Deichacht Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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== | ==Geschichte== | ||
Bei Anbeginn der Besiedlung war es noch nicht notwendig, Deiche zum Schutz vor den Fluten zu errichten. Dies änderte sich erst, als der Wasserspiegel in der Zeit nach Christus immer weiter anstieg. Die Menschen begannen, ihre Behausungen auf Warften, künstlichen Erdererhöhungen zu errichten. Anfangs waren diese meiste nur wenige Dezimeter hoch, später erreichten einige von ihnen eine Höhe von bis zu fünf Metern. Zwar konnten die Menschen sich selbst und ihre Tiere vor den Fluten schützen, nicht aber ihre Felder, von deren Erträgen sie zu leben hatten und die durch das salzige Meerwasser nach Fluten unbrauchbar wurden. | |||
Um das Jahr 1000 begann man mit dem Bau von Deichen. Anfangs war es Aufgabe der hinter der Deichlinie wohnenden Menschen, den Deich zu unterhalten. Im Gegenzug durften sie das dahinter liegende Land bestellen. Konnten der Anlieger den ihm zugewiesenen Deichabschnitt nicht mehr unterhalten, musste er das Land gemäß [[Spatenrecht]] aufgeben oder wurde zwangsenteignet. Besonders oft fand das Spatenrecht nach Missernten, Seuchen oder Sturmfluten statt. Insbesondere im 14. Jahrhundert verloren viele Menschen ihr Hab und Gut an die Fluten und konnten - von der Pest und schlechten Ernten geschwächt - die Deichlinien nicht mehr halten. | |||
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich nun Interessengemeinschaften, die es sich zur Aufgabe machten, den Deich gemeinschaftlich zu unterhalten. Ein alter Spruch besagte: "Kein Deich. Kein Land. Kein Leben". Die [[Februarflut]] im Jahr 1825 gilt als die letzte schwere Sturmflut, die in Norden und Umgebung massivste Schäden anrichtete. Die Anfänge der Norder Deichacht, wie wir sie heute kennen, ist wohl in dieser Zeit zu suchen, denn auf die Februarflut folgten umfangreiche Maßnahmen zur Verstärkung der Deiche. | |||
Im Jahr 1900 wurde die Norder Deichacht letztlich gegründet. Anfänglich war sie nur für die Deichlinien im Stadtgebiet zuständig. 1965 kamen die fünf Deichachten der Norder Umlandgemeinden hinzu: Die Westermarscher, die Ostermarscher, die Lintelermarscher, die Süderneulander und die Neuwesteeler Deichacht. | |||
Zwischen 1972 und 1975 wurden umfangreiche Maßnahmen zur Verstärkung der Deichlinie getroffen. Vor allem wurde der Seedeich verbreitert und vergrößert. Den Baumaßnahmen fiel unter anderem der historische Gasthof [[Großer Krug]] zum Opfer, an dessen Stelle im Jahr 1976 eine [[Küstenschutzhalle]] erbaut wurde. 2015 wurde eine weitere Küstenschutzhalle nahe des [[Kreisel Ostermarsch|Kreisels Ostermarsch]] errichtet. | |||
==Quellenverzeichnis== | ==Quellenverzeichnis== | ||
Version vom 23. Februar 2021, 11:08 Uhr
Deichacht Norden | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Gründung | 1900 |
| Auflösung | - |
| Rechtsform | Körperschaft des öffentlichen Rechts |
| Hauptsitz | Doornkaatlohne 19
26506 Norden |
Die Deichacht Norden ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts zuständig für die Wartung und den Unterhalt der etwa 32,5 Kilometer langen Deichlinien des Festlands des Altkreises Norden zuständig. Mit dem Entwässerungsverband wird die Deichacht in Personalunion verwaltet und gemäß Deichgesetz von den Küstenbewohnern finanziert.
Geschichte
Bei Anbeginn der Besiedlung war es noch nicht notwendig, Deiche zum Schutz vor den Fluten zu errichten. Dies änderte sich erst, als der Wasserspiegel in der Zeit nach Christus immer weiter anstieg. Die Menschen begannen, ihre Behausungen auf Warften, künstlichen Erdererhöhungen zu errichten. Anfangs waren diese meiste nur wenige Dezimeter hoch, später erreichten einige von ihnen eine Höhe von bis zu fünf Metern. Zwar konnten die Menschen sich selbst und ihre Tiere vor den Fluten schützen, nicht aber ihre Felder, von deren Erträgen sie zu leben hatten und die durch das salzige Meerwasser nach Fluten unbrauchbar wurden.
Um das Jahr 1000 begann man mit dem Bau von Deichen. Anfangs war es Aufgabe der hinter der Deichlinie wohnenden Menschen, den Deich zu unterhalten. Im Gegenzug durften sie das dahinter liegende Land bestellen. Konnten der Anlieger den ihm zugewiesenen Deichabschnitt nicht mehr unterhalten, musste er das Land gemäß Spatenrecht aufgeben oder wurde zwangsenteignet. Besonders oft fand das Spatenrecht nach Missernten, Seuchen oder Sturmfluten statt. Insbesondere im 14. Jahrhundert verloren viele Menschen ihr Hab und Gut an die Fluten und konnten - von der Pest und schlechten Ernten geschwächt - die Deichlinien nicht mehr halten.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich nun Interessengemeinschaften, die es sich zur Aufgabe machten, den Deich gemeinschaftlich zu unterhalten. Ein alter Spruch besagte: "Kein Deich. Kein Land. Kein Leben". Die Februarflut im Jahr 1825 gilt als die letzte schwere Sturmflut, die in Norden und Umgebung massivste Schäden anrichtete. Die Anfänge der Norder Deichacht, wie wir sie heute kennen, ist wohl in dieser Zeit zu suchen, denn auf die Februarflut folgten umfangreiche Maßnahmen zur Verstärkung der Deiche.
Im Jahr 1900 wurde die Norder Deichacht letztlich gegründet. Anfänglich war sie nur für die Deichlinien im Stadtgebiet zuständig. 1965 kamen die fünf Deichachten der Norder Umlandgemeinden hinzu: Die Westermarscher, die Ostermarscher, die Lintelermarscher, die Süderneulander und die Neuwesteeler Deichacht.
Zwischen 1972 und 1975 wurden umfangreiche Maßnahmen zur Verstärkung der Deichlinie getroffen. Vor allem wurde der Seedeich verbreitert und vergrößert. Den Baumaßnahmen fiel unter anderem der historische Gasthof Großer Krug zum Opfer, an dessen Stelle im Jahr 1976 eine Küstenschutzhalle erbaut wurde. 2015 wurde eine weitere Küstenschutzhalle nahe des Kreisels Ostermarsch errichtet.
Quellenverzeichnis
- Internetseite der Deichacht Norden, abgerufen am 23. Februar 2021