Reederei Frisia: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;" ! colspan="2" | ==Reederei Frisia== |- ! colspan="2" |Basisdaten |- |Gründung |1917 (1909) |- |Au…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 42: | Zeile 42: | ||
Seit 1998 wickelte die AG Reederei Norden-Frisia für die Gemeinde Norderney die Abführung der Kurtaxe eines jeden Inselbesuchers, der die Fährüberfahrt von Norddeich-Mole nach Norderney in Anspruch nimmt, durch unabdingbare Kombination des Fährtickets mit der Kurkarte (NorderneyCard) ab. Damit ist ein Inselbesuch mit einer Frisia-Fähre – unabhängig von der Inanspruchnahme von Kurleistungen – ohne Entrichtung der Kurabgabe nicht mehr möglich. Einige Jahre später wurde dies auch für Juist umgesetzt. | Seit 1998 wickelte die AG Reederei Norden-Frisia für die Gemeinde Norderney die Abführung der Kurtaxe eines jeden Inselbesuchers, der die Fährüberfahrt von Norddeich-Mole nach Norderney in Anspruch nimmt, durch unabdingbare Kombination des Fährtickets mit der Kurkarte (NorderneyCard) ab. Damit ist ein Inselbesuch mit einer Frisia-Fähre – unabhängig von der Inanspruchnahme von Kurleistungen – ohne Entrichtung der Kurabgabe nicht mehr möglich. Einige Jahre später wurde dies auch für Juist umgesetzt. | ||
Mit dem 2018 gegründeten [[Töwerland | Mit dem 2018 gegründeten [[Töwerland Express]] erhielt die Frisia erstmals seit über 100 Jahren erstmals wieder Konkurrenz. Die neue Firma nutzte eine Lücke in der Passagierbeförderung per Schiff nach Juist. Aufgrund niedrigen Fahrwassers konnte die Reederei Frisia mit ihren großen Schiffen und deren zu großem Tiefgangs die Insel nur ein bis maximal zwei Mal am Tag ansteuern. Besucher, die außerhalb dieser geringen Fahrtzeiten nach Juist wollten, mussten ein kostenintensives Flugticket erwerben. Der Töwerland-Express jedoch setzte auf kleine Schnellboote, die auch bei Niedrigwasser fahren konnten. Preislich lagen die Tickets zwischen einem normalen Fährticket und einem Flugticket. Diesen Umstand ließ sich die Reederei Frisia nicht lange gefallen und erwarb im Sommer 2020 ebenfalls eine Schnellfähre, die vom Tochterunternehmen "Cassen-Tours GmbH" betrieben wird. Die Schnellfähre "Inselexpress 1" besteht aus Aluminium und bietet Platz für maximal elf Passagiere. | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
Version vom 8. März 2021, 14:04 Uhr
Reederei Frisia | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Gründung | 1917 (1909) |
| Auflösung | - |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft (AG) |
| Hauptsitz | Mole Norddeich 1
26506 Norden |
Die Reederei Frisia ist die größte Norder Reederei. Sie hat ihren juristischen Sitz auf Norderney, verfügt jedoch über einen großen Nebensitz in Norddeich, unmittelbar am Molenkopf. Neben ihrem Kerngeschäft, dem regulären Personen-, Fahrzeug- und Güterverkehr, betreibt die Reederei auch einen Flugplatz und ist an der Versorgung der Offshore-Windparks in der Nordsee beteiligt.
Geschichte
Nachdem Norderney durch den Adel und die gehobenen Bevölkerungsschichten als Ausflugsziel für die "Sommerfrische" entdeckt wurde, erhielt die Insel 1797 als erste den Titel eines deutschen Nordseebades. Trotz dieses für den Fremdenverkehr äußerst prestigeträchtigen Titels blieb der große Andrang aus, denn die Anreise gestaltete sich nach wie vor schwierig. Schiffe legten nur von Bremen und Hamburg ab und erreichten Norderney manchmal erst nach Tagen und nur über die Insel Helgoland.
Ab 1843 wurde Norderney auch von Emden und Leer aus mit großen Dampfschiffen angefahren. Die von Norddeich ablegenden Schiffe waren bis dato reine Segelschiffe, die wenig komfortabel und daher völlig ungeeignet für die betuchten Herrschaften waren, die Norderney zu besuchen planten. Zudem waren die Segelschiffe von geeigneten Witterungsverhältnissen abhängig.
Im Juni 1871 beschlossen 23 Bürger aus Norden und Norderney, die "Dampfschiffsrhederei Norden" zu gründen, um einen regulären Schiffsverkehr mit geeigneten Schiffen zu gewährleisten. 1872 wurde das erste Dampfschiff in Dienst gestellt. Als Anleger diente eine befestigte Landungsbrücke.
Aufgrund anfänglicher Schwierigkeiten in der Aufrechterhaltung eines geordneten Schiffsverkehrs, insbesondere durch strenge Winter und einer damit einhergehenden Vereisung der Fahrrinnen, kam Unmut bei den Norderneyern auf. Diese gründeten daraufhin im Jahr 1893 die "Norderneyer Dampfschiffsrhederei Einigkeit". Nach einem scharfen Konkurrenzkampf entschieden sich beide Unternehmen zu einer Zusammenarbeit.
