| | |1861 | ||
|- | |- | ||
|Erbauer | |Erbauer | ||
| Zeile 25: | Zeile 25: | ||
|- | |- | ||
|Entwidmung | |Entwidmung | ||
| | |1962 | ||
|- | |- | ||
|Erhaltungszustand | |Erhaltungszustand | ||
|abgebrochen | |1962 abgebrochen | ||
|- | |- | ||
|Genaue Lage | |Genaue Lage | ||
| Zeile 35: | Zeile 35: | ||
|} | |} | ||
__NOTOC__ | __NOTOC__ | ||
Die '''Marktschule''' war eine mehrklassige Volksschule (Klassen 1-8) an der Nordwestseite des [[Marktplatz|Norder Marktplatzes]]. Sie existierte von 1861 bis 1962. Heute befindet sich hier das sogenannte [[Haus des Handwerks]]. | |||
Die '''Marktschule''' war eine Volksschule (Klassen 1-8) an der Nordwestseite des [[Marktplatz|Norder Marktplatzes]]. Sie existierte von 1861 bis 1962. Heute befindet sich hier das sogenannte [[Haus des Handwerks]]. | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Version vom 10. April 2021, 16:05 Uhr
Marktschule | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| {{#multimaps: | Title = Marktschule | Text = Ehemalige Schule in Norden | center = 53.59558256383577, 7.2010942541591225 | circle = 53.59558256383577, 7.2010942541591225 :15 | zoom = 17 | width = 300px | height = 300px
}} | |
| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1861 | |||||||
| Erbauer | Stadt Norden | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Entwidmung | 1962 | |||||||
| Erhaltungszustand | 1962 abgebrochen | |||||||
| Genaue Lage | Am Markt 50
26506 Norden | |||||||
Die Marktschule war eine mehrklassige Volksschule (Klassen 1-8) an der Nordwestseite des Norder Marktplatzes. Sie existierte von 1861 bis 1962. Heute befindet sich hier das sogenannte Haus des Handwerks.
Geschichte
Steigende Schülerzahlen ließen die Kapazitäten der Lutherische Klassenschule die kirchliche Schule an der Ludgerikirche, Mitte des 19. Jahrhunderts zu knapp werden. Um 1860 kamen daher Überlegungen auf, diese Schule aufzulösen und eine neue zu errichten. Gelegenheit dazu bot sich, als die Herrnhuter Brüdergemeine das ihr gehörende, nordwestlich des Marktplatzes gelegene Hotel Heeren-Logement veräußern wollte. Das etwa 900 m² große Grundstück samt Gebäude daraufhin von der Stadt erworben, planiert und hier ein neues Schulgebäude errichtet. Aufgrund ihrer Lage zum Marktplatz wurde die neue Schule "Marktschule" genannt, offiziell trug sie den Namen der alten Schule an der Kirche jedoch weiter.
1861 umfasste die Schule nur vier Klassenräume, die den Schülern kaum genügend Platz boten. 1874 mussten daher vier weitere Räume an der Westseite angebaut werden. Die dennoch weiter große Raumnot wurde dadurch weiter gesteigert, dass 1877 die Neuweger Schule geschlossen und die Schüler an die Marktschule umgeschult wurden. 1885 glich das Gebäude, das durch jeweils zwei Klassenräume im Erd- und Obereschoss erweitert, einem Irrgarten.
An der Schule wurde indes großen Wert auf Zucht und Ordnung gelegt. Die Schüler musste nach Ende der Pause auf dem 1870 errichteten Pausenhof geordnet antreten und sich unter Wahrung höchster Disziplin in ihre Klassenräume führen lassen. Bei Verstößen gegen die Schulregeln wurde nicht selten vom Rohrstock Gebrauch gemacht.
1917 wurde der bis dahin obligatorische Nachmittagsunterricht abgeschafft. Der Grund dürfte an der Knappheit der Heizmaterialien zu suchen sein. Aufgrund des andauernden Ersten Weltkriegs waren viele Güter nur noch schwer zu erhalten, darunter auch das damals vorwiegend zum Heizen genutzte Torf. Auch der das Torf abbauenden Norder Fehngesellschaft dürfte es angesichts zahlreicher Einberufungen zum Kriegsdienst wohl an Arbeitern gemangelt haben.
Bedingt durch den Flüchtlingsstrom nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Markt-, wie auch die Zingelschule zu sprichwörtlichen "Mammutklassen" heran. So waren allein in der Marktschule 23 (!) Klassen untergebracht, auch musste die Sielschule nun von der Marktschule mitverwaltet werden. Im Oktober 1949 verfügten Schulbehörde und Stadt daher die Dreiteilung der Schulen. Die Gliederung sah vor, dass unter "Norden I" die Marktschule mit elf Räumen, unter "Norden II" die Zingelschule mit sechs Räumen, zuzüglich einer Schulbaracke mit drei Räumen. "Norden III" umfasste vier Räume der Marktschule, vier Räume der Sielschule und zwei Räume an der Westgaster Schule.
Die herrschenden Raumprobleme konnten erst durch den Bau der Grundschule Lintel im Jahr 1955 sowie der Grundschule Im Spiet im Jahr 1962 entspannt werden. In letztgenanntem Jahr wurde die Marktschule schließlich abgebrochen und hier das sogenannte Haus des Handwerks errichtet. Ein schmuckloser Bau, der mit der Marktschule jedoch architektonische Gemeinsamkeiten teilt. Der frühere Schulhof dient nun als Zuwegung zu den Behörden rund um den Fräuleinshof.
Literatur
- Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 121-127
Einzelnachweise