Posthäuser: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Als '''Posthäuser''' bezeichnete man Häuser, in denen sich eine oder mehrere Dienstwohnungen der Deutschen Reichs- bzw. Bundespost befanden. Unter anderem gab es solche an der [[Linteler Straße]] sowie an der [[Brauhausstraße]]. In der Regel, aber nicht immer, befanden sie sich in der Nähe zu Liegenschaften der Post.
Als '''Posthäuser''' bezeichnete man Häuser, in denen sich eine oder mehrere Dienstwohnungen der Deutschen Reichs- bzw. Bundespost befanden. Unter anderem gab es solche an der [[Linteler Straße]] sowie an der [[Brauhausstraße]]. In der Regel, aber nicht immer, befanden sie sich in der Nähe zu Liegenschaften der Post.


In Deutschland waren solche Dienstwohnungen früher weit verbreitet, besonders bei:
* Post, Bahn, Zoll, Polizei
* Forst- und Landwirtschaftsbehörden
* Lehrern und Hausmeistern (Schulhausmeister)
* kirchlichen und kommunalen Einrichtungen
Heute sind sie fast verschwunden oder werden nur noch in Sonderfällen genutzt. Die Gründe sind klar nachvollziehbar und hängen sowohl mit gesellschaftlichen als auch mit rechtlichen Veränderungen zusammen. Viele Tätigkeiten erforderten früher ''ständige Präsenz'' oder ''schnelle Alarmbereitschaft''.
Beispiele:
* Postbeamte mussten im Ort erreichbar sein, z.B. für Telegramme, Telefonvermittlung.
* Bahnmitarbeiter brauchten unmittelbare Nähe zum Bahnhof oder Stellwerk.
* Hausmeister mussten im Schulgebäude wohnen, um Heizung, Reinigung oder Winterdienst zu sichern.
Heute sind viele dieser Aufgaben technisiert oder ausgelagert:
* Keine örtliche Telefonvermittlung mehr.
* Heizung und Gebäudetechnik sind automatisiert.
* Winterdienst wird vergeben.
* Störungen werden durch Serviceteams abgedeckt.
Ab den 1980er/90er Jahren wurden große Staatsbetriebe privatisiert oder umgewandelt:
* Deutsche Bundespost → Deutsche Post AG, Deutsche Telekom, Postbank
* Deutsche Bundesbahn + Reichsbahn → Deutsche Bahn AG
Privatisierte Unternehmen dürfen oft keine klassischen Beamten-Dienstwohnungen mehr vorhalten und konzentrieren sich auf Kerngeschäft statt Sozialinfrastruktur.
[[Kategorie:Begriffserläuterungen]]
[[Kategorie:Begriffserläuterungen]]

Aktuelle Version vom 5. Dezember 2025, 13:17 Uhr

Als Posthäuser bezeichnete man Häuser, in denen sich eine oder mehrere Dienstwohnungen der Deutschen Reichs- bzw. Bundespost befanden. Unter anderem gab es solche an der Linteler Straße sowie an der Brauhausstraße. In der Regel, aber nicht immer, befanden sie sich in der Nähe zu Liegenschaften der Post.

In Deutschland waren solche Dienstwohnungen früher weit verbreitet, besonders bei:

  • Post, Bahn, Zoll, Polizei
  • Forst- und Landwirtschaftsbehörden
  • Lehrern und Hausmeistern (Schulhausmeister)
  • kirchlichen und kommunalen Einrichtungen

Heute sind sie fast verschwunden oder werden nur noch in Sonderfällen genutzt. Die Gründe sind klar nachvollziehbar und hängen sowohl mit gesellschaftlichen als auch mit rechtlichen Veränderungen zusammen. Viele Tätigkeiten erforderten früher ständige Präsenz oder schnelle Alarmbereitschaft.

Beispiele:

  • Postbeamte mussten im Ort erreichbar sein, z.B. für Telegramme, Telefonvermittlung.
  • Bahnmitarbeiter brauchten unmittelbare Nähe zum Bahnhof oder Stellwerk.
  • Hausmeister mussten im Schulgebäude wohnen, um Heizung, Reinigung oder Winterdienst zu sichern.

Heute sind viele dieser Aufgaben technisiert oder ausgelagert:

  • Keine örtliche Telefonvermittlung mehr.
  • Heizung und Gebäudetechnik sind automatisiert.
  • Winterdienst wird vergeben.
  • Störungen werden durch Serviceteams abgedeckt.

Ab den 1980er/90er Jahren wurden große Staatsbetriebe privatisiert oder umgewandelt:

  • Deutsche Bundespost → Deutsche Post AG, Deutsche Telekom, Postbank
  • Deutsche Bundesbahn + Reichsbahn → Deutsche Bahn AG

Privatisierte Unternehmen dürfen oft keine klassischen Beamten-Dienstwohnungen mehr vorhalten und konzentrieren sich auf Kerngeschäft statt Sozialinfrastruktur.