1906 entbrannte der Konkurrenzkampf erneut, als die "Neue Dampfschiffs-Reederei Frisia" ihren Betrieb aufnahm. Nachdem die "Norderneyer Dampfschiffsrhederei Einigkeit" liquidiert wurde, schlossen sich die "Dampfschiffsrhederei Norden" und die "Neue Dampfschiffs-Reederei Frisia" zusammen und bildeten ab 1909 eine Betriebsgemeinschaft, die schließlich 1917 in der "Aktiengesellschaft Reederei Norden-Frisia" aufging. 1922 wurde die erste Motoren- und Maschinenwerkstatt erworben und der Fuhrpark erweitert.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Schiffe von der Kriegsmarine beschlagnahmt und gingen teilweise verloren. Nach Kriegsende übernahmen die Briten kurzzeitig den Inselverkehr, bis die Reederei im Spätsommer 1945 wieder ihren Betrieb aufnehmen konnte. Die Briten waren es, die erstmals auch Kraftfahrzeuge statt nur Personen und Waren auf die Inseln transportierten. Bei vielen Besuchern und Insulaner stieg dadurch das Interesse, auch ihr eigenes Kraftfahrzeug mit auf die Inseln zu nehmen. Insbesondere mit dem verstärkt aufkommenden Kraftfahrzeugverkehrs infolge des Wirtschaftswunders wurde der Handlungsdruck auf die Reederei schließlich so groß, dass man 1962 die erste kombinierte Personen-Autofähre in Dienst stellte.
1969 nahm die AG Reederei Norden-Frisia den Luftverkehr auf. Hierfür errichtete sie einen Flugplatz am Westerlooger Strohweg. Ein Jahr später wurde das Tochterunternehmen "Frisia Luftverkehrs GmbH" gegründet, die den Flugplatz und -verkehr seitdem betreibt.
Im Laufe der 1980er Jahre ließ die Reederei die gesamte Flotte erneuern oder umbauen und Mitte der 1990er Jahre abermals modernisieren. Mit der "Frisia IV" stellte das Unternehmen im April 2002 erstmals eine Doppelendfähre in Dienst. Diese brauchte im Hafen nicht mehr zu wenden und konnte in beide Richtungen fahren.
Am 11. März 2003 wurde die "Frisia VIII" an die "Reederei Coonatramar" in Puntarenas, Costa Rica, verkauft und überführt. Die rund 5600 Seemeilen lange Überführungsfahrt von der Nordsee über Atlantik (via Gran Canaria) legte das Schiff aus eigener Kraft inklusive einer zweitägigen Wartezeit am Panamakanal in 28 Tagen zurück. Dafür wurde das Schiff, welches mit geringem Tiefgang für flache Seegebiete ohne hohe Wellen gebaut worden war, in Hamburg umgebaut. Dabei wurden zusätzliche Treibstofftanks auf der Ladefläche befestigt und die Bullaugen über der Wasserlinie zugeschweißt. In Costa Rica fährt die ehemalige "Frisia VIII" seitdem unter dem Namen "San Lucas II".
Seit 1998 wickelte die AG Reederei Norden-Frisia für die Gemeinde Norderney die Abführung der Kurtaxe eines jeden Inselbesuchers, der die Fährüberfahrt von Norddeich-Mole nach Norderney in Anspruch nimmt, durch unabdingbare Kombination des Fährtickets mit der Kurkarte (NorderneyCard) ab. Damit ist ein Inselbesuch mit einer Frisia-Fähre – unabhängig von der Inanspruchnahme von Kurleistungen – ohne Entrichtung der Kurabgabe nicht mehr möglich. Einige Jahre später wurde dies auch für Juist umgesetzt.
Mit dem 2018 gegründeten Töwerland Express erhielt die Frisia erstmals seit über 100 Jahren erstmals wieder Konkurrenz. Die neue Firma nutzte eine Lücke in der Passagierbeförderung per Schiff nach Juist. Aufgrund niedrigen Fahrwassers konnte die Reederei Frisia mit ihren großen Schiffen und deren zu großem Tiefgangs die Insel nur ein bis maximal zwei Mal am Tag ansteuern. Besucher, die außerhalb dieser geringen Fahrtzeiten nach Juist wollten, mussten ein kostenintensives Flugticket erwerben. Der Töwerland-Express jedoch setzte auf kleine Schnellboote, die auch bei Niedrigwasser fahren konnten. Preislich lagen die Tickets zwischen einem normalen Fährticket und einem Flugticket. Diesen Umstand ließ sich die Reederei Frisia nicht lange gefallen und erwarb im Sommer 2020 ebenfalls eine Schnellfähre, die vom Tochterunternehmen "Cassen-Tours GmbH" betrieben wird. Die Schnellfähre "Inselexpress 1" besteht aus Aluminium und bietet Platz für maximal elf Passagiere.
Einzelnachweise